Digitale Einsatzunterstützung „FIRE“

Die FIRE App als Instrument moderner Einsatzunterstützung

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Die zunehmende Digitalisierung macht auch vor dem Bevölkerungsschutz und der Gefahrenabwehr in Berlin nicht Halt. Der folgende Beitrag stellt eine der wichtigsten digitalen Systeme in der Berliner Feuerwehr vor. Die Einführung, die Etablierung und die kontinuierliche Weiterentwicklung der „FIRE App“ zur Einsatzunterstützung ist ein Beispiel für die erfolgreiche Digitalisierung in der Berliner Feuerwehr und kann als richtungsweisendes Vorbild für weitere Feuerwehren sowie Rettungsdienste dienen.

Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr versorgen einen Patienten in einem Rettungswagen und erfassen Daten digital auf einem Tablet
Die FIRE App der Berliner Feuerwehr steht für digitale, moderne und effiziente Einsatzführung.
Foto: Berliner Feuerwehr

Allgemeines und Datenschutz

Die „FIRE App“ ist das mobile Führungs- und Informationssystem der Berliner Feuerwehr. Neben der Feuerwehr wird die Anwendung inzwischen auch von Hilfsorganisationen sowie der Bundeswehr im Rettungsdienst eingesetzt. Das Tablet mit installierter »FIRE App« gehört heute zum festen Bestandteil des Berliner Einsatzalltags. Aus einer ursprünglich kleinen mobilen Lösung hat sich die »FIRE App« zu einem zentralen digitalen Werkzeug der Berliner Feuerwehr entwickelt.

Die „FIRE App“ entstand 2012 bei einer Einheit der Freiwilligen Feuerwehr in Berlin. Nach ersten Auswertungen von Einsatzdaten verbreitete sich die Idee schnell, wurde gemeinsam mit der Behördenleitung eine App weiterentwickelt und schließlich wurde eine Projektgruppe zur flächendeckenden Einführung etabliert.

In der Gruppe erfolgten die sukzessive Erprobung und Optimierung der Anwendung. Die App wurde dann schrittweise in den Einsatzdienst eingeführt.

Um dem Datenschutz gerecht zu werden, hat die Berliner Feuerwehr ein umfangreiches Rechte- und Rollenkonzept entwickelt, welches durch Führungsdienste auch während eines Einsatzes anpasst werden kann. Die Rechte und Rollen sehen unterschiedliche Befugnisse der Einsatzsteuerung vor. Wenn z.B. ein Löschfahrzeug zur Einsatzabschnittsleitung ernannt wird, bekommt die Staffelführung die Rechte eines Führungsdienstes. Durch das dynamische Rollenkonzept wird gewährleistet, dass die notwendigen Rechte zum richtigen Zeitpunkt bei den Führungsdiensten vorhanden sind.

Zudem wird die „FIRE App“ seit Anfang 2025 von der Berliner Feuerwehr selbst betrieben, wodurch sowohl die Sicherheit als auch die Unabhängigkeit gestärkt werden. Hierdurch kann einfacher gewährleistet werden, dass die App durch kontinuierliche Anpassungsprozesse optimiert und auf die aktuellen Bedürfnisse angepasst wird.

Bildschirmansicht einer geobasierten Einsatzsoftware mit Auswahlmenü für Kartenebenen wie Infrastruktur, Löschwasser und Drohnen
Grafik Themenkarte: Eine Vielzahl von Themenkarten ermöglicht bereits während der Anfahrt eine erste Erkundung.
Foto: Berliner Feuerwehr

Einsatzunterstützung in folgenden Bereichen

Heute sind alle Einsatzfahrzeuge der Berliner Feuerwehr, auch die des Rettungsdienstes mit Tablets ausgestatten, auf denen die „FIRE App“ sowie weiteren digitalen Anwendungen (wie z.B. des Berichtswesen und verschiedene Nachschlagewerke) vorhanden sind. Das Tablet ist bei nahezu allen Einsatzstellen im Einsatz und ist nicht mehr wegzudenken.

Außer klassischen Einsatzdaten, Lagemeldungen oder Nachforderungen kann die „FIRE App“ ebenfalls die Zielkliniken von Rettungswagen darstellen.

Zudem bietet die App einige Zusatzfunktionen. So können die Führungskräfte beispielsweise die Einsatzabschnitte in der Anwendung darstellen. Dabei lassen sich die Einsatzfahrzeuge per  „Drag-and-Drop“ den einzelnen Einsatzabschnitten zuordnen und mit kurzen Hinweisen zum Einsatzauftrag versehen.

