Die „Woche der Wiederbelebung“ vom 21.-27.09. rückte in diesem Jahr die Unsicherheiten potenzieller Ersthelfender in den Mittelpunkt. In Schleswig-Holstein leistet laut UKSH nur etwa jeder Zweite bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand Erste Hilfe. Die Saving-Live-App des ASB zählt inzwischen 45.000 Registrierte.

Woche der Wiederbelebung: Nur jeder Zweite leistet Erste Hilfe
Wenn Herz und Kreislauf plötzlich stillstehen, steigt die Überlebenschance, wenn jemand schnell Erste Hilfe leistet. Darauf macht jedes Jahr im September die „Woche der Wiederbelebung“ aufmerksam. Wie der NDR berichtet, geht es dabei um die Bedeutung der Reanimation durch Laien.
„Etwa 4.100 Mal pro Jahr erleidet ein Mensch in Schleswig-Holstein einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb einer Klinik“, sagt Professor Jan-Thorsten Gräsner, Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin am UKSH. Ungefähr jeder Zweite bekomme dabei die überlebenswichtige Erste Hilfe, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft. Diese Quote soll nach dem Wunsch von Gräsner deutlich steigen.
Fokus auf Unsicherheiten der Ersthelfenden
Der Schwerpunkt der „Woche der Wiederbelebung“ liegt in diesem Jahr auf den Unsicherheiten, die potenzielle Ersthelfende von der Reanimation abhalten. Die Veranstalter, die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e. V. (BDA), wollen Fragen beantworten wie: „Kann ich bei der Herzdruckmassage Rippen verletzen?“, „Muss ich beatmen?“ und „Ist mein Erste-Hilfe-Zertifikat veraltet?“.
Laut Gräsner ist die Zahl der Wiederbelebungen durch Ersthelfende in Schleswig-Holstein in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Die Teilnehmerzahlen in den Erste-Hilfe-Kursen stagnieren jedoch, wie zum Beispiel beim DRK und beim ASB. Deshalb soll während der Aktionswoche etwa an Schulen gezeigt werden, wie jeder Leben retten kann.
Gräsner fordert „eine verbindliche Etablierung von Wiederbelebungskursen in allen Schulen“, ähnlich wie in Skandinavien. Dort liegt die Ersthelfendenquote laut DGAI bei über 70 Prozent.
Alarmierung per Smartphone
Als schleswig-holsteinische Erfolgsgeschichte nennt der NDR die Saving-Live-App des ASB. Das Erste-Hilfe-System ist mit allen sechs Rettungsleitstellen in Schleswig-Holstein verbunden. Registrieren kann sich jeder, der einen gültigen Erste-Hilfe-Schein hat. Inzwischen hätten das 45.000 Menschen getan, sagt Wolfgang Mainz vom ASB Regionalverband Kiel und Rendsburg-Eckernförde. Mainz ist Projektleiter der App. Monatlich kämen 250 bis 400 neue Registrierungen dazu.
Passiert ein medizinischer Notfall, werden Ersthelfende, die sich gerade in der Nähe aufhalten, über ihr Smartphone alarmiert. Dank der App seien ausgebildete Ersthelfende schon nach rund drei Minuten beim Patienten, so Mainz. Der Rettungswagen brauche mindestens zehn Minuten.
Ein weiterer Vorteil: Alarmierte Laien fühlen sich sicherer. „Wir informieren drei bis fünf Helfende im direkten Umkreis. Das heißt, ich bin im Regelfall nicht allein als Ersthelfender, sondern es kommt weitere Hilfe, die dann auch unterstützen kann“, erklärt Mainz. Sein Fazit: „In der Ersten Hilfe kann man nichts falsch machen – nur Nichtstun ist falsch.“
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