ESS: Die Zukunft der öffentlichen Sicherheit für Einsatzkräfte in UK

Seit 20 Jahren ist The Emergency Services Show (ESS) der Treffpunkt für den britischen Blaulichtsektor. Hier kommen Einsatzkräfte und Organisationen zusammen, um Herausforderungen im Einsatz zu lösen, Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis auszutauschen und sich darüber zu informieren, was die Neuerungen in der Notfallversorgung und Gefahrenabwehr sind. Security Network besuchte die ESS in Birmingham, die dort am 16. und 17. September stattfand.

Einsatzkräfte demonstrieren medizinische Erstversorgung vor einem Emergency One Löschfahrzeug der Devon & Somerset Feuerwehr auf einer Fachmesse
Britische Einsatzkräfte demonstrieren auf der Fachmesse The Emergency Services Show medizinische Erstversorgung eines Patienten.
Foto: The Emergency Services Show

2026 kehrte die ESS anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums ins National Exibition Center  (NEC) Birmingham zurück – gemeinsam mit der Emergency Tech Show (ETS). Damit wurden operative Einsatzbereiche und digitale Innovation unter einem Dach zusammengeführt.

An zwei Tagen waren mehr als 16.000 Fachbesucher und über 550 Aussteller vor Ort. Im Mittelpunkt stehen Themen, die von Rettungsausrüstung und Fahrzeugflotten bis hin zu Künstlicher Intelligenz, Drohnen, Kommunikation und Resilienz reichen.

Für Fachleute aus Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst, dem Krankentransport sowie der Notfall- und Einsatzplanung wurde Birmingham erneut zum zentralen Treffpunkt für den Austausch über die Zukunft des Rettungswesens.

Die Einsatzorganisationen arbeiten heute in einem Umfeld mit zunehmender Herausforderung. Die Nachfrage nach Leistungen steigt, während die Budgets weiterhin begrenzt sind. Die Belastung und das Wohlbefinden der Beschäftigten sind zu einem zunehmenden Problem geworden. Gleichzeitig müssen sich die Organisationen mit immer komplexeren Bedrohungen auseinandersetzen – darunter Terrorismus, öffentliche Unruhen, extreme Wetterereignisse, Cyberrisiken und Störungen kritischer Infrastrukturen.

Rotes Verpflegungsfahrzeug der Salvation Army auf einer Fachmesse für Rettungskräfte mit Mitarbeitern und Besuchern am Messestand
Ein mobiles Verpflegungsfahrzeug der Hilfsorganisation „The Salvation Army“ versorgte auf der ESS mit Kaffee.
Foto: CPM / Christian Rump

Gleichzeitig verändert die Technologie die Arbeit der Einsatzkräfte grundlegend. Künstliche Intelligenz, Cloud-Infrastrukturen, Predictive Analytics und unbemannte Systeme sind längst keine Zukunftskonzepte mehr. Sie werden zunehmend Bestandteil der täglichen Einsatzpraxis. Moderne Einsatzbewältigung ist heute ebenso abhängig von Daten, Vernetzung und Lagebild wie von physischer Ausrüstung.

Die ESS 2026 positioniert sich als Schnittstelle zwischen der klassischen Einsatztechnik und der zunehmend digitalen Welt der Gefahrenabwehr.

Die Ausgabe 2026 markiert das 20-jährige Jubiläum der Veranstaltung. Zu den Ausstellern gehören Anbieter aus den Bereichen Persönliche Schutzausrüstung (PSA), Rettungstechnik, Kommunikation, Medizintechnik, Fahrzeugflotten, Gesundheit und Wohlbefinden sowie operative Unterstützung.

Ein Bereich der ESS konzentriert sich auf die Versorgung von Menschen im Einsatz, Rettungskapazitäten und die Zusammenarbeit verschiedener Einsatzorganisationen. Dabei geht es unter anderem um präklinische Versorgung, Traumaversorgung und die technischen Hilfsmittel, die Einsatzkräfte in Situationen mit hohem Zeit- und Handlungsdruck unterstützen.

