PSync vernetzt Hilfe: So wird psychosoziale Notfallversorgung im Krisenfall effizienter

PSync verbessert die psychosoziale Notfallversorgung in Großschadenslagen durch bessere Vernetzung, klare Zuständigkeiten und digitale Unterstützung. Ziel ist ein koordiniertes, belastbares Hilfeleistungssystem für Betroffene und Einsatzkräfte.

PSync: Die Seelsorge ist für Betroffene Menschen aber auch für geschulte Einsatzkräfte besonders wichtig.
Die Seelsorge ist für Betroffene Menschen aber auch für geschulte Einsatzkräfte besonders wichtig.
Foto: Symbolbild KI-generiert

Herausforderungen in Großschadenslagen

Großschadenslagen stellen das psychosoziale Hilfeleistungssystem vor besondere Herausforderungen. Nach Extremwetterereignissen, Unglücken oder Anschlägen benötigen sowohl Betroffene als auch Einsatzkräfte Unterstützung, um psychische Belastungen zu stabilisieren und langfristige Folgen zu reduzieren. Gerade in überregionalen Schadenslagen zeigen sich jedoch häufig Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit der beteiligten Akteure.

Wenn Zuständigkeiten unklar sind

Oft sind Zuständigkeiten und Abläufe nicht eindeutig geregelt. Darüber hinaus fehlen koordinierte Übergaben zwischen den verschiedenen Organisationen und Fachstellen. Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) nimmt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle ein, da sie die Verbindung zwischen der unmittelbaren Akuthilfe und einer längerfristigen Unterstützung herstellt. Bleiben Zuständigkeiten und Rollen unklar, können Brüche und Doppelungen in der Versorgung entstehen. Dies kann dazu führen, dass Betroffene mehrfach betreut werden, andere hingegen keine ausreichende Unterstützung erhalten. Auch Einsatzkräfte können dadurch mit ihren Belastungen allein bleiben.

PSync als Antwort auf Koordinationsdefizite

An dieser Stelle setzt das Projekt „Psychosoziale Notfallversorgung: Synchronisations- und Koordinationsplattform“ (PSync) an. Das Vorhaben wird in einem Verbund des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Bergischen Universität Wuppertal durchgeführt. Die Projektlaufzeit erstreckt sich von September 2025 bis August 2027.

Vernetzung für eine wirksame psychosoziale Versorgung

Ziel des Projekts ist es, Akteure der psychosozialen Hilfe stärker miteinander zu vernetzen, Zuständigkeiten zu klären und Instrumente für eine verbesserte Zusammenarbeit zu entwickeln. Auf diese Weise soll ein handlungsfähiges psychosoziales Hilfeleistungssystem geschaffen werden, das koordiniert und wirksam agieren kann. Gleichzeitig möchte das Projekt einen Beitrag zur gesellschaftlichen Resilienz leisten.

Transparenz durch digitale Strukturen

Zur Erreichung dieser Ziele analysiert und präzisiert PSync zentrale Schnittstellen zwischen Hilfsorganisationen, Netzwerken und Fachstellen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der transparenten Darstellung von Zuständigkeiten und Kompetenzen in einem webbasierten Informationssystem. Dadurch sollen relevante Informationen leichter zugänglich und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure unterstützt werden.

Die gesamte Versorgungskette im Blick

Darüber hinaus erfasst das Projekt erstmals die unterschiedlichen Akteursgruppen entlang der gesamten Versorgungskette systematisch und macht diese sichtbar. Berücksichtigt werden dabei die akute, die mittelfristige sowie die langfristige psychosoziale Versorgung. Die systematische Darstellung dieser Strukturen soll dazu beitragen, bestehende Abläufe besser nachvollziehen und koordinieren zu können.

Praxisnahe Unterstützung für den Einsatz

Neben der Analyse und Vernetzung entwickelt PSync auch praxisorientierte Instrumente für den Einsatz. Dazu gehören eine Webinarreihe, kollegiale Fallberatungen, Rahmenempfehlungen sowie Checklisten für Großschadenslagen. Diese Angebote sollen die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure unterstützen und die Handlungssicherheit in komplexen Einsatzsituationen stärken.

Beitrag zu einer resilienten Krisenbewältigung

Mit seinem Ansatz verfolgt PSync das Ziel, die psychosoziale Hilfe in Großschadenslagen besser zu koordinieren und bestehende Strukturen transparenter zu gestalten. Durch die Vernetzung relevanter Akteure, die Klärung von Zuständigkeiten und die Entwicklung praxisnaher Unterstützungsinstrumente möchte das Projekt dazu beitragen, die psychosoziale Versorgung in Krisen- und Schadenslagen nachhaltig zu stärken.

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