Fast alle 15 Minuten ein Einsatz: Thüringer Feuerwehren ziehen Bilanz für 2025

Lena BerghoffLena Berghoff

Thüringens Feuerwehren wurden 2025 zu 35.900 Einsätzen alarmiert, etwas weniger als im Vorjahr. Die Brandeinsätze nahmen um 9,6 Prozent zu, die Zahl der Großbrände stieg um 46 Prozent. Das geht aus dem Brand- und Katastrophenschutzbericht 2025 hervor, den Innenminister Georg Maier vorgestellt hat.

35.900 Einsätze: Thüringer Feuerwehren im Jahr 2025 häufiger bei Bränden gefordert
Thüringer Feuerwehren: Mehr Brandeinsätze und deutlich mehr Großbrände im Jahr 2025
Foto: pexels/ Alexas Fotos

Brandeinsätze und Großbrände nehmen deutlich zu

Insgesamt hatten die Feuerwehren in Thüringen 2025 etwas weniger zu tun, bei den Bränden aber deutlich mehr. Die Gesamtzahl der Alarmierungen lag mit 35.900 leicht unter dem Vorjahreswert (2024: 36.442). Rechnerisch wurden die Einsatzkräfte damit fast 100-mal pro Tag alarmiert, nahezu alle 15 Minuten. Die Brandeinsätze stiegen um 9,6 Prozent auf 5.349 (2024: 4.881), die Großbrände sogar um 46 Prozent auf 225 (2024: 154). Das geht aus dem Brand- und Katastrophenschutzbericht 2025 hervor, den Innenminister Georg Maier in Mühlhausen vorgestellt hat.

„Praktisch jede Viertelstunde wird irgendwo in Thüringen eine Feuerwehr alarmiert. Zu jeder Tages- und Nachtzeit kann der Pieper losgehen. Unsere Feuerwehren sind eine tragende Säule der Sicherheit in Thüringen – und das weit über die klassische Brandbekämpfung hinaus“, sagte Maier.

Vegetationsbrände: deutlicher Zuwachs

Besonders stark wuchs die Zahl der Vegetationsbrände. Die Feuerwehren registrierten 868 Brände auf Gras-, Heide-, Busch-, Moor- und Ackerflächen, nach 583 im Jahr 2024. Bei Wald- und Baumbränden stieg die Zahl der Einsätze von 310 auf 433. Eine besondere Herausforderung war laut Innenministerium der Brand auf der Saalfelder Höhe bei Gösselsdorf: Es handelte sich demnach um den flächenmäßig größten Vegetationsbrand, den es bislang in Thüringen gegeben hat. Dafür waren Einsatzkräfte aus dem gesamten Freistaat nötig.

„Der Waldbrand auf der Saalfelder Höhe hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig gut ausgebildete Kräfte, moderne Technik und eine funktionierende Zusammenarbeit über Kreis- und Landesgrenzen hinweg sind“, so Maier.

Hilfeleistung: Rettungsdienst wird häufiger unterstützt

Der größte Teil der Einsätze entfiel nicht auf Brände: 24.471-mal leisteten die Feuerwehren Hilfe (2024: 25.042). Dem Rettungsdienst standen sie dabei 5.085-mal zur Seite, nach 4.773 Einsätzen im Vorjahr. Einen neuen Höchststand verzeichnet der Bericht bei Einsätzen für Menschen in Notlagen: 4.080 Fälle (2024: 3.969). Dazu gehören beispielsweise die Suche nach Vermissten oder die Befreiung von Menschen aus Aufzügen und anderen Notsituationen.

„Feuerwehr bedeutet heute längst mehr als Feuer löschen. Unsere Kameradinnen und Kameraden retten Menschen, unterstützen den Rettungsdienst, helfen bei Unwettern und stehen bei großen Schadenslagen bereit“, sagte der Innenminister.

