Stundenlang kämpften Hunderte Einsatzkräfte gegen einen Wald- und Wiesenbrand bei Langenfeld/Langscheid im Kreis Mayen-Koblenz. Am Abend die Entwarnung: Das Feuer auf rund 50 Hektar gilt als weitestgehend unter Kontrolle. Sieben Feuerwehrleute wurden bei den Löscharbeiten leicht verletzt.

Nach einem stundenlangen Einsatz gegen einen großen Wald- und Wiesenbrand bei Langscheid im Landkreis Mayen-Koblenz können Feuerwehr und Anwohner am frühen Abend vorsichtig aufatmen: Die Flammen gelten als „weitestgehend unter Kontrolle“. Bei den Löscharbeiten wurden allerdings sieben Feuerwehrleute leicht verletzt.
Brand zwischen Langenfeld und Langscheid: So begann der Einsatz
Bereits gegen Mittag waren in der Region rund um Langenfeld Sirenen zu hören, mit denen die Einsatzkräfte alarmiert wurden. Laut Landkreis Mayen-Koblenz begann der Kampf gegen das Feuer gegen 11:00 Uhr am Vormittag. In den folgenden Stunden waren Hunderte Einsatzkräfte mit zunächst zwei Hubschraubern im Dauereinsatz.
Betroffen von der Rauchentwicklung waren die Ortschaften Langenfeld, Hohenleimbach, Arft, Netterhöfe, Hausten und Morswiesen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungen sowie Klimaanlagen abzuschalten.
50 Hektar betroffen – zunächst Sorge vor deutlich größerer Fläche
Nach Angaben von Kreissprecher Damian Morcinek brannte schätzungsweise eine Fläche von 50 Hektar. Wegen der zunächst unübersichtlichen Lage und starker Rauchentwicklung war zeitweise sogar von bis zu 500 Hektar die Rede gewesen.
Michael Hartung, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Brohltal, sprach am frühen Abend von mehreren gleichzeitig aktiven Feuerfronten sowie permanenten Glutnestern. Die wechselnde Windlage erschwerte die Einsatzbedingungen zusätzlich: Die Brände hätten immer wieder die Richtung gewechselt, so Morcinek.
Evakuierung von Netterhöfe, Warnung für Langenfeld und Arft
Am Nachmittag spitzte sich die Lage zeitweise deutlich zu. In einer Warnmeldung wurden die rund 900 Bewohner von Langenfeld und Arft aufgefordert, sich vorsorglich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten und nur das Nötigste für zwei bis drei Tage bereitzuhalten. Ältere und hilfsbedürftige Personen sollten dabei besonders unterstützt werden.
Im abgelegeneren Ortsteil Netterhöfe wurde die Lage tatsächlich kritisch: Dort mussten 20 bis 25 Gebäude zwischenzeitlich evakuiert werden, weil das Feuer den Häusern zu nahe gekommen war.
Am Abend dann die Entwarnung: Die befürchtete Evakuierung von Langenfeld und Arft musste nicht umgesetzt werden. „Gott sei Dank mussten wir diese Maßnahmen nicht umsetzen“, sagte Rainer Nell, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises, gegenüber der dpa.
Sieben Verletzte, rund 300 Einsatzkräfte im Dauereinsatz
Bei dem Einsatz wurden sieben Menschen verletzt, einer davon erlitt Brandverletzungen. Vier Verletzte mussten laut dem leitenden Notarzt des Landkreises, Mario Klingbeil, in ein Krankenhaus gebracht werden. Bei den Einsatzkräften kam es zudem zu einer Verletzung durch Umknicken sowie zu Fällen von Hitzeerschöpfung.
Insgesamt waren rund 300 Kräfte im Einsatz – darunter auch der Ortsbürgermeister von Arft, Markus Thiel, der sich gegenüber der dpa zutiefst geschockt zeigte: „Es ist einfach nur beängstigend. Beängstigend – das ist die Verniedlichung von dem, was man hier sieht.“
Ein Anwohner aus Langenfeld schilderte, er sei unsicher gewesen, ob er in seinem Haus bleiben könne, habe aber auf die Feuerwehr vertraut.
Große Solidarität: Spontanhelfer bieten Unterstützung an
Neben Sorge und Anstrengung prägte auch große Hilfsbereitschaft den Tag. Über soziale Netzwerke wie Facebook boten zahlreiche Menschen ihre Unterstützung an – etwa mit wasserführenden landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Getränken für die Einsatzkräfte oder Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen mit Hunden und für Pferde.
Die Einsatzleitung bedankte sich am Abend ausdrücklich bei allen Spontanhelferinnen und Spontanhelfern, bat jedoch gleichzeitig darum, nicht eigenständig ins Einsatzgebiet zu fahren, um Zufahrts- und Rettungswege freizuhalten. Landrat Marko Boos und die Einsatzleitung wandten sich zudem per Videobotschaft an die Helfer und kündigten an, sich bei Bedarf über die notierten Kontaktdaten zu melden.
Ausblick: Einsatz soll am Samstag abgeschlossen werden
Auch wenn die Lage sich beruhigt hat, ist der Einsatz noch nicht vollständig beendet. Der Kampf gegen mögliche Glutnester und ein erneutes Aufflammen des Feuers soll auch am Samstag fortgesetzt werden. Die Einsatzkräfte zeigten sich am Abend jedoch optimistisch, den Einsatz im Laufe des Samstags abschließen zu können.
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