Vom 6. bis 8. November 2026 kommen rund 80 Delegierte der europäischen Malteser Verbände in Engelskirchen zusammen. Pavlo Titko, Leiter der ukrainischen Malteser, berichtet aus der Praxis humanitärer Hilfe im Kriegsgebiet.
Die Zivilgesellschaft widerstandsfähiger gegen Krisen, Katastrophen und die Folgen von Krieg zu machen, ist das Ziel des deutschen Malteser Auslandsdienstes. Wie extrem diese Herausforderung in der Praxis ist, berichtet Pavlo Titko, Leiter der ukrainischen Malteser, beim Netzwerktreffen der europäischen Malteser Verbände (OMRO) vom 6. bis 8. November 2026 in Engelskirchen bei Köln. Als erfahrener Experte der humanitären Hilfe in der umkämpften Ukraine steht Titko auch Medienvertretern für tiefere Einblicke in die aktuelle Lage der ukrainischen Bevölkerung zur Verfügung.
Die Zusammenarbeit der europäischen Malteser Verbände erlebt durch den Ukraine-Krieg, Versorgungskrisen und Naturkatastrophen ein neues Niveau. Die Notlagen vor Ort fordern die Hilfsdienste von Litauen bis Italien massiv heraus: Es gilt, die Ausbildung im Katastrophenschutz, die medizinische Erstversorgung und die psychosoziale Unterstützung zu verbessern. Rund 80 Delegierte aus Deutschland und zahlreichen Ländern nutzen den Kongress, um den Bevölkerungsschutz krisenfester aufzustellen.
Malteser: Vom Ungarn-Aufstand 1956 bis zu heutigen Krisen
Der deutsche Malteser Auslandsdienst blickt auf eine 70-jährige Geschichte zurück, die 1956 mit der Hilfe für die ungarische Bevölkerung nach dem sowjetischen Einmarsch begann. Heute geht moderne humanitäre Hilfe weit über das Liefern von Hilfsgütern hinaus. Die Experten sprechen über gemeinsame Standards im Sanitätsdienst sowie über Trainings für Einsatzkräfte. Jüngst lernten Retter in Ungarn in sogenannten HEAT-Trainings, wie sie unter Bedingungen von Stromausfällen, Gewalt und Terror handlungsfähig bleiben. Nicht zuletzt sollen die persönlichen Kontakte über Grenzen hinweg verstärkt werden: Mit Angeboten für wenige Tage oder Wochen dauernden Projekten in anderen europäischen Ländern, in Workcamps oder Jugendcamps sollen Erwachsene wie Jugendliche für ein Engagement im Ausland gewonnen werden.
Quelle: Malteser