Rot-weißes Auffangbecken und gelbes Dekontaminationszelt von Sheerspeed Shelters Ltd auf einer Katastrophenschutz-Fachmesse
Gerät im Fokus – hier Multi Fire Services.
Foto: CPM / Christian Rump

Eine wichtige Neuerung für 2026 ist die „Life Saving on the Front Line“-Demonstration der ATACC Group. An beiden Veranstaltungstagen werden dort praxisorientierte, szenariobasierte Reanimationstrainings durchgeführt.

Die für die berufliche Weiterbildung anerkannten Trainings richten sich an Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst und konzentrieren sich auf die Anwendung von Immediate Life Support (ILS) und Advanced Life Support (ALS) unter realistischen Einsatzbedingungen.

Ein weiterer Schwerpunkt der ESS: Resilienz stärken für Einsatzplaner, Kommunen und Blaulichtorganisationen zunehmend an Bedeutung.

Das Programm legt einen besonderen Schwerpunkt auf Krisenvorsorge, Bevölkerungsschutz und die Zusammenarbeit verschiedener Behörden und Organisationen. Robotik, künstliche Intelligenz und Automatisierung gehören zu den Technologien, die auf der Emergency Tech Show präsentiert werden. Einsatzorganisationen können dort neue Möglichkeiten kennenlernen, um ihre operativen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Vierrädriger Roboter NextGen R1 und ein humanoider Roboter auf einem Hindernisparcours während einer Fachmesse für Rettungstechnik
Robotik und künstliche Intelligenz bei der Drone&Robots Demo .
Foto: CPM / Christian Rump

Der neue Themenbereich „Fleet of the Future“ bietet Flottenverantwortlichen und Beschaffungsexperten einen eigenen Bereich, um sich mit Fahrzeugtechnologien, Telematik, Infrastruktur und Elektrifizierung auseinanderzusetzen. Die Fahrzeugflotten gehören zu den Bereichen, die sich innerhalb der Einsatzorganisationen derzeit besonders schnell verändern. Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr stehen unter zunehmendem Druck, ihre Fahrzeugflotten zu dekarbonisieren, gleichzeitig aber ihre Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten.

Ein wesentliches Merkmal der ESS war schon immer der starke Fokus auf Zusammenarbeit. So wurde die Collaboration Zone der ESS 2026 geschaffen, um Raum für Behörden, Organisationen und Partner zu bieten, in dem sie operative Erfahrungen austauschen, Beziehungen stärken und gemeinsame Ansätze für Resilienz und Einsatzbewältigung entwickeln können.

Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Resilienz-Experten, freiwillige Organisationen und Technologieanbieter werden dabei in einer gemeinsamen Umgebung zusammengebracht. Diese Vernetzung bleibt eine der wesentlichen Stärken der Veranstaltung.

Die nächste ESS findet im September 2027 statt.

Weitere Eindrücke der ESS:

Besucher an Messeständen von Microsoft, Simpson Associates und UiPath in einer Messehalle mit Hytera-Bereich im Hintergrund
Digitalisierung und Vernetzung am Microsoft Partner Pavilion.
Foto: CPM / Christian Rump
Historisches Feuerwehrfahrzeug der London Fire Brigade am Stand des National Emergency Services Museum auf einer Fachmesse
Ein historisches Feuerwehrfahrzeug der London Fire Brigade steht auf dem Ausstellungsstand des National Emergency Services Museum auf einer Fachmesse.
Foto: CPM / Christian Rump
Toyota Hilux mit ausfahrbarem Antennenmast für das Emergency Services Network auf einer Fachmesse von BT und EE ausgestellt
Emergency Services Network (Kooperation von British Telecom, IBM, Leonardo u.a.) zeigen Vernetzung für ein flächendeckenden 4G Netz für Rettungskräfte.
Foto: CPM / Christian Rump
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