Humanitäre Lage im Sudan schlimmer als vorstellbar

Im Sudan ist die humanitäre Lage, weiterhin verheerend – der bewaffnete Konflikt dauert nun drei Jahre an. Rund zwei von drei Menschen und damit mehr als 33 Millionen Menschen sind dieses Jahr auf humanitäre Hilfe angewiesen, etwa die Hälfte davon sind Kinder. Über 13 Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht, ein großer Teil davon im eigenen Land.

Drei Jahre nach Beginn des bewaffneten Konflikts sind dessen Folgen fast überall im Sudan zu sehen und zu spüren.
Drei Jahre nach Beginn des bewaffneten Konflikts sind dessen Folgen fast überall im Sudan zu sehen und zu spüren.
Foto: Sudanesischer Roter Halbmond

„Die humanitäre Lage im Sudan ist eine der schlimmsten weltweit und das seit mehreren Jahren. Das Leid, von dem unsere Schwestergesellschaft berichtet, ist unvorstellbar“, sagt der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Hermann Gröhe. Angesichts der am Jahrestag (15.4.) anstehenden internationalen Sudan-Konferenz in Berlin ergänzt er: „Die Menschen im Sudan brauchen nicht nur mehr Aufmerksamkeit sowie Schutz und Sicherheit. Auch mehr Unterstützung ist dringend erforderlich! Deshalb bedauern wir es sehr, wenn uns die Halbierung der Mittel im Bundeshaushalt für humanitäre Hilfe sogar dazu zwingt, unsere Hilfe auch in diesem so krisengeplagten Land zurückzufahren.“

Sudan: Zahlreiche Zivilpersonen und mehrere humanitäre Helfer unter den Opfern

Drei Jahre nach Beginn des bewaffneten Konflikts sind dessen Folgen fast überall im Land zu sehen und zu spüren. Es mangelt an einer ausreichenden Gesundheitsversorgung, viele Einrichtungen können ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Es fehlt an Notunterkünften für die geflüchteten Menschen, sauberem Wasser und Lebensmitteln. Der anhaltende bewaffnete Konflikt zehrt an den Kräften der Menschen. Viele wurden mehrmals vertrieben, zahlreiche Zivilpersonen wurden im bewaffneten Konflikt verletzt oder getötet, darunter auch mehrere humanitär Helfende. Allein 22 Helfende des Sudanesischen Roten Halbmonds (SRH), der Schwestergesellschaft des DRK, sind im Einsatz ums Leben gekommen. Hinzukommt seit Ende letzten Jahres ein Choleraausbruch mit tausenden Toten.

Das DRK arbeitet eng mit dem SRH, einer der wichtigsten Hilfsorganisationen im Land, zusammen, um dessen lebensrettende Arbeit zu unterstützen. Insgesamt konnte der SRH 8,8 Millionen Menschen seit Beginn des Konflikts mit seiner Hilfe erreichen. Ein besonderer Fokus der Hilfe des DRK in Partnerschaft mit dem SRH liegt auf der Unterstützung schwangerer Frauen und notleidender Mütter. Mit der Bereitstellung von Entbindungsausrüstung und Bargeld können sich Frauen angesichts fehlender Kliniken um eine medizinische Begleitung ihrer Geburt selbst kümmern. Zudem wurden Maßnahmen wie der Bau und die Sanierung von Wasser- und Toilettenanlagen ergriffen, um die Ausbreitung von Cholera einzudämmen. Darüber hinaus steht weiterhin die Verteilung von Bargeldhilfen an notleidende Haushalte im Fokus der Nothilfe.

„Der unermüdliche Einsatz der tausenden Freiwilligen unserer Schwestergesellschaft ist zutiefst beeindruckend, zumal sie und ihre Familien im Alltag selbst mit der sehr schlimmen Lage zurechtkommen müssen“, sagt DRK-Präsident Hermann Gröhe. „Immer wieder sind die Helfenden dazu gezwungen, große Gefahren für ihr eigenes Leben auf sich zu nehmen, um anderen helfen zu können.“

Das DRK bittet um Spenden für die Betroffenen:
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Nothilfe Afrika
oder unter https://www.drk.de/spenden/

 

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz e.V.

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