Wenn das schnelle Geld lockt: Anlagebetrug im Internet

Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein warnte gemeinsam mit dem WEISSEN RING vor gefälschten Trading-Plattformen im Internet. Allein 2025 entstand durch Cybertrading-Fraud ein Schaden von mehr als 41 Millionen Euro – ein Anstieg von rund 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben finanziellen Verlusten leiden Betroffene häufig auch unter dem Verlust des Vertrauens in die eigene Urteilskraft.

LKA: Person analysiert Finanzdaten und Aktienkurse auf einem Apple iPhone und einem Laptop mit geöffnetem Diagramm vor Zimmerpflanzen
Symbolbild: Online-Trading auf einem Laptop
Foto: Pexels/Mikhail Nilov

Artikel: Cybertrading-Fraud – LKA Schleswig-Holstein warnt

Er scheint so nah, der Traum vom schnellen Geld durch eine vermeintlich lukrative Geldanlage über Trading-Plattformen im Internet. Das böse Erwachen folgt erst dann, wenn Anleger ihre angeblichen Gewinne einfordern: Das eingezahlte Geld ist weg – und mit ihm auch die falschen Anlageberater. Das LKA Schleswig-Holstein warnt erneut eindringlich vor Cybertrading-Fraud, einer Form des Internetbetrugs, bei der Kriminelle ihre „Kunden“ über professionell wirkende Internetseiten, soziale Netzwerke wie WhatsApp, Online-Werbung oder persönliche Kontakte mit dem Versprechen von hohen Renditen ködern. Was zunächst wie eine seriöse Investition aussieht, kann für Betroffene mit dem Verlust ihres gesamten Vermögens enden.

LKA registriert 2025 Schäden von mehr als 41 Millionen Euro

Allein im Jahr 2025 registrierte das LKA in Schleswig-Holstein im Zusammenhang mit Cybertrading-Fraud Schäden von insgesamt mehr als 41 Millionen Euro im In- und Ausland. Das entspricht einem Anstieg von rund 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Täter gehen dabei zunehmend professionell vor und setzen auch Künstliche Intelligenz ein, um potenzielle Anleger gezielt anzusprechen und zu immer höheren Einzahlungen zu bewegen. Darüber hinaus sind sie skrupellos und psychologisch geschult. „Das Leid der Geschädigten ist ihnen egal“, sagt Volker Willert, Leiter des Dezernats für Wirtschafts-, Korruptions- und Umweltkriminalität im LKA und ehrenamtlicher Opferberater beim WEISSEN RING.

So gehen die Täter vor

Hat das Opfer angebissen, nehmen die Täter — getarnt als erfahrene Anlage- und Vermögensberater — sofort Kontakt auf. Über eine von den Tätern betriebene Plattform wird den Kunden eine positive Entwicklung ihrer Anlage vorgespielt. Tatsächlich erfolgt jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Anlage des Geldes. „Neben ihren Vermögenswerten verlieren Opfer von Cybertrading-Betrug häufig auch das Vertrauen in ihre eigene Urteilskraft“, weiß Volker Willert aus seinen Beratungsgesprächen beim WEISSEN RING. Die Spirale aus Scham und Verzweiflung drängt viele in eine gefühlte Ausweglosigkeit. „Da geraten Menschen in Extremsituationen: Sie wollten ursprünglich etwas Sinnvolles machen, vielleicht auch für die Familie, und am Ende ist alles verloren.“

Unterstützung durch den WEISSEN RING

Der WEISSE RING bietet in solchen Fällen auch psychosoziale Unterstützung an. Menschlicher Beistand, Zeit und persönliche Betreuung spielen dabei eine große Rolle. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten, um zu stabilisieren und den Betroffenen zu helfen, in ihr Leben zurückzufinden.“, sagt Volker Willert. Dazu kann zum Beispiel die Vermittlung an Psychotherapeuten oder Rechtsanwälte gehören. Aber auch ganz praktische Hilfen wie Gutscheine für eine anwaltliche Erstberatung, Begleitung zur Polizei oder Überbrückung von akuten finanziellen Notlagen.

Gefahr erneuter Viktimisierung

Prävention ist ein weiterer wichtiger Baustein der Beratung, denn Geschädigte von Betrugstaten wie Cybertrading-Fraud sind nach den Erfahrungen von Polizei und WEISSEM RING gefährdet, ein weiteres Mal Opfer zu werden. Ihre Datensätze sind bereits in den Händen von Kriminellen und durch den emotionalen Ausnahmezustand sind sie besonders empfänglich für Druck und Manipulation. So wurde eine Geschädigte im südlichen Schleswig-Holstein nicht nur Opfer von Cybertrading-Betrügern, sondern händigte später auch noch falschen Polizeibeamten Bargeld und Schmuck aus.

Reden hilft, sagt Volker Willert – auch gegen Betrug: „Wenn man ein komisches Gefühl hat, sollte man erst einmal mit jemandem sprechen und keine einsamen Entscheidungen treffen!“ Darüber hinaus sei es wichtig, das Thema auch präventiv im Familien- oder Freundeskreis zu bewegen.

So können Sie sich schützen:

  • Seien Sie misstrauisch bei ungewöhnlich hohen Gewinnen mit wenig Einsatz.
  • Informieren Sie sich genau über die Trading-Plattformen, bevor Sie Geld überweisen, zum Beispiel über die Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Geben Sie keine sensiblen Daten heraus, z.B. Zugangsdaten zum Online-Banking oder zum Depot.

Quelle: LKA Schleswig-Holstein

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