317 Brände auf rund 250 Hektar: Waldbrandbericht 2025 liegt vor

Brandenburg zieht Bilanz: 317 Waldbrände und 252 Hektar betroffene Fläche im Jahr 2025. Der neue Waldbrandbericht zeigt, wie Früherkennung, Löschwasserstellen und neue Technik die Schäden begrenzt haben. Das Waldbrandkompetenzzentrum (WBZZ) rückt dabei zunehmend in den Fokus.

Waldbrandbericht: Flammen und dichter Rauch eines nächtlichen Waldbrandes steigen zwischen Nadel- und Laubbäumen im Unterholz empor
Symbolbild: brennendes Waldgebiet
Foto: unsplash/ Egor Vikhrev

Waldbrandbericht 2025: WBZZ als zentrale Anlaufstelle

Das Innenministerium in Potsdam hat den Waldbrandbericht 2025 für das Land Brandenburg veröffentlicht. Der Bericht wurde auf der Kabinettssitzung gestern beraten und fasst die Waldbrandsaison des vergangenen Jahres zusammen. Erstellt wurde der Bericht vom Waldbrandkompetenzzentrum (WBZZ) in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Forst Brandenburg, dem Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) und dem Ministerium des Innern und für Kommunales.

Innenminister Dr. Jan Redmann: „Das Waldbrandjahr 2025 war geprägt von vielen kleinen Bränden, die dank der frühen Erkennung und des großen Engagements unserer freiwilligen Feuerwehren schnell gelöscht werden konnten. Auch die wenigen Großbrände konnten dank der herausragenden Arbeit der Einsatzkräfte zügig bekämpft werden.

Der Klimawandel setzt unseren Wäldern stark zu. Diese Herausforderung wird sogar noch zunehmen. Aber die Brandenburger Feuerwehren sind gut vorbereitet. Unsere Feuerwehrleute sind hervorragend ausgebildet und verfügen über modernste Technik, die sich mehrfach bewährt hat.

Das Waldbrandkompentenzzentrum Brandenburg (WBZZ) ist eine Erfolgsgeschichte! Es hat sich zu einem Wissens-Hub entwickelt, der Standards setzt. Hier entstehen die Expertise und die Konzepte für die beste Waldbrandbekämpfung. Das WBZZ steht auch für Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. Diesen Weg werden wir weitergehen.“

Frühzeitige Erkennung und Löschwasserversorgung

Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch (MLEUV): „Wenn es zu einem Brand kommt, ist die frühzeitige Erkennung essenziell für eine schnelle Bekämpfung. Seit über 20 Jahren setzt Brandenburg auf die automatisierte und flächendeckende Waldbrandüberwachung durch das System „Fire Watch“. Dadurch konnten auch 2025 die allermeisten Waldbrände unter einem Hektar gehalten und schnell bekämpft werden.

Dazu braucht es ausreichend Löschwasserentnahmestellen. Im vergangenen Jahr konnte der Landesbetrieb Forst allein 90 neue Löschwasserentnahmestellen im Privatwald errichten und so maßgeblich zur Waldbrandvorsorge und -bekämpfung beitragen.

Um zudem den Wasserrückhalt in der Fläche zu verbessern und die Wälder widerstandfähiger gegen die Auswirkungen der Klimaveränderung zu machen, arbeiten wir weiter konsequent am Waldumbau – von Kiefernreinbeständen hin zu strukturreichen Mischwäldern – und unterstützen dabei auch die Privatwaldbesitzer in Brandenburg. Hierbei sind besonders die Naturverjüngung und die Saat von Laubholz ein wichtiger Aspekt.“

Das WBZZ legt in seinem Bericht vier Schwerpunkte: Die vergangene Waldbrandsaison wird detailliert betrachtet, Maßnahmen des vorbeugenden Waldbrandschutzes aufgeführt, Beschaffungen mit Fördermitteln vorgestellt und abschließend Erkenntnisse aus der Waldbrandsaison und das mögliche Optimierungspotenzial betrachtet. Insgesamt umfasst der Waldbrandbericht 52 Seiten, der nach der Kabinettbefassung dem Ausschuss für Inneres und Kommunales übersandt wurde.

Bilanz der Waldbrandsaison 2025 in Zahlen

Im Jahr 2025 wurden in Brandenburg insgesamt 317 Waldbrände registriert, die eine Fläche von 252,26 Hektar (ha) betrafen. Mehrheitlich handelte es sich um kleinflächige Einsätze. Allerdings wurden vier Großbrände mit mehr als zehn Hektar gezählt, drei davon auf Kampfmittelverdachtsflächen. Der größte Brand mit 141 ha ereignete sich auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog. Die Schwerpunktlandkreise waren Elbe-Elster, Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und Potsdam-Mittelmark. Im Bericht wird auch auf besondere Einsatzlagen eingegangen – wie die deutliche Häufung von Bränden am 1. Juli 2025 und die vorsorgliche Evakuierung der Ortslage Kleinbahren in der Babbener Heide im Landkreis Elbe-Elster.

Investitionen in Fahrzeuge und Löschtechnik

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 12,8 Millionen Euro in den Bereich des abwehrenden Waldbrandschutz investiert. Unter anderem wurden 42 Fahrzeuge für die Aufgabenträger beschafft, ebenso wie 16 einachsige Anhänger mit Werkzeugen für Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung. Unbemannte Einsatzfahrzeuge wie der ferngesteuerte- Räumroboter MV-4 und der Lösch- und Räumroboter MVF-5 sowie weitere Spezialfahrzeuge werden zentral bei der Landesschule und Technischen Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz des Landes vorgehalten. Diese wurden durch das Brandenburg-Paket finanziert und 2025 ausgeliefert. Die Sondertechnik war zum ersten Mal im Sommer 2025 im Einsatz und unterstützte die Brandbekämpfung in Potsdam-Mittelmark und Löscharbeiten in der Gohrischheide im Grenzgebiet zu Sachsen.

Ausbau und Bedeutung des WBZZ

Der Waldbrandbericht geht auch vertieft auf den Aufbau und die Bedeutung des Waldbrandkompetenzzentrums (WBZZ) ein. Das WBZZ entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Fach- und Vernetzungsstelle für den vorbeugenden und abwehrenden Waldbrandschutz im Land. Es übernimmt dabei nicht nur fachliche und konzeptionelle Aufgaben, sondern unterstützt auch die Weiterentwicklung landesweiter Standards, fördert den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis und stärkt die Zusammenarbeit aller am Waldbrandschutz beteiligten Akteure. Betrachtet wird schließlich auch die länderübergreifende Zusammenarbeit, die angesichts parallel auftretender und länderübergreifender Waldbrände immer bedeutsamer wird.

Quelle: Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg

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