Interschutz: ISOTEMP präsentiert modulare Schutzbekleidung

Im Rahmen der Interschutz 2026 sprach Security Network mit Alexander Vorndamme-Zentarra von der Heinrich Vorndamme OHG (ISOTEMP, Halle 15, Stand H05) über neue Entwicklungen im Bereich Schutzbekleidung. Im Fokus standen modulare Feuerwehrschutzanzüge, moderne Rettungsdienstbekleidung sowie Lösungen für den Chemikalien- und Hitzeschutz.

Alexander Vorndamme-Zentarra von ISOTEMP vor seinem Messestand.
Alexander Vorndamme-Zentarra von ISOTEMP vor seinem Messestand.
Foto: CPM / André Luhmer

Wenn es um persönliche Schutzausrüstung für Feuerwehr, Rettungsdienst und Industrie geht, zählt die Marke ISOTEMP seit Jahrzehnten zu den etablierten Herstellern in Deutschland. Auf der Interschutz präsentierte das Unternehmen aus Horn-Bad Meinberg zahlreiche Neuheiten und Weiterentwicklungen seines Portfolios.

„Seit 1907 stellen wir Schutzbekleidung her“, erklärte Vorndamme-Zentarra. „Unsere Produktpalette umfasst Flammenschutzbekleidung, Hitzeschutzbekleidung und Chemikalienschutz-bekleidung – alles unter einem Dach entwickelt und produziert.“

Mit rund 95 Mitarbeitenden am Standort Horn-Bad Meinberg gehört das Unternehmen zu den wenigen Herstellern in Deutschland, die sämtliche wesentlichen Schutzbekleidungsbereiche für Feuerwehr, Rettungsdienst und Industrie aus eigener Fertigung in Deutschland anbieten.

Ein Schutzanzug für drei Einsatzbereiche

Besonderes Interesse zog auf der Messe eine neue Generation von Feuerwehrschutzbekleidung auf sich. Das innovative Bekleidungssystem vereint gleich drei Einsatzprofile in einem einzigen Anzug. Im Ausgangszustand erfüllt die Bekleidung die Anforderungen der Innenbrandbekämpfung gemäß EN 469 Level 2.

Durch das Herausnehmen einzelner Komponenten kann der Anzug jedoch flexibel an andere Einsatzszenarien angepasst werden. „Nimmt man das Innenfutter heraus, erfüllt die Bekleidung die Anforderungen für die technische Hilfeleistung. Entfernt man zusätzlich die Membran, entsteht eine Bekleidung für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung“, erläuterte Vorndamme-Zentarra.

Damit reagiert ISOTEMP auf die veränderten Anforderungen moderner Feuerwehren. Neben klassischen Brandeinsätzen gewinnen technische Hilfeleistungen sowie Wald- und Flächenbrände zunehmend an Bedeutung. Statt mehrere vollständige Bekleidungssätze beschaffen zu müssen, können Feuerwehren künftig verschiedene Einsatzarten mit einem modularen System abdecken.

Nachhaltigkeit durch austauschbare Komponenten

Neben der funktionalen Flexibilität spielt auch der Nachhaltigkeitsgedanke eine zentrale Rolle bei der Entwicklung. Beschädigte Einzelkomponenten können gezielt ersetzt werden, ohne dass das gesamte Bekleidungssystem ausgetauscht werden muss. Dies reduziert langfristig die Betriebskosten und schont gleichzeitig Ressourcen.

Unser Autor im neuen Rettungsdienstanorak RESCUE ONE.
Unser Autor im neuen Rettungsdienstanorak RESCUE ONE.
Foto: CPM

„Geht eine einzelne Komponente kaputt, muss nicht das komplette System ersetzt werden, sondern lediglich das betroffene Bauteil“, so Vorndamme-Zentarra.

Hitzeschutz bleibt unverzichtbar

Auch wenn moderne Feuerwehrschutzkleidung heute bereits hohe thermische Schutzwerte bietet, sieht ISOTEMP weiterhin einen wichtigen Bedarf für spezielle Hitzeschutzbekleidung.

Vor allem bei besonderen Brandereignissen sowie in industriellen Anwendungen kommen aluminisierte Schutzanzüge weiterhin zum Einsatz. Sie bieten Schutz vor extremer Wärmestrahlung und hohen Umgebungstemperaturen, die mit klassischer Feuerwehrschutzbekleidung allein nicht beherrscht werden können.

Chemikalienschutz gewinnt an Bedeutung

Ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens liegt im Bereich Chemikalienschutzbekleidung. Neben klassischen Gefahrgut- und Chemikalienunfällen beobachten die Experten eine zunehmende Nachfrage aus dem Katastrophenschutz. „In den vergangenen Jahren ist das Thema wieder deutlich stärker in den Fokus gerückt“, berichtet Vorndamme-Zentarra.

Neben Schutzanzügen gehören daher auch Dekontaminationslösungen zum Portfolio des Herstellers. Insbesondere vor dem Hintergrund aktueller CBRN-Risiken sowie wachsender Anforderungen an den Bevölkerungsschutz gewinnen entsprechende Systeme zunehmend an Bedeutung.

Neue Generation der Rettungsdienstbekleidung

Für viele Rettungsdienstmitarbeiter war die charakteristische ISOTEMP-Rettungsdienstjacke mit ihrer markanten Dreiecksoptik über Jahre hinweg ein vertrauter Begleiter im Einsatzdienst.

Dieses Modell kann jedoch aufgrund geänderter europäischer Normanforderungen nicht mehr in seiner bisherigen Form produziert werden. ISOTEMP hat deshalb eine vollständig neu entwickelte Generation von Rettungsdienstbekleidung vorgestellt. Die neue Bekleidung erfüllt die höchste Warnschutzklasse 3 und bietet gleichzeitig zusätzliche Schutzeigenschaften, die auf die langjährige Erfahrung des Unternehmens im Bereich Flammenschutz zurückgehen.

„Neben der Sichtbarkeit besitzt die Bekleidung auch integrierte Flammenschutzeigenschaften und bietet dem Rettungsdienstpersonal dadurch ein zusätzliches Sicherheitsniveau“, erklärt Vorndamme-Zentarra.

Tradition trifft Zukunft

Mit nahezu 120 Jahren Unternehmensgeschichte verbindet ISOTEMP traditionelle Fertigungskompetenz mit modernen Anforderungen an Schutzwirkung, Ergonomie und Nachhaltigkeit. Die auf der Interschutz vorgestellten Entwicklungen zeigen, dass sich die Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung stetig verändern.

Flexible Einsatzprofile und höhere Sicherheitsstandards sowie nachhaltige Nutzungskonzepte werden künftig eine immer größere Rolle spielen. Mit seinen modularen Schutzsystemen positioniert sich das Unternehmen aus Horn-Bad Meinberg für diese Herausforderungen und unterstreicht seine Rolle als langjähriger Partner von Feuerwehr, Rettungsdienst, Industrie und Katastrophenschutz.

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