Erdbeben der Stärke 7,4: Kolumbien sucht weiter nach Vermissten

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat Kolumbien erschüttert. Mindestens 132 Menschen kamen nach bisherigen Angaben ums Leben. Rettungskräfte suchen weiter nach Vermissten und Verschütteten.

Erdbeben
Rettungskräfte suchen in Kolumbien nach Menschen, die unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermutet werden.
Foto: pexels/ Baset Alhasan

Schweres Erdbeben in Kolumbien: Suche nach Vermissten geht weiter

Nach einem schweren Erdbeben der Stärke 7,4 in Kolumbien haben Rettungskräfte am Dienstag die Suche nach Überlebenden fortgesetzt. Einsatzkräfte, Soldaten und freiwillige Helfer waren die ganze Nacht im Einsatz, um nach Menschen zu suchen, die unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermutet werden. Besonders betroffen sind die Städte Cali und Pereira im Westen des Landes.

Die Zahl der Todesopfer ist nach den vorliegenden Angaben noch uneinheitlich. Insgesamt ist von mindestens 132 Toten die Rede. Allein in Cali sollen mindestens 85 Menschen ums Leben gekommen sein. Aus Pereira wurden 66 Todesopfer gemeldet, während in der Provinz Chocó 13 Tote registriert wurden. Die unterschiedlichen Angaben zeigen, dass das genaue Ausmaß der Katastrophe noch nicht abschließend erfasst ist.

Schwere Schäden in Cali

In Cali wurden zahlreiche Gebäude beschädigt. Teile eines Krankenhauses stürzten ein. Rund 600 Patienten mussten deshalb auf der Straße behandelt werden. Freiwillige Helfer konnten sieben Menschen aus einem eingestürzten Gebäude retten. Gleichzeitig wurden dort noch vier Menschen und ein Hund vermisst.

Wegen Berichten über Plünderungen sollen zudem 1.000 Sicherheitskräfte nach Cali entsendet werden. In Cali und Pereira wurden nächtliche Ausgangssperren verhängt.

Auch Pereira schwer betroffen

Auch in Pereira richtete das Erdbeben erhebliche Schäden an. Das Flughafenterminal wurde während des Bebens stark erschüttert, zudem stürzten Teile der Decke herab. Die Behörden meldeten dort 66 Todesopfer.

Insgesamt wurden nach den vorliegenden Angaben mindestens 1.600 Wohnhäuser beschädigt. 61 Häuser stürzten vollständig ein. Das genaue Ausmaß der Schäden wird derzeit weiter erfasst.

Präsident ruft Notstand aus

Angesichts der schweren Schäden rief Präsident Abelardo De La Espriella den Notstand aus. Die Rettungsarbeiten sollen mit allen verfügbaren Kräften fortgesetzt werden. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Suche nach Vermissten und möglichen Überlebenden.

Die Katastrophe erinnert an das schwere Erdbeben von 1999 in derselben Region. Damals kamen mehr als 1.000 Menschen ums Leben.

Internationale Hilfe angekündigt

Auch international wurde Unterstützung zugesagt. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, Kolumbien schnelle und unbürokratische Hilfe zukommen lassen zu wollen.

Das Erdbeben ereignet sich zudem nur wenige Wochen nach einem schweren Beben im Nachbarland Venezuela. Dort wurden nach den vorliegenden Angaben mindestens 6.000 Tote gemeldet. Die Sachschäden gingen in die Milliardenhöhe.

Wie hoch die Zahl der Todesopfer und Verletzten in Kolumbien tatsächlich ist, lässt sich derzeit noch nicht abschließend sagen. Die Rettungskräfte setzen ihre Suche nach Verschütteten fort.

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