„Pakt für den Bevölkerungsschutz“: Feuerwehrverband fordert Platz am Tisch

Der DFV-Präsident Karl-Heinz Banse erinnert Bundesinnenminister Dobrindt in einem persönlichen Brief an die zentrale Rolle der über eine Million Feuerwehr-Einsatzkräfte für den „Pakt für den Bevölkerungsschutz“. Er bietet die Expertise des Verbandes für den neuen Steuerungsstab „Kommando Zivile Verteidigung“ an und fordert eine stärkere Einbindung sowie bessere Ausstattung der Feuerwehren. Hintergrund ist die zunehmende sicherheitspolitische Bedeutung sowie die Häufung extremer Wetterereignisse.

DFV
Mit mehr als einer Million Einsatzkräften bilden die Feuerwehren das Rückgrat des deutschen Bevölkerungsschutzes.
Foto: Pexels/ Louis

DFV-Präsident Banse fordert stärkere Einbindung der Feuerwehren in „Pakt für den Bevölkerungsschutz“

Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Karl-Heinz Banse, hat sich in einem persönlichen Schreiben an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gewandt. Darin macht er auf die zentrale Rolle der Feuerwehren im Rahmen des „Pakts für den Bevölkerungsschutz“ aufmerksam und bietet deren fachliche Expertise für den neu geschaffenen Steuerungsstab „Kommando Zivile Verteidigung“ im Bundesinnenministerium an.

Dobrindt hatte den Pakt zuvor als weit mehr als ein reines Investitionsprogramm bezeichnet – er stelle vielmehr eine neue, tragende Säule der sicherheitspolitischen Architektur Deutschlands dar.

Feuerwehren als Rückgrat des Bevölkerungsschutzes

In seinem Brief hebt Banse hervor, dass die deutschen Feuerwehren mit mehr als einer Million Einsatzkräften das Fundament des nationalen Bevölkerungsschutzes bilden. Über den alltäglichen Brandschutz und die technische Hilfeleistung hinaus übernehmen sie demnach bundesweit zentrale Aufgaben im Katastrophenschutz – etwa im Bereich der ABC-Gefahrenabwehr, beim Hochwasserschutz sowie bei der Bewältigung von Großschadenslagen. Die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren beruhe dabei maßgeblich auf der föderalen Struktur Deutschlands, dem engen Zusammenspiel kommunaler Strukturen mit ehrenamtlichen Kräften sowie der Kooperation mit Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk.

Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage sowie der zunehmenden Häufigkeit extremer Wetterereignisse fordert der DFV nach eigener Aussage bereits seit längerem eine stärkere Einbindung der Feuerwehren sowie verbesserte Konzepte für Personal und Ausrüstung.

Neuer Steuerungsstab „Kommando Zivile Verteidigung“

Zur konkreten Umsetzung des Pakts richtet das Bundesinnenministerium derzeit den Steuerungsstab „Kommando Zivile Verteidigung“ ein. Dieser soll als zentrale Anlaufstelle für die vertikale und horizontale Vernetzung innerhalb des Bevölkerungsschutzes fungieren und gilt als Kernelement für dessen Ausbau. Aufgabe des Kommandos ist es, die Koordination zwischen zivilen Behörden und der Bundeswehr im Verteidigungsfall sicherzustellen.

Banse sieht in diesem Zusammenhang den DFV sowie die Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland als geeignete Kompetenzzentren, um das vorhandene Fachwissen aktiv einzubringen. Beide Organisationen signalisierten gegenüber dem Bundesinnenminister ihre Bereitschaft, sich aktiv in der Stabsstelle des neuen Kommandos zu engagieren.

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