Weniger Feuerwehren, aber kaum weniger Einsatzkräfte

Die Zahl der Feuerwehren ging auf 538 zurück (2024: 554), die der Freiwilligen Stadt- und Ortsteilfeuerwehren auf 1.518 (2024: 1.560). Das Ministerium führt dies vor allem auf Gemeindezusammenschlüsse und die damit verbundene Neuorganisation zurück. Bei den aktiven Angehörigen fiel das Minus mit 0,8 Prozent gering aus: Ihre Zahl sank auf 33.897 (2024: 34.169). Nach Darstellung des Ministeriums gingen also nicht in gleichem Umfang Einsatzkräfte verloren, vielmehr würden vorhandene Kräfte in größeren Strukturen gebündelt.

Getragen wird das Feuerwehrwesen weiterhin vom Ehrenamt. 32.699 aktive Angehörige engagierten sich ehrenamtlich (2024: 33.081), das sind rund 96,5 Prozent. Die Zahl der Hauptamtlichen kletterte auf 1.198 (2024: 1.088). Den stärksten Zuwachs gab es bei den hauptamtlichen Kräften in den Freiwilligen Feuerwehren, deren Zahl von 172 auf 267 stieg. Sie können laut Ministerium vor allem bei besonderen Aufgaben die Ehrenamtlichen entlasten.

„Weniger einzelne Feuerwehrstrukturen bedeuten nicht weniger Sicherheit. Wo Gemeinden zusammenwachsen, werden auch Feuerwehren neu organisiert und Kräfte gebündelt. Entscheidend ist, dass wir leistungsfähige Einheiten und genügend Menschen haben, die diesen Dienst übernehmen. Dass fast 33.000 Frauen und Männer freiwillig Verantwortung für andere übernehmen, ist für Thüringen von unschätzbarem Wert“, so Maier.

Bei der Jugend blieb die Mitgliederzahl praktisch unverändert: 15.824 Kinder und Jugendliche waren aktiv (2024: 15.828). 1.122 von ihnen gingen 2025 in die Einsatzabteilungen über. Die Zahl der Frauen in den Freiwilligen Feuerwehren stieg auf 4.056 (2024: 3.871). Ihren Anteil beziffert das Ministerium auf mehr als zwölf Prozent.

TLFKS: mehr Lehrgänge und stärker genutzte Übungsanlagen

Auch an der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule (TLFKS) legten die Zahlen zu. 4.605 Einsatzkräfte besuchten 259 Lehrgänge (2024: 4.402). Zusätzlich nutzten 2.304 Kräfte abends oder am Wochenende die Übungsanlagen der Schule (2024: 1.828). Zusammen erreichte die TLFKS 6.909 Feuerwehrangehörige, nach 6.230 im Vorjahr.

Millionen für Fahrzeuge, Feuerwehrhäuser und Sirenen

Bei der Modernisierung der Feuerwehren half das Land den Kommunen 2025 mit Fördermitteln. Bewilligt wurden unter anderem rund 11,6 Millionen Euro für 78 Fahrzeuge, rund 1,5 Millionen Euro für Feuerwehrhäuser und Feuerwehrtechnische Zentren sowie rund 868.000 Euro für 201 neue oder umgerüstete Sirenen. Insgesamt bewilligte das Land im Brandschutz Zuwendungen von rund 26,4 Millionen Euro.

Im Katastrophenschutz kamen rund 2,9 Millionen Euro an bewilligten Zuwendungen hinzu. Außerdem beschaffte der Freistaat 13 Katastrophenschutzfahrzeuge und -systeme für rund 5,9 Millionen Euro. Die Ausgaben des Landes für den Bevölkerungsschutz summierten sich 2025 auf 50,3 Millionen Euro.

Fehlalarme gehen zurück

Als positive Entwicklung wertet das Ministerium die Fehlalarmierungen: Ihre Zahl sank erstmals seit 2021 wieder, um 6,7 Prozent auf 6.080 (2024: 6.519). Besonders stark fiel der Rückgang bei böswilligen Alarmierungen aus. Hier wurden 150 Fälle gezählt, nach 292 im Vorjahr, also nahezu eine Halbierung.

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