Hilferuf aus Spanien: NRW-Waldbrandmodul bricht nach Zamora auf

Nach einem Hilferuf aus Spanien ist ein NRW-Waldbrandmodul mit 56 Einsatzkräften und 21 Fahrzeugen nach Zamora aufgebrochen. Es ist bereits der fünfte Auslandseinsatz des seit 2019 bestehenden Verbands.

NRW- und niedersächsische Einsatzkräfte unterstützen die Waldbrandbekämpfung in Spanien
NRW- und niedersächsische Einsatzkräfte unterstützen die Waldbrandbekämpfung in Spanien
Foto: pexels/ Özgür Sürmeli

NRW-Waldbrandmodul startet fünften Auslandseinsatz – diesmal nach Nordspanien

Ein Hilferuf aus Spanien, wenige Stunden Vorlauf, dann der Aufbruch: Feuerwehrleute aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen sind am Donnerstagmorgen als spezialisierte Waldbrandeinheit nach Spanien aufgebrochen, um die dortigen Einsatzkräfte im Kampf gegen die Flammen zu unterstützen.

Anforderung über EU-Katastrophenschutzverfahren

Ausgelöst wurde der Einsatz durch einen Hilferuf der spanischen Behörden am Mittwochabend im Rahmen des Europäischen Katastrophenschutzverfahrens. Deutschland reagierte darauf mit der Entsendung des von Nordrhein-Westfalen gemeldeten Waldbrandmoduls. Zwischen 8 und 8:30 Uhr setzte sich der Konvoi von Bonn aus in Bewegung.

56 Einsatzkräfte, 21 Fahrzeuge

Innerhalb weniger Stunden war aus dem Hilferuf ein einsatzbereiter Großverband geworden: 56 Einsatzkräfte und 21 Fahrzeuge machten sich auf den Weg nach Spanien. Neben haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrleuten sind auch die Johanniter-Unfall-Hilfe sowie Fachberater der auf Naturkatastrophen spezialisierten Hilfsorganisation @fire mit an Bord. Verstärkung kommt zudem aus Niedersachsen.

Für den Einsatz vor Ort ist der Verband komplett autark ausgerüstet – mit Verpflegung und Zelten für rund zwei Wochen. Dadurch kann die Einheit direkt nach Ankunft eigenständig tätig werden, ohne zunächst auf logistische Unterstützung der spanischen Kollegen angewiesen zu sein.

Ziel: Provinz Zamora in Nordwestspanien

Das Eintreffen der Einheit wird für Samstag in der nordwestspanischen Provinz Zamora erwartet. Welcher konkrete Auftrag die Kräfte dort erwartet, soll sich laut Bonner Feuerwehr erst vor Ort klären. Pressesprecher David Bormann beschrieb gegenüber des WDR kurz vor dem Aufbruch den Ablauf: „Das meiste ist vorgepackt, die Fahrzeuge sind vorbereitet, jede Einsatzkraft bekommt jetzt nochmal ein paar Stunden Schlaf, so dass es dann hoffentlich um acht Uhr losgehen kann in mehreren Etappen nach Nordspanien.“

Aus früheren Einsätzen in der Region kennt Bormann bereits die typischen Herausforderungen: „Das sind in der Regel Feuer, die man nicht direkt bekämpfen kann, sondern an geeigneten Stellen zum Halten bringen muss über Schutzstreifen und viel Nachlöscharbeiten.“ erklärt er gegenüber des WDR.

Erprobtes System seit 2019

Der Einsatz stützt sich auf ein Konzept, das seit einigen Jahren etabliert ist: Das Europäische Katastrophenschutzverfahren sieht sogenannte Waldbrandmodule vor, die im Bedarfsfall kurzfristig innerhalb der EU angefordert werden können. Nach Gesprächen mit dem NRW-Innenministerium ging das nordrhein-westfälische Waldbrandmodul 2019 an den Start. Dahinter steht ein Pool von 200 bis 250 Einsatzkräften, die regelmäßig gemeinsam trainieren und bereits mehrfach zusammen im Einsatz waren – für Bormann entsprechend „gewohntes Terrain“.

Offiziell zertifiziert wurde das Konzept im Mai 2023 nach einer erfolgreichen Übung in Portugal. Der aktuelle Einsatz in Spanien ist bereits der fünfte Auslandseinsatz des Moduls: Bereits im vergangenen Jahr waren NRW-Kräfte in Spanien im Einsatz, in diesem Jahr unterstützte das Modul zudem bereits in den Niederlanden.

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