Mit einem 200.000-Euro-Simulator können Beamte künftig gefährliche Szenarien wie Rotlicht-Kreuzungen virtuell üben – ganz ohne reales Unfallrisiko.
Roman Poseck: „Mit dem Einsatz modernster Simulationstechnik schaffen wir die Möglichkeit, kritische Szenarien realitätsnah zu trainieren, ohne dabei reale Risiken einzugehen.“
Modernste Simulationstechnik
Die Hessische Polizei geht einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung moderner, innovativer und zugleich sicherer Polizeiarbeit: Mit der Einführung eines hochmodernen Einsatzfahrtsimulators wird die Ausbildung von Einsatzkräften im Bereich der sogenannten Sonder- und Wegerechte grundlegend weiterentwickelt.
Einsatzfahrten unter diesen Bedingungen stellen seit jeher eine besondere Herausforderung dar und sind mit einem erhöhten Unfallrisiko für Polizeibedienstete sowie für andere Verkehrsteilnehmende verbunden.
Ziel der neuen Simulationstechnik ist es daher, die Sicherheit im Einsatz nachhaltig zu erhöhen und die Ausbildung auf ein neues Qualitätsniveau zu heben.
Simulationstechnik für mehr Sicherheit von Beamten
Innenminister Roman Poseck erklärte: „Die Sicherheit unserer Polizeibeamten hat für uns oberste Priorität. Einsatzfahrten zählen zu den gefährlichsten Situationen im Dienstalltag. Mit dem Einsatz modernster Simulationstechnik schaffen wir die Möglichkeit, kritische Szenarien realitätsnah zu trainieren, ohne dabei reale Risiken einzugehen. (…) Die wissenschaftsbasierte Software ermöglicht eine Vielzahl vorprogrammierter sowie individuell zusammenstellbarer Szenarien. Ergänzt wird dies durch moderne Virtual Reality Technologie, die ein besonders intensives Trainingserlebnis gewährleistet. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der nachhaltigen Verbesserung der Verkehrssicherheit. Durch eine intensivere und praxisnähere Aus- und Fortbildung sollen Unfallzahlen weiter gesenkt und das Verletzungsrisiko sowohl für Polizeikräfte als auch für unbeteiligte Dritte reduziert werden.“
Das Ziel dabei sei, die Risiken für alle Beteiligten so weit wie möglich zu minimieren. Der Einsatzfahrtsimulator ermögliche, gefährliche Situationen gezielt zu trainieren, Fehlerquellen zu analysieren und sich optimal auf Einsätze vorzubereiten. Langfristig würden zudem auch die erheblichen Kosten durch Unfallschäden reduziert, so Poseck.
Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus unterstrich: „In Hessen wird die Digitalisierung ressortübergreifend und ganzheitlich vorangetrieben. Ein Beispiel dafür ist die aus unserem Digitalbudget geförderte Einführung eines modernen Einsatzfahrtsimulators. Das Projekt verdeutlicht, wie digitale Innovationen genutzt werden, um Sicherheit und Ausbildung nachhaltig zu verbessern.“
Die Kosten für die Schadensregulierung von Dienstfahrzeugen der Polizei Hessen lagen im Jahr 2025 bei knapp 3,7 Millionen Euro und damit unter dem Niveau des Vorjahres. Die Investition in moderne Ausbildungstechnologien zahlt sich somit nicht nur in erhöhter Sicherheit, sondern auch wirtschaftlich aus.
Zukünftige Aus- und Fortbildungsangebote
Auch die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt einen positiven Trend. Sowohl die Zahl der Unfallopfer bei der Polizei als auch bei Dritten ist rückläufig. Dieser Erfolg soll durch den gezielten Einsatz moderner Ausbildungsmethoden weiter ausgebaut werden.
Der Einsatzfahrtsimulator wird künftig an den Fahrtrainingszentren in Hünstetten und Calden eingesetzt. Dort lässt sich die Ausbildung optimal mit bestehenden Fahr und Sicherheitstrainings verzahnen. Neben der Integration in das Studium der hessischen Polizei wird die Technik auch in der Ausbildung der Wachpolizei sowie der kommunalen Hilfspolizei genutzt.
Darüber hinaus ist der Einsatz im Fortbildungsangebot für die gesamte Polizei Hessen vorgesehen und perspektivisch auch für weitere Bedarfsträger des Innenressorts denkbar. Ein besonderer Mehrwert ergibt sich aus der geplanten Nutzung des Simulators zu Forschungszwecken.
Weitere Investitionen vorgesehen
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Trainingsprogramme einfließen, um die Realitätsnähe und Wirksamkeit der Ausbildung weiter zu steigern.
Die Gesamtkosten für die Beschaffung des Einsatzfahrtsimulators belaufen sich auf etwa 200.000 Euro einschließlich eines Wartungsvertrags über vier Jahre. Mit dieser Investition unterstreicht die Hessische Polizei ihren Anspruch, Innovation und Sicherheit konsequent miteinander zu verbinden zum Schutz der eigenen Einsatzkräfte und aller Bürger.
Quelle: Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz
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