Anlässlich des Internationalen Tages der Katastrophenvorbeugung ruft Hessens Heimatschutzminister Roman Poseck die Bürger dazu auf, sich gezielt auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten. Das BBK empfiehlt unter anderem einen Notvorrat für zehn Tage. Das Land verweist zudem auf Investitionen in den Katastrophenschutz und das Programm KOMPASS Resilienz für Kommunen.

Anlässlich des Internationalen Tages der Katastrophenvorbeugung am 13.10. hat der hessische Heimatschutzminister Roman Poseck die Bürger in Hessen aufgerufen, sich gezielt auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten. Die Vereinten Nationen hatten den Tag 2009 ausgerufen, um weltweit auf die Bedeutung von Vorsorge auf allen Ebenen aufmerksam zu machen. Gut fünf Wochen nach der hessischen Resilienzwoche knüpft das Innenministerium damit an seine Informationsoffensive zur Krisenvorsorge an.
„Vorsorge ist keine Panikmache, sondern Verantwortung für sich selbst und für andere. Der beste Zeitpunkt dafür ist immer vor der Krise“, so Poseck.
Eigenvorsorge: Das empfiehlt das BBK
Poseck verwies auf die gewachsene Zahl möglicher Krisen: „Starkregen, Hitze und Waldbrände, Stromausfälle, Cyberangriffe und Sabotage an unserer Infrastruktur. Die Liste möglicher Krisen ist in den vergangenen Jahren länger geworden und die Sicherheitslage hat sich spürbar verändert.“ Resilienz beginne bei jeder und jedem Einzelnen. Wer zu Hause Vorräte habe, bleibe im Ernstfall handlungsfähig, könne sich und seine Familie versorgen und entlaste die Einsatzkräfte, die sich dann um Menschen kümmern könnten, die sich nicht selbst helfen können.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt unter anderem:
- einen Trinkwasservorrat von zwei Litern pro Person und Tag, also rund 20 Litern für zehn Tage
- haltbare Lebensmittel, die auch ohne Strom zubereitet werden können
- eine Hausapotheke mit den persönlich benötigten Medikamenten
- Taschenlampe, batteriebetriebenes oder Kurbelradio, Ersatzbatterien und eine geladene Powerbank
- einen gepackten Notfallbeutel mit Kopien wichtiger Dokumente
- installierte Warn-Apps auf dem Smartphone
Poseck appellierte an alle Hessen, sich in den kommenden Tagen Zeit zu nehmen, die Vorräte zu prüfen und in der Familie zu besprechen, was im Notfall zu tun ist.
Resilienzstrategie und Katastrophenschutz
Laut Poseck hat Hessen auf die veränderte Sicherheitslage reagiert: Das Land habe den Brand- und Katastrophenschutz deutlich gestärkt, das Sirenennetz ausgebaut und unterstütze die Kommunen dabei, krisenfester zu werden. Ein ressortübergreifender Sicherheits- und Resilienzrat befasst sich mit der Krisenvorbereitung und der Widerstandsfähigkeit Kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Die dort erarbeitete Resilienzstrategie identifiziert Schwachstellen, stellt die staatliche Handlungsfähigkeit in Krisenlagen sicher und steuert das Handeln insgesamt. Angestoßen oder umgesetzt wurden laut Ministerium bereits zahlreiche Maßnahmen, etwa in der zivilen Alarmplanung, der technischen Behördenkommunikation und der Orientierung an Referenzszenarien.
Zudem hat das Land einen „Gemeinsamen Sicherheitsdialog“ mit Vertretern hessischer Ministerien, Sicherheitsbehörden, der Bundeswehr, der US-Streitkräfte und der Wirtschaft initiiert. Seit 2019 bringt ein Runder Tisch KRITIS Betreiber kritischer Infrastrukturen zusammen, um Informationen, Erfahrungen und bewährte Verfahren auszutauschen.
Im Katastrophenschutz hat Hessen nach Angaben des Ministers seit 2008 über 100 Millionen Euro investiert. Die Zahl der Landesfahrzeuge sei von unter 300 auf rund 900 gestiegen und damit mehr als verdreifacht worden. Für einen großflächigen, langandauernden Stromausfall wurden mobile Notstromaggregate und Großstromaggregate beschafft. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt kann auf ein Großstromaggregat zur Unterstützung von KRITIS sowie auf kleinere Aggregate zur Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der Katastrophenschutzeinheiten zugreifen. Außerdem fördert das Land die Notstromertüchtigung von Feuerwehrhäusern.
Das Land fördert den Ausbau des Sirenennetzes durch die Kommunen. Nach aktuellem Stand des Warnmittelkatasters sind landesweit über 4.000 Sirenen aktiv. Ergänzend warnen Apps wie NINA direkt auf dem Smartphone.
Resilienzwoche im September
Vom 7. bis 11. September 2026 hatte die Landesregierung unter Federführung des Innenministeriums eine Resilienzwoche ausgerufen. Begleitet von einer Social-Media-Kampagne informierte das Ministerium über das Anlegen eines Notvorrats und das Packen eines Notfallbeutels. Poseck besuchte Schulen, Kommunen, Blaulichtorganisationen und Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur. In Kooperation mit dem Handelsverband Hessen zeigten 21 Supermärkte in 17 Landkreisen einen beispielhaften Notvorrat für eine Person für zehn Tage nach den BBK-Empfehlungen. Poseck packte dabei selbst einen Notfallbeutel in einem Supermarkt. Auch der bundesweite Warntag fiel in diese Woche.
KOMPASS Resilienz: Unterstützung für Kommunen
Mit dem Landesprogramm KOMPASS Resilienz unterstützt das Land seit März 2026 Städte, Gemeinden und Landkreise dabei, ihre Widerstandsfähigkeit systematisch zu stärken. Das Programm richtet sich besonders an kleine und mittlere Kommunen. Sie erhalten einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen, eine Checkliste und werden in einem hessenweiten Resilienz-Netzwerk zusammengebracht. Die Maßnahmen reichen von der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der Verwaltung über Stabsübungen bis zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes vor Ort. Teilnehmende Kommunen benennen eine Resilienzbeauftragte oder einen Resilienzbeauftragten. Wer geeignete Maßnahmen in allen Handlungsfeldern umgesetzt hat, erhält das Resilienz-Siegel. Aktuell nehmen 29 Städte, Gemeinden und Landkreise teil.
Interessierte Kommunen können sich unter [email protected] melden. Weitere Informationen gibt es unter innen.hessen.de/sicherheit/kompass-resilienz.
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