Das Innenministerium Brandenburg hat den „Extremographen“ aktualisiert und neu aufgelegt. Die Karte bildet extremistische Strukturen im Land ab und zeigt ihre räumliche Verteilung. Sie steht als A0-Plakat und digital zur Verfügung.

Verfassungsschutz Brandenburg legt „Extremograph“ neu auf
Das Innenministerium Brandenburg hat seine Karte extremistischer Strukturen im Land aktualisiert. Das Plakat steht als A0-Druck und digital zur Verfügung und bündelt Daten des Verfassungsschutzes auf regionaler Ebene.
Das Innenministerium Brandenburg hat den „Extremographen“ aktualisiert und neu aufgelegt. Das Plakat bildet nach Angaben des Ministeriums extremistische Strukturen im Land ab und zeigt ihre räumliche Verteilung sowie die einzelnen Phänomenbereiche. Gedacht ist es für Infostände und den Unterricht, in digitaler Form lässt es sich zudem auf dem Smartphone abrufen.
Regionale Daten des Verfassungsschutzes
Die Daten des Verfassungsschutzes Brandenburg sind dafür auf die regionale Ebene heruntergebrochen. Die Karte erfasst im Bereich Rechtsextremismus unter anderem von Rechtsextremisten genutzte Immobilien, „Freie Kräfte“, Bands und Liedermacher, „Bruderschaften“ sowie Kampfsportgruppen. In der Kartenlegende sind laut Karte unter der Überschrift „Rechtsextremistische Parteien“ die Stützpunkte der Partei Der Dritte Weg sowie die Kreisverbände der AfD und der Partei „Die Heimat“ (bis 2023 NPD) aufgeführt. Dargestellt ist außerdem die Verbreitung von „Reichsbürgern und Selbstverwaltern“. Hinzu kommen Aktivitäten linksextremistischer und islamistischer Gruppen. Legenden erläutern die Entwicklung politisch motivierter Gewaltstraftaten und extremistischer Personenpotenziale.
Extremograph: Zahlen aus der Karte
Im Einzelnen nennt der Extremograph unter anderem folgende Größenordnungen:
- Rechtsextremismus: Die Karte verzeichnet 15 rechtsextremistisch genutzte Immobilien, darunter drei Szeneobjekte in Cottbus. Den „Bruderschaften“ ordnet sie etwa 85 Personen in sieben Gruppen zu, den Kampfsportgruppen etwa 120 Personen in zwei Gruppen. Die „Freien Kräfte“ in Neuruppin und im Osthavelland beziffert sie auf etwa 15 Personen, die Anastasia-Bewegung auf etwa 30 bis 50 Personen.
- „Reichsbürger und Selbstverwalter“: Hier nennt die Karte etwa 650 Personen. Das „Königreich Deutschland“ ist seit dem 13. Mai 2025 verboten.
- Linksextremismus: Die Karte des Extremograph führt etwa 220 Personen bei den Autonomen, etwa 450 bei den Ortsgruppen der Roten Hilfe und etwa 80 bei dogmatischen Gruppierungen auf.
- Auslandsbezogener Extremismus und Islamismus: Für auslandsbezogene extremistische Gruppierungen nennt die Karte insgesamt etwa 80 Personen. Bei den islamistischen Strukturen verzeichnet sie unter anderem die Tablighi Jamaat in Rathenow.
Für politisch motivierte Gewalt weist die Karte des Extremograph insgesamt 228 Fälle aus. Nach der Aufschlüsselung nach Landkreisen entfallen darauf 145 Fälle auf rechts, 34 auf links, 11 auf ausländische und 4 auf religiöse Ideologie sowie 34 auf die Kategorie „sonstige Zuordnung“. Die regionale Verteilung ist in der Karte nach Landkreisen und kreisfreien Städten aufgeschlüsselt.
Minister: Wissen öffentlich machen
Innenminister Dr. Jan Redmann sagte laut Mitteilung: „Nur wer die Strukturen vor Ort kennt, kann den Feinden unserer Demokratie wirksam entgegentreten.“ Das Wissen öffentlich zu machen, sei ein wichtiger Teil des Frühwarnsystems des Landes.
Der Verfassungsschutz Brandenburg leistet nach Angaben des Ministeriums kontinuierlich Aufklärungsarbeit, hält Vorträge und nimmt an Diskussionen teil. Im Jahr 2025 waren es 145 Vorträge mit rund 7.800 Teilnehmern aus allen Bereichen der Gesellschaft.
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