Waldbrand im Hohen Venn bleibt außer Kontrolle – Bundeswehr im Einsatz, Trinkwasser in Monschau getrübt
Der Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze beschäftigt die Einsatzkräfte auch am Montag weiter. Zwar rückt das Feuer nach aktuellem Stand nicht mehr auf deutsches Gebiet vor, eine Entwarnung gibt es aber noch nicht.
Lage in Monschau weiterhin angespannt
Rund 30 Bewohner des Monschauer Ortsteils Kalterherberg waren am Sonntagabend wegen einer möglichen starken Rauchbelastung evakuiert worden. Die meisten von ihnen kamen bei Freunden oder Verwandten unter. In der Nacht sei das Feuer nicht weiter vorgerückt, sagte der Stellvertreter der Bürgermeisterin von Monschau, Franz-Karl Boden, der Nachrichtenagentur dpa. Man gehe derzeit nicht davon aus, dass das Feuer auf deutsches Gebiet übergreife.
Regen und ausbleibender Wind kommen den Einsatzkräften dabei zugute. Der Monschauer Einsatzleiter Philipp Krüger sagte am Morgen, man habe die Situation zwar „etwas entschärfen“ können – die evakuierten Bewohner aus Kalterherberg dürfen aber weiterhin nicht in ihre Häuser zurückkehren. Weitere Evakuierungen sind derzeit nicht geplant.
Zusätzlich zur Rauchbelastung kommt es in der Region Monschau wegen der erhöhten Wasserentnahme zur Brandbekämpfung aktuell zu Eintrübungen des Trinkwassers.
Bundeswehr unterstützt mit Hubschraubern
Die Bekämpfung des Feuers auf belgischer Seite geht unterdessen weiter – inzwischen auch mit deutscher Unterstützung: Die Bundeswehr stellt zwei Hubschrauber mit Löschwasserbehältern zur Verfügung, wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte. Der Einsatz ist zunächst für sieben Tage vorgesehen.
Mit rund 3.000 Hektar vernichteter Vegetation seit Freitag gilt der Brand im Hohen Venn bereits jetzt als größter Waldbrand in der jüngeren Geschichte Belgiens.
Auch Hürtgenwald betroffen
Rund 20 Kilometer von Monschau entfernt hatte zuletzt auch der Wald bei Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen gebrannt. Dieser Brand gilt mittlerweile als unter Kontrolle, Feuerwehrleute sind dort noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.
Weitere Waldbrände bundesweit
Auch andernorts in Deutschland kämpfen Einsatzkräfte seit Tagen gegen Vegetationsbrände:
Im unterfränkischen Waldaschaff (Bayern) konnte die Feuerwehr einen Erfolg vermelden: Alle festgestellten Brandstellen und Glutnester sind gelöscht, das Gebiet wird aber weiterhin kontrolliert.
Deutlich angespannter ist die Lage bei Schramberg im Schwarzwald (Baden-Württemberg). Der dortige Brand hat sich über Nacht ausgeweitet, rund 350 Einsatzkräfte sind im Einsatz. Das steile Gelände erschwert die Löscharbeiten erheblich. Der Landkreis Rottweil teilte mit, die Einsatzkräfte könnten wegen der Geländebeschaffenheit nicht näher an die Brandherde heranrücken. Nach Angaben eines Polizeisprechers stehen inzwischen rund zehn bis zwölf Hektar Waldfläche in Flammen – das entspricht etwa 14 Fußballfeldern.
Aufatmen gibt es dagegen in Gebhardshain im Westerwald (Rheinland-Pfalz): Ein Feuer in unmittelbarer Nähe des Ortes ist nach Angaben von Einsatzkräften mittlerweile weitestgehend gelöscht, eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht mehr. Zuvor waren die Flammen bis auf etwa 20 Meter an die ersten Häuser herangekommen, eine Straße mit 20 Haushalten musste zwischenzeitlich evakuiert werden. Die Evakuierung wurde inzwischen wieder aufgehoben.
Auch der Waldbrand bei Illingen im Saarland gilt mittlerweile als unter Kontrolle. Dort laufen weiterhin umfangreiche Nachlöscharbeiten, um verbliebene Glutnester zu beseitigen. „Wir werden jetzt die Nester weiter suchen und ablöschen und dann hoffen wir, dass wir das Feuer bis in die Nachmittagsstunden aus haben“, sagte Andreas Kuhn von der Feuerwehr im Landkreis Neunkirchen. Betroffen war eine Fläche von rund 18 Hektar.
Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!
Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:






