Resilience Index 2026: Krisenbelastung im Alltag nimmt zu
Energiekrisen, Extremwetter, wirtschaftliche Unsicherheiten und geopolitische Spannungen prägen zunehmend den Alltag. Dies bedeutet zunehmend eine große Belastung für die Menschen – insbesondere Rettungskräfte sind stark betroffen. Dazu untersucht der Resilience Index 2026, wie resilient Deutschland aus Sicht der Bevölkerung tatsächlich ist.
Die Organisationen Sicherheitsdialog e.V., FGS Global und die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen befragten dazu im Zeitraum von Februar bis März 2026 insgesamt 2.016 Personen aus der Bevölkerung, 501 Führungskräfte sowie 152 Personen aus Blaulichtorganisationen dazu, wie sie Unsicherheiten im Alltag erleben und wahrnehmen.
Die Ergebnisse zeigen: Rund 35 Prozent der Bevölkerung gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten persönlich von Krisen oder externen Schocks betroffen gewesen zu sein. Besonders betroffen fühlen sich Menschen zwischen 18 und 34 Jahren. Hier liegt der Anteil bei 53 Prozent. Auch Beschäftigte in Blaulichtorganisationen und Führungskräfte berichten überdurchschnittlich häufig von Betroffenheit.
Besonders häufig genannte Krisen im Resilience Index 2026 sind Stromausfälle oder Energieunterbrechungen mit 44 Prozent sowie Extremwetter mit 37 Prozent. Am seltensten genannt wurden Cybervorfälle mit 15 Prozent. Dazwischen bewegen sich Gesundheitskrisen oder Pandemien, Wirtschafts- oder Finanzkrisen sowie persönliche Kriminalitätserfahrungen. Resilienz ist damit nicht mehr nur mit klassischen Katastrophenszenarien verbunden, sondern zunehmend auch mit alltäglichen Belastungen.
Wahrnehmung sinkender Resilienz in Deutschland
Deutschland wird dabei als weniger resilient wahrgenommen als früher. Auf die Frage, ob sich Deutschland in den letzten drei Jahren resilient gezeigt hat, stimmten nur 35 Prozent zu. 47 Prozent der Befragten bewerteten Deutschland vor 25 beziehungsweise vor 50 Jahren als resilient. Auch auf lokaler beziehungsweise bundesweiter Ebene zeigen sich Unterschiede.
Laut der Befragungen für den Resilience Index 2026 liegt die Resilienz auf bundesweiter Ebene bei 27 Prozent. Im eigenen Bundesland schätzten die Befragten sie auf 39 Prozent. Besonders positiv wird sie in der eigenen Stadt oder Gemeinde bewertet. Hier schätzten die Befragten die Resilienz auf 44 Prozent. Die Menschen vertrauen damit stärker auf unmittelbare Strukturen als auf die nationale Krisenfähigkeit. Auch die Verantwortung für die Förderung von Resilienz wird an unterschiedlichen Stellen gesehen.
58 Prozent sehen laut Resilience Index 2026 die Bundesregierung in der Pflicht, Resilienz stärker zu fördern. 47 Prozent nennen die Landesregierung und weitere 37 Prozent die Kommunen als verantwortliche Stellen. Etwa 30 Prozent sehen sich selbst in der Verantwortung. Auch die Vorbereitung auf mögliche Krisen ist laut den Angaben ausbaufähig. Rund 54 Prozent bewerten ihre eigene Krisenvorbereitung als neutral oder schlecht. Weitere 42 Prozent sind unsicher, ob sie eine unerwartete Krise bewältigen könnten.
Großer Bedarf an besserer Vorbereitung und Unterstützung
Gleichzeitig haben einzelne Personen bereits erste Maßnahmen getroffen, etwa das Lagern von Vorräten, die Vorsorge für Heizungsausfälle sowie die Verfügbarkeit von Notstrom- oder Kommunikationsmitteln. Die wenigsten der Befragten fühlen sich auf Wasser- oder Infrastrukturausfälle vorbereitet. An dieser Stelle stellt sich die Frage, was Menschen brauchen, um sich besser vorbereitet zu fühlen und in Krisensituationen besser handeln zu können. Hier fordern 48 Prozent der Befragten finanzielle oder materielle Unterstützung sowie praktische Vorsorgehilfen. Weitere 47 Prozent wünschen sich mehr Information und Beratung.
Der Resilience Index 2026 zeigt, dass Deutschland vor einer doppelten Herausforderung steht: Einerseits wächst das Bewusstsein für Krisen und Unsicherheiten, andererseits fehlt vielen Menschen das Gefühl, ausreichend vorbereitet zu sein. Die Ergebnisse legen nahe, dass Resilienz künftig stärker als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden muss – mit klaren Verantwortlichkeiten in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
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