BKS-Portal RLP: Workshop 2026 zur Weiterentwicklung der Digitalplattform

Lena BerghoffLena Berghoff

Rund 150 Einsatzkräfte und Verwaltungsmitarbeitende kamen in Landau zusammen, um die zentrale Digitalplattform für den Brand- und Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz weiterzuentwickeln. Im Fokus standen Verwaltungsoptimierung, digitale Ausbildung, der Einsatzbetrieb und der strategische Ausblick auf KI-Anwendungen. Mit rund 40.000 Nutzenden gilt das BKS-Portal bundesweit als Alleinstellungsmerkmal.

BKS: Gruppenfoto von Einsatzkräften der LFbK Rheinland-Pfalz vor einem Löschfahrzeug und einem roten Ford Ranger Einsatzfahrzeug
Rund 150 Einsatzkräfte aus Rheinland-Pfalz kamen zum BKS-Portal Workshop auf dem Campus der RPTU in Landau zusammen.
Foto: Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz

BKS-Portal RLP Workshop 2026: Rund 150 Einsatzkräfte diskutieren Weiterentwicklung der zentralen Digitalplattform

Wie sieht eine moderne Gefahrenabwehr aus, in der Technik den Menschen im Einsatz perfekt unterstützt? Dieser Frage widmeten sich am 18.09.2026 rund 150 Einsatzkräfte und Verwaltungsmitarbeitende aus Rheinland-Pfalz auf dem Campus der RPTU in Landau. Im Zentrum des „BKS-Portal RLP Workshop 2026“ stand die Weiterentwicklung der zentralen digitalen Plattform für den Brand- und Katastrophenschutz.

In seiner Keynote betonte Eric Schaefer, Abteilungsleiter im Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr, die Bedeutung der IT-Entwicklung im Bereich der Inneren Sicherheit für die Landesregierung. Man wolle die „Datenautobahn“ konsequent ausbauen und bestehende Engpässe beseitigen. Ziel sei es, anwenderfreundliche Prozesse zu schaffen, die den administrativen Aufwand reduzieren – damit Einsatzkräfte vor Ort den Kopf frei haben für ihre Kernaufgabe: die Gefahrenabwehr.

Das BKS-Portal ist dabei längst keine bloße Webseite mehr, sondern ein wesentliches Werkzeug für die Sicherheit in Rheinland-Pfalz. Mit rund 40.000 registrierten Nutzenden stellt es ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal dar und fungiert als zentrale Datendrehscheibe. Besonders die Waldbrandlage des vergangenen Sommers habe eindrucksvoll gezeigt, wie essenziell die digitale Vernetzung über Verwaltungsgrenzen hinweg ist: Die Nutzung realer Einsatzdaten für Führungseinheiten sowie die digitale Einsatzlagekarte im Lagezentrum des Landes ermöglichten eine umfassende Lageübersicht und eine optimale Unterstützung der Einsatzkräfte.

René Schubert, Präsident des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK), machte deutlich, dass Digitalisierung kein Selbstzweck sein dürfe. Im Brand- und Katastrophenschutz müssten Informationen genau dort verfügbar sein, wo sie benötigt werden. Für das LfBK sei das BKS-Portal ein elementares Werkzeug – im Einsatz, in der Verwaltung und auch in der Aus- und Weiterbildung.

Das Portal wird als „IT-Ökosystem“ verstanden, das stetig weiterwachsen muss. So ist beispielsweise die während der Pandemie ergänzte Lernplattform inzwischen seit fünf Jahren aktiv und wird landesweit von den Einsatzkräften genutzt. Im Fokus des vergangenen Jahres stand die Erneuerung der technologischen Basis des BKS-Portals. Professorin Dr. Maria Wimmer von der Universität Koblenz beschrieb die Migration von über sieben Millionen Datensätzen als „Herkulesaufgabe“, die zeige, welche technologische Basis in Rheinland-Pfalz geschaffen worden sei. Durch die Verzahnung von Wissenschaft und Praxis werde sichergestellt, dass Innovationen wie etwa generative KI nicht theoretisch blieben.

Da das BKS-Portal Teil einer komplexen Struktur der Gefahrenabwehr ist, gilt der direkte Austausch mit den Anwendern – den sogenannten „Power Usern“ aus der kommunalen Familie – als entscheidender Treiber jeder Weiterentwicklung. In vier spezialisierten Workshops wurde an der Zukunft des Systems gearbeitet:

Vier Workshops zur Zukunft des Portals

  • Verwaltungsoptimierung: Schwerpunkt war der effiziente Datenfluss vom Portal in die kommunalen Abrechnungssysteme.
  • Digitalisierung der Ausbildung: Die bereits seit fünf Jahren erfolgreiche BKS-Lernplattform bietet vielfältige Möglichkeiten für digitale Aus- und Weiterbildungen sowie zeitabhängige Unterweisungen.
  • Portal im Einsatz: Das Lagemodul, geschützte Räume für Führungseinheiten sowie die Veröffentlichung von Pressemitteilungen im BKS-Portal sind wichtige Bausteine der Nutzung im Einsatzfall.
  • Strategischer Ausblick: Hier standen zukünftige IT-Schnittstellen, Datenströme zwischen Systemen und der verantwortungsvolle Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Mittelpunkt.

Abgerundet wurde der Workshop durch einen Einblick in den digitalen HydroZwilling, vorgestellt von Dr. Clemens Jacobs vom Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz.

Das LfBK und seine Partner laden weiterhin alle Kräfte aus Einsatzdiensten und Verwaltung dazu ein, das BKS-Portal aktiv mitzugestalten. Nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Landesbehörden, Wissenschaft und kommunaler Praxis könne ein IT-Ökosystem entstehen, das die Verwaltung unterstützt und den Einsatzkräften den Rücken freihält für das, was wirklich zählt: die aktive Gefahrenabwehr.

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