Nach drei Jahren Forschung, Entwicklung und Praxistests präsentierte das europäische Projekt SYNERGISE am 15. Oktober in Berlin seine Ergebnisse. Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) koordinierte das Projekt und brachte Anforderungen aus der Einsatzpraxis in die Entwicklung ein.
Wie können Einsatzkräfte Gefahren schneller erkennen, die Lage vor Ort besser einschätzen und die richtigen Entscheidungen treffen? Antworten darauf liefert das europäische Forschungsprojekt SYNERGISE. Nach drei Jahren Arbeit präsentierte das Projektkonsortium am vergangenen Donnerstag auf dem Testgelände der Polizei in Berlin das Zusammenspiel der entwickelten Technologien. Das THW koordinierte das Forschungsvorhaben federführend und brachte seine praktische Erfahrung aus dem Bevölkerungsschutz ein.
Technologien für eine bessere Lageerkundung
SYNERGISE vereint Robotik, Drohnen, Sensorik, Ortung, tragbare Technologien und digitale Anwendungen in einem gemeinsamen System. Roboter können Bereiche erkunden, bevor Menschen sie betreten. Sensoren erfassen Umweltgefahren und Informationen über die körperlichen Belastungen von Einsatzkräften. Ortungstechnologien bestimmen ihre Position auch innerhalb von Gebäuden auch ohne GPS-Empfang. Die dabei gewonnenen Informationen werden zusammengeführt und sind dann für Einsatzkräfte und Einsatzleitung nutzbar.
Ziel des Projekts war es, Einsatzkräfte bei Katastrophen und Krisensituationen durch technologische Lösungen bestmöglich zu unterstützen. Insbesondere unter schwierigen Einsatzbedingungen können eine verbesserte Kommunikation, eine präzisere Lokalisierung und die Verfügbarkeit von Echtzeitdaten dazu beitragen, Einsätze besser zu koordinieren, Entscheidungen schneller zu treffen und Menschenleben zu retten.
THW bringt Anforderungen aus der Einsatzpraxis ein
Um sicherzustellen, dass die entwickelten Lösungen den Anforderungen im Zivil- und Katastrophenschutz gerecht werden, brachte das THW seine fachliche Expertise in das Projekt ein. Gemeinsam mit Rettungsteams aus Polen, Griechenland und Schweden definierte es relevante Einsatzszenarien, identifizierte konkrete Anwendungsfälle und formulierte Anforderungen aus der Perspektive der Einsatzkräfte. In praxisnahen Feldtests wurden die Technologien erprobt und hinsichtlich ihrer Eignung in Einsatzsituationen bewertet. Ehrenamtliches Engagement spielte dabei eine wichtige Rolle, da während der Projektlaufzeit von über drei Jahren rund 4.000 Stunden Projektmitarbeit von THW-Einsatzkräften zusammenkamen.













