Die Anforderungen an Feuerwehren und Gefahrguteinsatzkräfte steigen kontinuierlich. Gleichzeitig werden realistische Ausbildungsmöglichkeiten immer wichtiger, um Einsatzkräfte auf komplexe Schadenslagen vorzubereiten. Der niederländische Hersteller Lion stellte auf der Interschutz eine mobile Trainingsanlage vor, die genau auf diese Anforderungen zugeschnitten ist.
Im Mittelpunkt des Messeauftritts stand ein kompakter Trainingscontainer, der unterschiedlichste Gefahrgut- und Leckageszenarien simulieren kann. „Mit der Anlage können wir ungefähr 25 verschiedene Szenarien trainieren“, erklärte Mathé Koenen von Lion. „Dazu gehören Leckagen, Flüssigkeitsaustritte, Rauchentwicklungen und verschiedene Brandszenarien.“
Realistische Ausbildung am eigenen Standort
Das Besondere an dem System ist seine Mobilität. Die Anlage wurde so konzipiert, dass sie direkt zu Feuerwehren, Industrieunternehmen oder Ausbildungseinrichtungen transportiert werden kann. Dadurch lassen sich Übungen genau dort durchführen, wo die Einsatzkräfte später auch tatsächlich tätig werden.
„Man kann die Anlage überall aufstellen – bei Feuerwehren, in Chemiebetrieben oder an anderen Ausbildungsstandorten“, so Koenen. Dieser Ansatz ermöglicht praxisnahe Übungen in vertrauter Umgebung und reduziert gleichzeitig den organisatorischen Aufwand für die Teilnehmer.
Wiederholen, bis jeder Handgriff sitzt
Die Trainingsanlage ist nicht ausschließlich für komplexe Großübungen ausgelegt. Vielmehr können einzelne Einsatzmaßnahmen gezielt trainiert und beliebig oft wiederholt werden.
So lassen sich beispielsweise:
- Leckageabwehrmaßnahmen
- Abdichtungsarbeiten
- Mess- und Erkundungstätigkeiten
- Gefahrstoffeinsätze
- taktische Abläufe im Team
unter realitätsnahen Bedingungen üben.
„Man kann ein bestimmtes Szenario immer wieder trainieren, bis es vollständig beherrscht wird“, erklärte Koenen.
Fernsteuerung ermöglicht flexible Szenariowahl
Die Bedienung erfolgt über eine zentrale Fernsteuerung. Mit ihr können die unterschiedlichen Übungsszenarien ausgelöst und gesteuert werden.
Dadurch können Ausbilder flexibel auf den Ausbildungsstand der Teilnehmer reagieren und verschiedene Schadenslagen simulieren. Von einfachen Leckagen bis hin zu komplexeren Szenarien mit Rauch- und Brandeffekten steht eine Vielzahl an Übungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Lion-Alternative zu stationären Ausbildungsanlagen
Während viele Spezialausbildungszentren über fest installierte Gefahrgut-Trainingsanlagen verfügen, verfolgt Lion bewusst einen mobilen Ansatz. Gerade kleinere Feuerwehren oder Unternehmen verfügen oftmals nicht über die Möglichkeit, eigene Übungsanlagen dauerhaft vorzuhalten.
Durch das Mietmodell können solche Trainingssysteme zeitlich begrenzt genutzt werden. Nach Angaben des Unternehmens kostet die Miete der Anlage rund 12.750 Euro pro Monat. Für Messebesucher wurde während der Interschutz zusätzlich ein zeitlich begrenztes Aktionsangebot vorgestellt. Neben der Vermietung ist die Anlage grundsätzlich auch käuflich erhältlich.
Internationale Erfahrung auch für den deutschen Markt
Lion ist international tätig und vertreibt seine Ausbildungssysteme weltweit. Nach Angaben von Mathé Koenen verfügt das Unternehmen inzwischen auch über Vertretungen in Deutschland und baut seine Aktivitäten auf dem deutschen Markt kontinuierlich aus.
Die zunehmende Bedeutung von Gefahrstofflagen, Industrieunfällen und komplexen Einsatzszenarien sorgt dafür, dass realitätsnahe Ausbildungsmöglichkeiten stärker in den Fokus von Feuerwehren und Werkfeuerwehren rücken.
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