Guardia Civil erhält siebtes Patrouillenboot der HS60

Die spanische Guardia Civil und deren Sicherung der spanischen Land- und Seegrenzen war in den vergangenen Tagen im Fokus der Öffentlichkeit. Grund war der Ansturm von Migranten auf die Enklaven Ceuta und Melilla. Am Ende musste die Guardia Civil beim Schutz durch die spanischen Streitkräfte unterstützt werden. Aber es zeigt einmal mehr, wie wichtig und vielseitig der Auftrag der Guardia Civil ist.

Grün lackiertes AISTER-Abfangboot der spanischen Guardia Civil bei hoher Geschwindigkeit vor einer hügeligen Küstenlandschaft
Das Patrouillenboot HS60 der spanischen Guardia Civil.
Foto: AISTER

Im Juli vermeldete der spanische Bootshersteller AISTER die Übergabe des siebte Patrouillenboot der HS60-Serie für die spanische Guardia Civil. Das Boot trägt den Namen „Río Odiel“ und ist wie gesagt, des siebten Patrouillendienstboot aus der HS60-Serie für den Seedienst der spanischen Guardia Civil (Grupo Servicio Marítimo (SEMAR)), abgeschlossen. Die SEMAR ist die maritime Spezialeinheit und Küstenwache der spanischen Guardia Civil. Sie wurde im Jahr 1991 gegründet und ist für polizeiliche, steuerliche und gerichtliche Aufgaben in den spanischen Hoheitsgewässern zuständig. Die Auslieferung der Patrouillenboote soll die Fähigkeiten der Einheit im Kampf gegen Drogenhandel und organisierte Kriminalität in den spanischen Gewässern stärken.

Vor der „Río Odiel“ wurde im Dezember 2025 bereits die „Río Antas“ übergeben und bereits voll in die Nutzung für Überwachungs- und Schutzmissionen entlang der Küste übernommen.

Die HS60-Serie hat sich als eine der bedeutendsten Entwicklungen im spanischen Schiffbau im Segment der Hochgeschwindigkeits-Patrouillenboote mit Schwerpunkt auf maritimer Sicherheit etabliert, so der Hersteller. Das Design soll vor allem Kombination aus Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit und Sicherheit vereinen, und hat schon nationale und internationale Auszeichnungen erhalten.

Das HS60 Patrouillenboot der Guardia Civil

Der AISTER HS60 Interceptor ist laut Hersteller sin Quantensprung in Sachen Hochgeschwindigkeitsleistung. Es handelt sich um ein Hochleistungs-Patrouillenboot aus Aluminium, das speziell für die spanische Guardia Civil entwickelt wurde. Es erreicht mit seinem Wasserstrahlantrieb Geschwindigkeiten von über 60 Knoten, und vereint außergewöhnliche Beschleunigung mit der Fähigkeit zu agilen Manövern bei hohen Geschwindigkeiten.

Die HS60 bietet herausragende Manövrierfähigkeit und Beschleunigung bei sehr hohen Geschwindigkeiten. So kann das Boot aus 55 Knoten innerhalb von zwei Bootslängen zum Stillstand kommen, und ihre kontrollierte Manövrierfähigkeit ermöglicht es ihr, Kurven mit einem Radius von weniger als zwei Bootslängen bei gleichbleibender Stabilität durchzuführen.

Mit einem 18,12 Meter langen und 4,50 Meter breiten Aluminiumrumpf verdrängt das Schiff etwas über 20 Tonnen. Es wird von zwei MAN V12-Innenbordmotoren mit je 1800 PS bei 2300 U/min angetrieben, die mit zwei Hamilton Jet HTX42-Wasserstrahlantrieben verbunden sind. Das Schiff verfügt über ZF-Getriebe des Typs 3055 mit einem Untersetzungsverhältnis von 1250:1. Die Zwangslüftung im Maschinenraum liefert über zwei Ventilatoren 21.000 m³/h Luft.

Die von Halyard maßgefertigte Abgasanlage ist vollständig nass. Das Schiff besitzt außerdem eine Schutzplattform am Heck für die Wasserstrahlantriebe.

Der Antrieb wird durch eine elektronische AVX-Steuerung der neuesten Generation mit doppelter Redundanzarchitektur geregelt. Die Bordstromversorgung erfolgt durch einen Fischer Panda-Einphasengenerator mit einer Leistung von bis zu 14 kW.

Rumpf, Deck und Schotten bestehen aus einer leichten und robusten Aluminiumlegierung. Dies verleiht dem Schiff eine Lebensdauer von über 20 Jahren und bietet hohe Widerstandsfähigkeit gegen Rammmanöver, die manche Schiffe bei einer Abfangaktion versuchen. Die Brücke bietet 360°-Rundumsicht und ist mit hochmodernen Aufprallschutzsitzen ausgestattet, die die Ermüdung reduzieren und die Besatzung bei längeren Hochgeschwindigkeitseinsätzen schützen sollen.

Die HS60 kann bis zu 12 Stunden im Patrouillenmodus auf See bleiben und hat eine Reichweite von über 400 Seemeilen. Ihre Reisegeschwindigkeit beträgt über 40 Knoten. Die Crew-Stärke wird mit 4 Polizisten angegeben.

Das Boot verfügt außerdem über eine Jet-Abschaltfunktion zur Rettung von Personen oder zur Bergung von Gegenständen aus dem Wasser sowie eine virtuelle Ankerfunktion. Außerdem ist es per Anhänger für den Straßentransport geeignet, und lässt sich so schnell an unterschiedliche Einsatzorte auch über den Landweg bringen. Dank des Humphree-Interceptor-Systems wechselt das Schiff innerhalb von nur 5 Sekunden vom Verdrängungs- in den Gleitmodus, ohne dabei die Sicht zu beeinträchtigen. Dies ermöglicht Patrouillenfahrten mit niedriger Geschwindigkeit und nutzt eine aktive Stabilisierungskontrolle.

In puncto Wartung hat es ein TBO (Time Between Overhaul, Zeit zwischen den Überholungen) von 5.000 Stunden und eine routinemäßige Motorwartung alle 500 Stunden. Die Motoren können innerhalb von nur 4 Stunden über die Wartungsluke ausgebaut werden, sodass ein Motorenwechsel an einem einzigen Tag abgeschlossen werden kann, so der Hersteller.

 

Text: Redaktion / af

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