Tatverdächtiger bekennt sich zu Anschlägen auf Stromversorgung
Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen soll sich zu mehreren Sabotageakten an der Stromversorgung bekannt haben. In zwei handschriftlichen Schreiben übernimmt er die Verantwortung für die Vorfälle. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios hält die Polizei die Schreiben für authentisch. Nach dem Mann wird bundesweit gefahndet.
Bekennerschreiben mit Details zu den Taten
In dem ersten Schreiben erklärt der Verfasser, er sei für Kurzschlüsse im Stromnetz rund um die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe verantwortlich. Als Motivation nennt er seine Ablehnung der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen.
Zudem wirft der Verfasser Medien und Staat Untätigkeit vor. In dem Schreiben nimmt er außerdem Bezug auf die Situation im Nahen Osten und erhebt politische Vorwürfe gegen Deutschland.
Der Mann betont nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios, die Taten alleine vorbereitet und ausgeführt zu haben. Er habe demnach niemanden in seine Pläne eingeweiht.
Besonders relevant für die Ermittler ist ein zusätzliches Blatt, das dem ersten Schreiben beigefügt war. Darin geht es um die technische Durchführung der Taten. Das Dokument enthalte nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios umfangreiches mutmaßliches Täterwissen. Dies ist einer der Gründe, warum die Ermittler die Bekennerschreiben für authentisch halten.
Weitere Anschläge in Nordrhein-Westfalen
In einem zweiten Schreiben bekennt sich der Verfasser zu weiteren Anschlägen auf die Stromversorgung in Nordrhein-Westfalen. Genannt werden die Orte Gohr, Bergheim-Rheidt, Dormagen und Weisweiler.
Die Vorfälle stehen im Zusammenhang mit einer Reihe von Sabotageakten an Anlagen der Stromversorgung. Bereits in Brandenburg hatten Unbekannte im Bereich der Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe Kurzschlüsse an einer Hochspannungsleitung verursacht. Die Ermittler gehen davon aus, dass damit möglicherweise ein größerer Stromausfall ausgelöst werden sollte.
Auch in Dormagen waren verdächtige Gegenstände in der Nähe eines Umspannwerks gefunden worden. Weitere Polizeieinsätze gab es an Umspannwerken in Ganderkesee in Niedersachsen und Weisweiler bei Aachen.
Tatverdächtiger nicht angetroffen
Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios soll es sich bei dem mutmaßlichen Verfasser der Schreiben um einen deutschen Staatsangehörigen, Jahrgang 1977, handeln. Er soll in Gevelsberg in Nordrhein-Westfalen leben.
Beide Schreiben wurden mit dem vollständigen Namen des Mannes unterschrieben. Ob er tatsächlich der Verfasser ist, steht allerdings noch nicht mit letzter Sicherheit fest.
Die Polizei durchsuchte bereits den Wohnort des Mannes, konnte ihn dort jedoch nicht antreffen. Nach dem Tatverdächtigen wird derzeit bundesweit gefahndet.
Die Ermittlungen sollen nun unter anderem klären, ob der Mann tatsächlich für die verschiedenen Sabotageakte verantwortlich ist und welche konkreten Taten ihm zugeordnet werden können.
Schutz kritischer Infrastruktur im Fokus
Die Vorfälle rücken zugleich den Schutz der kritischen Infrastruktur in Deutschland in den Mittelpunkt. Dazu zählen unter anderem Energieversorgung, Informationstechnik, Verkehr, Gesundheit, Wasser und Ernährung.
Als Reaktion auf die Sabotage bei Jänschwalde hatte das brandenburgische Innenministerium bereits ein neues Sicherheitszentrum zum Schutz kritischer Infrastruktur angekündigt. Die Angriffe auf das Stromnetz zeigten, wie wichtig ein besserer Schutz entsprechender Anlagen sei.
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