Ein wirksames Krisenmanagement braucht klare Strukturen, gut ausgebildete Menschen und regelmäßige Übungen.“ – Roman Poseck
Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen haben sich grundlegend verändert. Internationale Konflikte, hybride Bedrohungen und Desinformation, Extremwetterereignisse, Cyberangriffe oder mögliche Versorgungsengpässe stellen Staat und Gesellschaft vor wachsende Herausforderungen. Hessen hat deshalb in den vergangenen Jahren seine Krisenvorsorge konsequent weiterentwickelt und insbesondere die landesweit einheitliche Aus- und Fortbildung im Krisenmanagement gestärkt.
Im Rahmen der Resilienzwoche nahm Innenminister Roman Poseck an der Veranstaltung „Krisenmanagement-Ausbildung in Hessen – Erreichte Meilensteine und Ausblick“ teil und führte in seinem Grußwort aus:
„Ein handlungsfähiger Staat braucht belastbare Strukturen“
„Krisen lassen sich nicht immer verhindern. Aber wir können und müssen uns bestmöglich auf sie vorbereiten. Die vergangenen Jahre haben uns eindrücklich gezeigt, wie unterschiedlich Krisen aussehen können. Die Corona-Pandemie, die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, Extremwetterereignisse, Cyberangriffe, Desinformation und hybride Bedrohungen machen deutlich: Ein handlungsfähiger Staat braucht belastbare Strukturen und Menschen, die auch unter hohem Druck wissen, was zu tun ist.
Entscheidend ist, dass im Krisenfall nicht erst Zuständigkeiten geklärt und Abläufe eingeübt werden müssen. Wir müssen auf das trainiert sein, was uns in der Krise erwarten kann und in der Krise das anwenden können, was wir zuvor gelernt und geübt haben. Deshalb sind eine qualifizierte Ausbildung und regelmäßige Übungen ein zentraler Bestandteil unserer Krisenvorsorge.
Meilenstein: Landesweit einheitlicher Qualifizierungsstandard
Mit unserer landesweiten Krisenmanagement-Ausbildung haben wir dafür einen wichtigen Meilenstein erreicht. Wir haben die unterschiedlichen Ebenen des Katastrophenschutzes stärker miteinander verzahnt und einen weitgehend einheitlichen Qualifizierungsstandard geschaffen. Von den unteren Katastrophenschutzbehörden über die Regierungspräsidien bis zum Hessischen Innenministerium bauen die Schulungen aufeinander auf. Damit stärken wir nicht nur das Wissen der Verantwortlichen, sondern vor allem ihre Handlungssicherheit und das Zusammenspiel über Behörden- und Ebenengrenzen hinweg.
Stabsrahmenübung „Löwenhitze 2026″ als fachlicher Abschluss
Mit der Stabsrahmenübung „Löwenhitze 2026″ im März dieses Jahres fand das Ausbildungsprogramm für das Hessische Innenministerium seinen fachlichen Abschluss. Auch die Schulungsreihe bei den unteren Katastrophenschutzbehörden ist weitgehend abgeschlossen. Einzelne auf Wunsch der Behörden verschobene Maßnahmen werden noch nachgeholt. Die inzwischen kreisfreie Stadt Hanau wurde als weitere untere Katastrophenschutzbehörde nachträglich in das Ausbildungsprogramm aufgenommen und wird die entsprechenden Schulungsmaßnahmen Anfang 2027 durchlaufen.
Krisenvorsorge als Daueraufgabe
Denn in einer Krise zählt nicht allein die technische Ausstattung. Es kommt auf die Menschen an, die Entscheidungen treffen, Informationen bewerten, Maßnahmen koordinieren und Verantwortung übernehmen. Sie müssen ihre Aufgaben, Strukturen und Ansprechpartner kennen. Genau deshalb reicht eine einmalige Schulung nicht aus. Wissen muss durch regelmäßige Fortbildungen und Übungen erhalten, vertieft und an neue Gefahrenlagen angepasst werden.
Mein Dank gilt daher der Hessischen Landesfeuerwehrschule, LÜLF+ und allen Beteiligten in den Kommunen, Regierungspräsidien und der Landesverwaltung. Mit Ihrem Engagement leisten Sie einen wichtigen Beitrag für ein krisenfestes Hessen. Die Ausbildung ist dabei kein Endpunkt. Krisenvorsorge ist eine Daueraufgabe. Wir werden deshalb auch künftig daran arbeiten, unsere Strukturen, Fähigkeiten und Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Denn ein resilienter Staat zeichnet sich dadurch aus, dass er vorbereitet ist, handlungsfähig bleibt und seinen Bürgerinnen und Bürgern gerade dann Sicherheit gibt, wenn es darauf ankommt.“
Landesweit abgestimmte Ausbildung für das Krisenmanagement
Die landesweite Krisenmanagement-Ausbildung wurde 2023 gestartet. Die Schulungsreihe für die unteren Katastrophenschutzbehörden wurde im Auftrag des Hessischen Innenministeriums federführend durch die Hessische Landesfeuerwehrschule (HLFS) gemeinsam mit der LÜLF+ Sicherheitsberatung GmbH konzipiert und umgesetzt. Die HLFS begleitete das Programm während der gesamten Laufzeit fachlich.
Bereits 2022 hatte das Hessische Innenministerium Rahmenempfehlungen für die Aufstellung sowie die Aus- und Fortbildung von Verwaltungsstäben in kreisangehörigen Gemeinden und bei den unteren und oberen Katastrophenschutzbehörden erarbeitet. Seit Herbst 2023 stellte das Land anschließend ein umfangreiches Schulungsangebot für die Stäbe der unteren Katastrophenschutzbehörden zur Verfügung. Bestandteil war auch die Qualifizierung von Multiplikatoren, die künftig den kreisangehörigen Kommunen als Ansprechpartner insbesondere bei Fragen der Stabsausbildung zur Verfügung stehen sollen.
Die Schulungsmaßnahmen für die unteren Katastrophenschutzbehörden haben ein Volumen von rund 725.000 Euro, zuzüglich der später beauftragten Maßnahmen für die Stadt Hanau. Die Rückmeldungen der teilnehmenden Landkreise und kreisfreien Städte zu den bereits durchgeführten Schulungen fielen sehr positiv aus.
Quelle: Hessisches Ministerium des Innern
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