Sommerkampagne Wohnungseinbruch 2026: Hessens Polizei zieht positive Bilanz
Die hessische Polizei hat mit der vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) koordinierten „Sommerkampagne Wohnungseinbruch 2026“ in den zurückliegenden Wochen ihre Maßnahmen gegen Wohnungseinbruch intensiviert. Die vom 29. Juni bis zum 7. August durchgeführte Kampagne war ein wesentlicher Bestandteil der hessischen Gesamtstrategie „Gemeinsam Sicher vor Diebstahl und Einbruch“. Im Fokus standen verstärkte Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen sowie zahlreiche Präventionsangebote. Insgesamt wurden landesweit 470 Einsätze mit rund 1.440 Einsatzkräften durchgeführt.
Landesweite Kontrollen mit rund 1.440 Einsatzkräften
Während der Sommerkampagne führten die hessischen Polizeipräsidien insgesamt 6.047 Personen- und Fahrzeugkontrollen durch, hinzu kamen 122 Durchsuchungen, 22 Sicherstellungen und 28 Platzverweise. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf mobilen und stationären Kontrollen, insbesondere an Bundesautobahnen und auf überregionalen Reisewegen.
Daniel Muth, Präsident des Hessischen Landeskriminalamts, betont: „Die Bilanz unserer Sommerkampagne zeigt, dass wir Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) mit einem breiten Maßnahmenpaket konsequent bekämpfen. Mit mehr als 6.000 Personen- und Fahrzeugkontrollen haben die hessischen Polizeipräsidien insbesondere Reisewege und mögliche Tatgelegenheiten gezielt kontrolliert und dabei wichtige Erkenntnisse zu Täterstrukturen gewonnen. Gleichzeitig bleibt die Aufmerksamkeit der Bevölkerung ein wichtiger Baustein: Hinweise aus der Bevölkerung können entscheidend dazu beitragen, verdächtige Personen oder Situationen frühzeitig zu erkennen und Straftaten aufzuklären. Deshalb verbinden wir auch künftig konsequente polizeiliche Maßnahmen mit gezielter Präventionsarbeit und dem Einsatz moderner Technik.“
Ermittlungserfolge und Festnahmen
Die Maßnahmen resultierten in konkreten Ermittlungserfolgen und neuen Erkenntnissen zu Tätergruppierungen. Bei Kontrollen von An- und Verkaufsgeschäften stellten die Einsatzkräfte unter anderem eine hochwertige Uhr sicher, die einem Wohnungseinbruch zugeordnet werden konnte, sowie weitere entwendete Elektronikartikel, Schmuck und Fahrräder. Erkenntnisse zu aktiven örtlichen Tätern wurden innerhalb der Polizei weitergegeben und führten unter anderem zur Festnahme eines Tatverdächtigen, dem mehrere Einbruch- und Fahrraddiebstähle zur Last gelegt werden.
Auch überregional agierende Täter standen im Fokus: Durch den Hinweis eines Zeugen konnte ein überregional agierender Tatverdächtiger identifiziert werden. In der Folge wurde dieser gemeinsam mit einem weiteren Tatverdächtigen bei einem Wohnungseinbruch auf frischer Tat festgestellt und festgenommen. Unabhängig vom Thema WED mündeten die Anstrengungen zusätzlich in der vorläufigen Festnahme einer Person und in der Vollstreckung eines Haftbefehls.
Prävention als zweite Säule
Neben den repressiven Maßnahmen setzte die hessische Polizei auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf die Präventionsarbeit, sowohl online als auch in Präsenz. Die Fachberaterinnen und Fachberater der kriminalpolizeilichen Prävention führten landesweit 63 WED-Präventionsstreifen und 56 individuelle Beratungen durch, bei denen gefährdete Objekte in den Blick genommen und Bürgerinnen und Bürger individuell zu Einbruchschutz beraten wurden. Hinzu kamen sieben Informations- und Messestände sowie fünf Vorträge beziehungsweise weitere Präventionsveranstaltungen. Insgesamt wurden bei den verschiedenen Maßnahmen 782 Bürgergespräche mit Bezug zum Thema WED geführt, in denen unter anderem über die Sicherung von Türen und Fenstern sowie weitere Schutzmaßnahmen für das eigene Zuhause informiert wurde.
Unterstützt wurden die Einsatzmaßnahmen durch moderne Analyse- und Geoinformationssysteme der hessischen Polizei. Über spezielle Anwendungen konnten die Einsatzkräfte aktuelle Erkenntnisse zu Wohnungseinbruchdiebstählen abrufen und für lageangepasste Maßnahmen nutzen – die Systeme unterstützen insbesondere bei der Analyse von Tatserien, der Identifizierung von Schwerpunkträumen und der gezielten Steuerung polizeilicher Maßnahmen. Flankiert wurde die Sommerkampagne zudem durch eine umfangreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit über die Social-Media-Kanäle der hessischen Polizei.
Fallzahlen: Wohnungseinbruch seit 2022 wieder gestiegen
Mit der Aufhebung der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung, den sich somit wieder vermehrt bietenden Tatgelegenheiten und einer größeren Anzahl reisender Täter wurde bereits ab dem Jahr 2022 eine Erhöhung der zuvor sehr geringen Fallzahlen im Bereich WED festgestellt. Nach insgesamt 5.867 registrierten Delikten in 2024 wurden im vergangenen Jahr 6.777 Fälle registriert (+910 Fälle, +15,5 Prozent), von denen 43 Prozent im Versuchsstadium verblieben. In der Gesamtschau hat sich die Anzahl der erfassten Wohnungseinbrüche im Zehn-Jahres-Vergleich in Hessen beinahe halbiert (2015: 11.595 erfasste Fälle).
Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!
Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:







