Viele Menschen glauben, KI-Fakes im Netz sicher erkennen zu können, doch kaum jemand prüft genau. Wie groß ist also das Risiko, auf KI-Betrug im Netz zu stoßen, wirklich? Die Ergebnisse des Cybersicherheitsmonitor 2026 liefern erschreckende Zahlen.
Der Cybersicherheitsmonitor des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik & der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes ist ein Befragungsprojekt, welches sich seit 2019 mit dem Informations- und Schutzverhalten der Bevölkerung und ihrer Betroffenheit durch Cyberkriminalität auseinandersetzt.
Dazu werden jährlich über 3000 Menschen ab 16 Jahren befragt, die in einem deutschen Haushalt leben und über einen privaten Internetanschluss verfügen. Der diesjährige Fokus liegt auf den Themen Online-Betrug & Künstliche Intelligenz.
Zu selbstsicher im Netz?
Die aktuellen Zahlen des Cybersicherheitsmonitors 2026 zeigen, dass das Risikobewusstsein der Befragten gegenüber KI-Betrug noch ausbaufähig ist. Dabei gaben 28 Prozent der Teilnehmenden an, Bilder genau zu prüfen, nur 19 Prozent befassen sich mit den Quellen. Dagegen sagten 32 Prozent der Befragten aus, sich gar nicht mit Maßnahmen zur Erkennung KI-generierter Inhalte zu beschäftigen.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner betont die alltägliche Gefahr durch KI-generierte Inhalte im Netz und plädiert für die Fähigkeit, diese Bedrohung erkennen zu können: „Um Risiken und Falschinformationen zu identifizieren, ist es daher unverzichtbar, zu erkennen, welche Inhalte, Beiträge und Darstellungen in der Online-Welt KI-generiert sind.“ An dieser Stelle soll der digitale Verbraucherschutz des BSI unterstützen.
Das Ziel sei es, Verbrauchern Orientierung zu bieten und für Risiken zu sensibilisieren. Wichtig dafür ist das Verständnis dazu, welche Möglichkeiten KI bietet und welche Maßnahmen zur Prävention gegenüber Cyberbetrug ergriffen werden können.
Zu gut, um wahr zu sein? Neue Muster in der Cyberkriminalität
Dr. Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin und Vorsitzende des ProPK, erwähnt das sogenannte „Cybertrading-Fraud“ als eine aktuell gängige Masche von Betrügern. Kriminelle versprechen ihren Opfern auf den ersten Blick schnelle Gewinne und hohe Renditen beim Online-Trading.
Hier kommt die KI zum Einsatz: Mithilfe dieser erstellen sie häufig Videos, in denen „Prominente“ augenscheinlich für lukrative Anlagemöglichkeiten werben. Hier sollte laut Hinz geprüft werden, ob das Angebot überhaupt realistisch sein kann.
Der Wissensstand zum Thema Cyberbetrug unter den Befragten weist ebenfalls enorme Lücken auf. Ein großes Problem ist dabei die Unterschätzung von technischen Möglichkeiten.
Nur 38 Prozent der Befragten halten es für möglich, dass Kriminelle fähig sind, KI-Systeme zu manipulieren, um an sensible Daten ihrer Opfer zu kommen. Auch das Vorkommen unsichtbarer Anweisungen für KI-Systeme in Dokumenten halten nur 40 Prozent der Befragten für möglich. Beide Szenarien sind jedoch gängige Methoden in der Cyberkriminalität.
Verbraucherschutz an erster Stelle
Zur Information, wie sich Verbraucher am besten schützen können, sind auf der Seite des BSI in Form einer Checkliste Hinweise zu finden. Präventive Maßnahmen, die Verbraucher anwenden können, sind zum Beispiel eine genaue Überprüfung von Quellen und Bildern auf Schatten oder weitere Details.
Zusätzlich bieten das ProPK sowie weitere Kooperationspartner Informationen zum Online-Anlagebetrug sowie zum Betrug beim Online-Banking an. Zudem sind beim BSI und dem ProPK weitere Studien zum Thema „Online-Betrug & Künstliche Intelligenz“ zu finden.
Im Hinblick auf die technische Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz und damit auch den Anstieg von Missbrauchsfällen gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. Verbraucher sind dazu aufgerufen, sich im Interesse ihrer eigenen Sicherheit zu informieren, denn diese hängt stark vom eigenen Nutzerverhalten ab.
Am 11. Mai 2026 folgt die Veröffentlichung der Ergebnisse der Hauptbefragung, die sich mit der Betroffenheit und dem Schutzverhalten der Bevölkerung beschäftigt.
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