Über 350 Projekte haben sich für den diesjährigen BMI-Förderpreis „Helfende Hand“ beworben – zehn davon hat die Fachjury nun nominiert. Sie reichen von Krisenvorsorge-Konzepten über Nachwuchsarbeit bis zu Unterstützungsangeboten für Ehrenamtliche und ihre Familien. Die Preisverleihung findet am 7. Dezember 2026 in Berlin statt, zusätzlich läuft ein Online-Voting für den Publikumspreis.

BMI-Förderpreis „Helfende Hand“: Zehn Projekte für 2026 nominiert
Über 350 Projekte und Initiativen aus ganz Deutschland haben sich in diesem Jahr für den Förderpreis „Helfende Hand“ des Bundesministeriums des Innern (BMI) beworben. Nun hat die Fachjury die Nominierten ausgewählt: Insgesamt zehn Projekte wurden für die diesjährige Auszeichnung nominiert. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 7. Dezember 2026 in Berlin bekanntgegeben.
Mit dem Förderpreis würdigt das BMI seit nunmehr 18 Jahren die Leistung ehrenamtlich engagierter Menschen im Bevölkerungsschutz. Sie übernehmen Verantwortung, wo es wirklich zählt, stehen für Leben und Gesundheit ein und stärken so den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die zehn nominierten Projekte
Neun der nominierten Projekte verteilen sich auf die Kategorien Innovative Konzepte, Nachwuchsarbeit und Unterstützung des Ehrenamtes. Ihre genaue Platzierung innerhalb der Kategorien wird erst bei der Preisverleihung bekanntgegeben. Zusätzlich vergibt das BMI in diesem Jahr einen Sonderpreis für Engagement nach dem Erwerbsleben.
In der Kategorie Innovative Konzepte ist die Freiwillige Feuerwehr Halchter mit dem Projekt „Halchter hilft – 96 Stunden gemeinsam stark“ nominiert. Gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft hat die Ortsfeuerwehr einen Plan erarbeitet, um die ersten 96 Stunden einer Krisenlage – etwa bei großflächigen Stromausfällen oder Hochwasser – zu bewältigen. Entstanden sind daraus ein autarkes Feuerwehrhaus, ein Krisenhandbuch für alle Haushalte sowie ein Nachbarschaftshilfenetzwerk. Der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe bringt mit dem Gesellschaftsspiel „Katastrophen! Wer klüger ist, sorgt vor!“ Vorsorgewissen spielerisch in Familien, Jugendgruppen und Schulklassen. Die Berliner Feuerwehr wiederum ist mit dem „Projekt Kiezgespräche“ nominiert: Kiezbeauftragte bringen Begegnungsformate, Workshops und Sportveranstaltungen in Schulen, Jugendclubs und Quartiere – ergänzt um das bundesweit erste Wahlpflichtfach „Retten und Schützen“ an einer Oberschule.
Im Bereich Nachwuchsarbeit verbindet der THW-Ortsverband Coesfeld gemeinsam mit dem Gymnasium Nepomucenum in der „THW-AG Krisenvorsorge und Resilienz im Schulalltag“ Krisenvorsorge mit Technik, Orientierung und Teamarbeit für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 7. Die Malteser Jugend der Ortsgliederung Wolfegg vermittelt im „Generationenprojekt Junghelfer & Senioren“ älteren Menschen in Senioreneinrichtungen richtiges Notfallverhalten. Der DRK-Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/Teck bringt mit dem „Katastrophenschutztag für 6. Klassen“ Sechstklässlerinnen und Sechstklässlern an praktischen Stationen den Bevölkerungsschutz näher.
In der Kategorie Unterstützung des Ehrenamtes sind die Notfallseelsorgenden Elke Gehrling und Edwin Müller mit dem Bilderbuch „Blaulichtfamilie – wir und die Freiwillige Feuerwehr“ nominiert, das Kindern die besonderen Belastungen von Feuerwehrfamilien erklärt. Die amitumKids gUG unterstützt mit „Frühe Hilfen für Kinder traumatisierter Einsatzkräfte“ bundesweit Familien von Einsatzkräften mit dienstbedingten Traumafolgestörungen. Dachdeckermeister Stefan Bern aus Mönchengladbach fördert anlässlich seines 25-jährigen Firmenjubiläums mit der Initiative „Dachdecker helfen“ mit insgesamt 25.000 Euro 25 gemeinnützige Projekte in der Stadt.
Den neu eingeführten Sonderpreis für Engagement nach dem Erwerbsleben erhält die Generationenhilfe Börderegion e. V. für das Projekt „Seniorinnen und Senioren gut vorbereiten für den Ernstfall“. Es verbindet Nachbarschaftshilfe mit konkreter Krisenvorsorge – von Vorträgen über Warn-App-Schulungen bis zu einer Begegnungsstätte als Anlaufpunkt bei Hitze oder Kälte.
Neunköpfige Fachjury entscheidet, Publikum kann mitbestimmen
Über die Nominierungen entscheidet eine neunköpfige Fachjury aus Vertreterinnen und Vertretern der Spitzenorganisationen des deutschen Bevölkerungsschutzes unter Vorsitz des BMI. Bewertet werden die Projekte nach Innovationskraft, Vorbildcharakter und nachhaltiger Wirkung. Neben der Jury-Entscheidung können alle Interessierten unter den zehn nominierten Projekten ihren Favoriten online mitbestimmen: Das Online-Voting für den Publikumspreis läuft ab sofort bis zur feierlichen Verleihung am 7. Dezember 2026.
Der Förderpreis „Helfende Hand“ wird seit 2009 jährlich vom Bundesministerium des Innern vergeben und würdigt herausragendes Engagement im Bevölkerungsschutz. Mit Preisgeldern von bis zu 10.000 Euro unterstützt er Projekte, die beispielhaft zeigen, wie Menschen in Deutschland den Bevölkerungsschutz innovativ und nachhaltig stärken.
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