Darüber hinaus ermöglichen kürzlich eingeführte Funktionen, Bilder und Dokumente innerhalb eines Einsatzes abzulegen. Diese sind dann von allen Einsatzkräften abrufbar. So können beispielsweise Erkundungsergebnisse oder Laufkarten aus Brandmeldeanlagen fotografiert und den Führungskräften jederzeit auf den Tablets zur Verfügung gestellt werden.

Weiterhin wurden alle Feuerwehr- und Einsatzpläne digitalisiert und in die App integriert, sodass das Mitführen von Papierunterlagen im Fahrzeug nicht mehr erforderlich ist.

Eine weitere Funktion ist die Darstellung einer „Taktikkarte“, in welcher unter anderem die Raumordnung und die Anfahrtswege visualisiert werden können. Führungskräfte können fahrzeugspezifisch Aufstellorte festlegen und diese unmittelbar an alle Einsatzkräfte übermitteln. Dadurch ist ohne Verzögerung ersichtlich, wo sich beispielsweise der Gerätewagen Hygiene oder der Verpflegungspunkt befindet.

Darüber hinaus beinhaltet die „FIRE App“ eine Vielzahl von Themenkarten, die bereits während der Anfahrt eine erste Erkundung ermöglichen. Auf diesen Themenkarten sind beispielsweise Hydranten und U-Bahn-Tunnel abgebildet, aber auch die Positionen der alarmierten Einsatzfahrzeuge. Zudem stellt die Einsatzvorbereitung bei größeren Versammlungen und Veranstaltungen sowohl Einsatz- als auch Lagepläne digital bereit.

Die App bietet auch für übergeordnete Führungskräfte zusätzliche Funktionen. So liefert der Bereich „Übersicht“ einen schnellen, grafisch aufbereiteten Gesamtüberblick über das Einsatzgeschehen in ganz Berlin. Die Informationen werden auf einer Stadtkarte dargestellt. Dadurch lassen sich Einsatzschwerpunkte, etwa an Silvester oder bei Unwetterlagen, frühzeitig erkennen. Die Detailansicht der Einsatzfahrzeuge zeigt die Einsätze der vergangenen 24 Stunden und verdeutlicht die daraus resultierende Belastung der einzelnen Einsatzmittel. Dies schafft Transparenz über besonders stark beanspruchte Fahrzeuge.

Vor kurzem wurde weiterhin eine Schnittstelle zwischen der „FIRE App“ und dem Führungsunterstützungsprogramm „CommandX“ etabliert. Dadurch können Daten aus der Taktikkarte und der Abschnittsbildung direkt übertragen werden.

Weiterentwicklung

Die „FIRE App“ wird kontinuierlich in enger Abstimmung mit den Führungs- und Einsatzkräften der Berliner Feuerwehr weiterentwickelt. Rückmeldungen aus dem Einsatzalltag fließen direkt in die Optimierung ein, sodass praxisnahe Verbesserungen zeitnah umgesetzt werden können.

Für die Zukunft plant die Berliner Feuerwehr die Integration von zusätzlichen Schnittstellen zu ebenfalls genutzten Systemen (wie der IVENA MANV App, dem Berichtswesen oder dem Leitstellensystem), um Informationen noch effizienter bereitstellen zu können. Zusätzlich sind die Darstellungen von georeferenzierten Feuerwehrplänen, die Bereitstellung von Drohnenaufnahmen sowie das Versenden von Lagemeldungen an die Leitstelle geplant. Wobei die Übertragung der Drohnenaufnahme kurz vor der Einführung steht und mittels geplanter automatisierten Erkundungsdrohnen nochmals an Bedeutung gewinnt.

Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung wird sichergestellt, dass neue Anforderungen aus dem Einsatzgeschehen sowie technische Innovationen fortlaufend in die Anwendung einfließen. Die App steht damit beispielhaft für die Digitalisierung der Feuerwehr, indem sie praxisnah, anwender- und anwendungsorientiert und auf nachhaltige Verbesserung von Prozessen ausgerichtet ist.

Die wachsende Nutzung durch weitere Feuerwehren und Organisationen der Notfallrettung zeigt, dass der geschaffene Mehrwert weit über die Berliner Feuerwehr hinaus wahrgenommen wird.

Autor: Stefan Brietzke
Brandrat, Referat „Informations- und Kommunikationstechnik“ Berliner Feuerwehr

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Verwendete Schlagwörter

DigitalisierungEinsatzunterstützung

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