OroraTech: Zehn weitere Wärmebildsensoren auf Kepler-Satelliten

Lena BerghoffLena Berghoff

OroraTech lässt zehn weitere SAFIRE-Gen4-Sensoren auf Keplers Tranche-2-Satelliten mitfliegen. Wärmebilder von Waldbränden erreichen den Boden damit schon wenige Minuten nach der Aufnahme.

OroraTech: Satellit im Orbit über der Erde
Symbolbild: Weltraumteleskop im Erdorbit. OroraTech will mit Wärmebildsensoren auf Satelliten neue Brände im 15-Minuten-Takt erfassen.

Die deutsche NewSpace-Firma OroraTech hat mit dem kanadischen Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen Kepler Communications eine neue Vereinbarung unterzeichnet, um zehn weitere thermische Infrarotsensoren vom Typ SAFIRE Gen4 auf Keplers optischen Relaissatelliten der Tranche 2 zu betreiben. Der Start der Satelliten ist für Anfang 2028 geplant. Bereits im All sind vier Sensoren, die im Januar 2026 mit Keplers erster Tranche gestartet sind und im Mai 2026 erste Bilder geliefert haben. Ein fünfter Sensor soll 2027 mit einer weiteren von Kepler gehosteten Mission folgen.

Wärmebilder ohne Warten auf die Bodenstation

Mit der jetzt vereinbarten Tranche 2 hat OroraTech dann 15 Wärmebildsensoren auf Kepler-Satelliten. Diese leiten ihre Daten ununterbrochen über optische Verbindungen von Satellit zu Satellit weiter. So kommen die Aufnahmen bereits wenige Minuten nach der Erfassung am Boden an und müssen nicht auf den Überflug einer Bodenstation warten. Auf dem `Red Sky Summit´ im US-amerikanischen San Francisco zeigte OroraTech USA einen Live-Stream von Wärmebildern der aktuellen Kepler-Sensoren und demonstrierte damit, was die Technologien beider Unternehmen gemeinsam leisten können.

OroraTech verdreifacht damit die Zahl eigener Sensoren auf Kepler-Satelliten. Mit den dann zusätzlich 20 eigenen Satelliten im Orbit und fast 100 weiteren reservierten Nutzlasten über Eutelsat arbeitet OroraTech darauf hin, neue Brände bis 2030 im 15-Minuten-Takt zu erfassen, so das Unternehmen bei der Bekanntgabe.

Stimmen von Kepler und OroraTech

„OroraTech war der erste Kunde, der einen Live-Sensor im Kepler-Netzwerk betrieben hat, und wird auch als Erster das Live-Streaming von Wärmebilddaten aus dem Orbit demonstrieren“, sagte Beau Jarvis, Chief Revenue Officer bei Kepler. „Zehn zusätzliche Nutzlasten auf Tranche 2 erweitern diese Möglichkeiten und erlauben eine noch kontinuierlichere Erfassung und Übertragung kritischer Daten. Genau für solche Missionen wurde Keplers Konstellation entwickelt: für dauerhaften Zugang zu hochwertigen Sensordaten in Echtzeit.“

„Kontinuierliche Beobachtung kann nicht durch einzelne Satelliten gewährleistet werden. Entscheidend ist stattdessen, wie viele Sensoren zur richtigen Zeit über den richtigen Breitengraden sind und wie schnell die gewonnenen Daten am Boden ankommen“, sagte Ignacio Zuleta, Chief Technology and Product Officer bei OroraTech. „Unsere aktuellen Sensoren auf Kepler-Satelliten setzen da bereits heute einen neuen Standard. Mit Tranche 2 erreichen wir eine ganz neue Größenordnung, die wir allein mit dem Start eigener Satelliten nicht erreichen könnten.“

Die Sensoren auf den Kepler-Satelliten ergänzen die 20 eigenen Satelliten und Sensoren, die OroraTech bereits im Orbit hat. 18 davon wurden in den vergangenen zwei Jahren gestartet, zuletzt FOREST-20 am 1. Oktober. Zudem hat das Unternehmen kürzlich bekannt gegeben, dass auf der künftigen LEO-Konstellation von Eutelsat in den kommenden Jahren bis zu 96 weitere OroraTech-Nutzlasten reserviert sind.

Lücke zwischen GEO- und polarumlaufenden Satelliten schließen

Geostationäre Satelliten (GEO) beobachten Waldbrände zwar häufig, aber nur in geringer Auflösung. Im Vergleich dazu liefern polarumlaufende Satelliten mehr Details, überfliegen ein Gebiet aber nur in großen Abständen. OroraTech will diese Lücke mit einer wachsenden Konstellation kompakter SAFIRE-Gen4-Wärmebildsensoren schließen, die Aufnahmen mit einer Auflösung von 200 Metern liefern. Häufigere Beobachtungen und eine schnellere Datenübertragung per optischer Kommunikation sollen kleinere Brände früher sichtbar machen und Einsatzkräften so schneller verwertbare Informationen liefern. Dass das funktioniert, zeigte sich am 15. Mai 2026. Ein OroraTech-Sensor an Bord eines Kepler-Satelliten erkannte einen Brand, den andere Satelliten im niedrigen Erdorbit während seiner rund 100-minütigen Dauer nicht erfasst hatten. GEO-Daten bestätigten den Brand.

OroraTech gibt die Vereinbarung auf dem `Red Sky Summit´ in San Francisco bekannt, einem Treffen zu Waldbrandtechnologie nur für geladene Gäste. Dort stellt das Unternehmen Feuerwehrbehörden, Energieversorgern und Versicherern die Pläne für die Konstellation vor.

Quelle: OroraTech

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