Am dritten Tag von Red Storm Charlie übten Bundeswehr, THW, Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte erstmals gemeinsam auf dem Gelände von Lufthansa Technik Hamburg. Kommandeur Kurt Leonhards, Bürgermeisterin Katharina Fegebank und HPA-Chef Jens Maier zogen eine positive Bilanz der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Für 2027 ist bereits die Folgeübung Red Storm Delta angekündigt.

Zeitenwende im Hangar: Red Storm Charlie geht am dritten Tag bei Lufthansa Technik in Hamburg zu Ende
Mit einer Pressekonferenz auf dem Gelände von Lufthansa Technik Hamburg ist die dreitägige Übung Red Storm Charlie zu Ende gegangen. Vertreter von Bundeswehr, Stadt und Wirtschaft zogen eine positive Bilanz der zivil-militärischen Zusammenarbeit und kündigten für 2027 bereits die Folgeübung Red Storm Delta an.
Lufthansa Technik: Vom zivilen Luftfahrtdienstleister zum sicherheitspolitischen Partner
Vorstandsmitglied Harald Gloy begrüßte die Gäste auf dem Werksgelände am Hamburger Flughafen und beschrieb den Wandel, den die Hallen in den vergangenen Jahren durchlaufen haben: Neben den seit Jahrzehnten betreuten Maschinen der Flugbereitschaft stünden inzwischen regelmäßig Truppentransporter, Tankflugzeuge und die neuen Seefernaufklärer der Marine in den Hangars. Aktuell würden dort neue Aufklärungsflugzeuge der Luftwaffe ausgerüstet. Die seit mehr als 60 Jahren bestehende Partnerschaft mit der Bundeswehr und der Luftwaffe werde kontinuierlich ausgebaut – ein Beitrag zur „Zeitenwende“, so Gloy.
Erstmals in der Unternehmensgeschichte übten an diesem Tag Bundeswehr, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei gemeinsam auf dem Lufthansa-Technik-Gelände für den Ernstfall. Gloy wertete dies auch als Signal: Die Arbeit des Unternehmens diene nicht mehr allein der zivilen Luftfahrt, sondern zunehmend auch der Sicherheit Deutschlands und der Partnerländer.
Landeskommando Hamburg zieht positive Bilanz zur Red Storm Charlie
Der Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, Kapitän zur See Kurt Leonhards, sprach von einem „Riesenschritt“ in der Weiterentwicklung der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Er dankte dem Hamburger Senat, den gastgebenden Unternehmen und Institutionen – neben Lufthansa Technik nannte er ausdrücklich HPA und HHLA – sowie der Hamburger Polizei für die Absicherung des Red Storm Charlie Manövers.
Zu den geübten Szenarien zählten laut Leonhards Chemieunfälle und Drohnenangriffe; zudem seien Teile des Operationsplans Deutschland erprobt und „gehärtet“ worden. Neu unter den beteiligten Akteuren waren in diesem Jahr die Handelskammer mit dem Format Red Storm Business, die Handwerkskammer, Unternehmensverbände aus Norddeutschland sowie die Schwarz-Gruppe und die Edeka-Gruppe.
Leonhards berichtete zudem von einer spürbaren Veränderung im Verhältnis zwischen Stadtgesellschaft und Soldaten – nach eigener Aussage in 38 Dienstjahren nicht in diesem Ausmaß erlebt. Er kündigte an, dass das Landeskommando Hamburg für die geplante Folgeübung Red Storm Delta bereitstehe.

Bürgermeisterin Fegebank: „Wir sind ein starkes Team Hamburg“
Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank dankte der Bundeswehr, den beteiligten Behörden, Blaulichtorganisationen und Unternehmen für die Teilnahme an der Red Storm Charlie und beschrieb Hamburg als „starkes Netzwerk“. Vor dem Hintergrund der veränderten sicherheits- und verteidigungspolitischen Lage in Europa sei es notwendig, sich gemeinsam auf Krisen- und Ernstfälle vorzubereiten – nicht allein als Aufgabe der Streitkräfte, sondern der gesamten Gesellschaft.
Fegebank verwies auf Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen aus Skandinavien und Polen, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt in Fragen der Verteidigungsfähigkeit stärker ausgeprägt sei. Sie selbst habe drei Wochen zuvor an einer Führungskräfte-Marineübung teilgenommen, die sie nachhaltig geprägt habe. Ziel sei es, das dort erlebte Prinzip der Kameradschaft in die gesamte Gesellschaft zu tragen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Geschlecht. Es gehe dabei ausdrücklich nicht darum, Angst oder Verunsicherung zu verbreiten, sondern um Vorbereitung und Stärke.

HPA: Erstmals Cyberresilienz im Fokus
Jens Maier, Chef der Hamburg Port Authority (HPA) und laut eigener Aussage seit der ersten Übung Red Storm Alpha dabei, berichtete von der Rolle der HPA als zentralem Lagezentrum – in Zusammenarbeit mit Bundeswehr, Polizei, einer Bundeswehrhochschule und der Salzgitter AG. Lage- und Einsatzbilder seien gegenseitig ausgetauscht worden, eigene Drohnen kamen sowohl für geübte als auch für reale Lagen zum Einsatz.
Neu in diesem Jahr war laut Maier das Thema Cyberresilienz: Mit Unterstützung der Handelskammer wurde mit über 200 mittelständischen Unternehmen das Szenario eines Stromausfalls geübt. Zudem sei der eigene Krisenstab der HPA gezielt mit einer simulierten Cyberattacke konfrontiert worden, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen. Maier bewertete die Cyber-Bedrohungslage trotz medialer Präsenz insgesamt als noch unzureichend adressiert und erwartet, dass Cyberresilienz bei künftigen Übungen ein Schwerpunkt bleiben wird. Er kündigte die Teilnahme der HPA an Red Storm Delta im kommenden Jahr an.

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