ICEYE aus Finnland, der weltweite Anbieter souveräner Aufklärung aus dem All, hat am 22. Oktober 2026 eine Partnerschaft mit OroraTech bekannt gegeben. Damit erweitert ICEYE sein Angebot an Waldbrand-Intelligence auf den gesamten Verlauf eines Brandereignisses. Dafür werden die thermischen Satellitendaten von OroraTech mit ICEYEs Radarbeobachtungen (Synthetic Aperture Radar, SAR) kombiniert.
Mit der neuen Lösung können Regierungen, Versicherer, Versorgungsunternehmen und andere Organisationen Waldbrände früher erkennen und ihre Entwicklung verfolgen. Sie können außerdem Auswirkungen auf Gebäude und Infrastruktur bewerten und das gesamte Schadensausmaß bis zum Wiederaufbau erfassen.
Die Partnerschaft ist eine deutliche Erweiterung des bestehenden Waldbrand-Angebots von ICEYE. Mit ICEYEs SAR-Fähigkeiten konnten Kunden bereits Schäden auf Gebäudeebene bewerten, während ein Waldbrand noch aktiv war. Die thermischen Daten von OroraTech dehnen diesen Einblick nun auf die früheren Phasen eines Ereignisses aus: von der ersten Entzündung über die sich verändernde Feuerfront bis zu den Auswirkungen. So entsteht ein umfassenderes Bild der natürlichen wie der bebauten Umgebung, vor allem dort, wo sich Waldbrände auf Siedlungen und kritische Infrastruktur zubewegen.
„Waldbrände sind dynamische Ereignisse, und die Informationen, die Entscheidungsträger brauchen, müssen sich mit ihnen weiterentwickeln. Es geht darum zu verstehen, wo ein Feuer ausbricht und wie es sich ausbreitet, was in seinem Weg liegen könnte und was letztlich betroffen ist“, sagte Will Panchaud, Senior Director of Product Management, Solutions bei ICEYE. „Indem wir die thermischen Daten von OroraTech mit den SAR-Fähigkeiten von ICEYE verbinden, können wir diesen Blick über den gesamten Ereignisverlauf liefern. Das gilt für Naturflächen wie für bebaute Gebiete, und zwar in einer einzigen weltraumgestützten Lösung. So haben Entscheidungsträger während des gesamten Ereignisses ein vollständiges Lagebild auf das sie ihr Handeln stützen können.“
„Je früher Organisationen einen Waldbrand erkennen und verstehen, desto mehr Zeit bleibt ihnen für fundierte Entscheidungen, während sich die Lage entwickelt“, sagte Dr. Ignacio Zuleta, Chief Technology and Product Officer bei OroraTech. „Unsere thermischen Satellitendaten liefern diesen entscheidenden Einblick schon in den frühesten Phasen eines Ereignisses. Sie erkennen Hotspots und verfolgen die Brandaktivität, während sie sich entwickelt. Durch die Kombination mit den SAR-Fähigkeiten von ICEYE helfen wir Entscheidungsträgern, einen durchgängigen Überblick über einen Waldbrand zu behalten. Dieser reicht von der ersten Erkennung bis zu den Auswirkungen auf Gemeinden, Infrastruktur und Umwelt.“
Heute sind Informationen über Waldbrände oft auf verschiedene Quellen und Systeme verteilt. Luftfahrzeuge müssen unter Umständen am Boden bleiben, und optische Aufnahmen werden durch Wolken verdeckt. Das integrierte System aus Thermal- und SAR-Daten ermöglicht dagegen eine kontinuierliche Waldbrandüberwachung bei Tag und Nacht, durch Rauch und Dunkelheit hindurch. Es liefert Entscheidungsträgern auch dann Informationen nahezu in Echtzeit, wenn andere Methoden versagen. Die neue gemeinsame Lösung von ICEYE und OroraTech führt diese Perspektiven auf einer Plattform zusammen.
Die weltraumgestützten Thermaldaten von OroraTech ermöglichen die frühzeitige Erkennung und fortlaufende Überwachung aktiver Brände. Sie identifizieren erste Hotspots und verfolgen die aktive Feuerfront im Verlauf eines Ereignisses. Die SAR-Satelliten von ICEYE liefern anschließend Beobachtungen durch Rauch, Wolken und Dunkelheit. Damit lassen sich Schäden auf Gebäudeebene bereits bestimmen, während das Feuer noch brennt.
Gemeinsam ermöglichen diese Fähigkeiten Entscheidungsträgern, einen Waldbrand lückenloser als bisher zu verfolgen, während er sich entwickelt. Sie zeigen nicht nur, was beschädigt wurde, sondern auch, wo das Feuer gerade ist, wohin es sich ausbreitet und was in seinem Weg liegen könnte. Besonders wichtig ist dieser integrierte Ansatz im Übergangsbereich zwischen Wildnis und Siedlungsraum (Wildland-Urban Interface). Dort können Brände schnell von Wäldern auf Gemeinden und kritische Infrastruktur übergreifen.
So lassen sich das Feuer und seine Folgen für Menschen, Eigentum und Infrastruktur gemeinsam im Blick behalten.
Regierungen und Katastrophenschutzbehörden können diese Informationen für verschiedene Entscheidungen nutzen. Dazu gehören die Vorpositionierung von Einsatzkräften und Ressourcen, die Priorisierung von Evakuierungen, die behördenübergreifende Koordination und die Begründung von Katastrophenerklärungen. Versorgungsunternehmen können Informationen über die Brandausbreitung und verifizierte Schäden nutzen, um Gefahren für das Stromnetz besser einzuschätzen und Einsätze zu priorisieren.
Versicherer können mit der Kombination aus früher Brandinformation und Schadensbewertung auf Gebäudeebene ihr Exposure-Monitoring, die Schadentriage, die Bildung von Rückstellungen und den Einsatz von Schadenregulierern verbessern. Die Lösung wurde gezielt dafür entwickelt, isolierte Arbeitsabläufe durch eine gemeinsame Ereigniszeitleiste und verifizierte Informationen entlang der gesamten Einsatzkette zu ersetzen.
Das Ergebnis sind kürzere Entscheidungszeiten. Die Vorpositionierung stützt sich nicht mehr auf eine geschätzte Bedrohung, sondern auf den verifizierten Brandort. Evakuierungen werden auf Grundlage der beobachteten Brandausbreitung angeordnet statt anhand von Modellvorhersagen. Schadensbewertungen für Katastrophenerklärungen liegen innerhalb von 24 Stunden vor statt erst nach Wochen.
Text: Redaktion / af













