InterviewFeuerwehr und THW

Duffek-Hausmesse in Tschechien: Feuerwehr-Equipment im Fokus

Kleiner als die Interschutz, aber persönlicher: Bei der Hausmesse von Duffek in Tschechien trafen sich namhafte Hersteller und rund 500 Feuerwehrangehörige zum direkten Austausch. Ein Überblick über Aussteller, Fahrzeuge und die Frage, welchen Mehrwert regionale Hausmessen neben internationalen Leitmessen bieten.

Duffek-Hausmesse: Besucher an einem Messestand mit MDTECH-Brandbekämpfungstechnik und einem Schlauch-Einbindegerät GH EASY-FIX evo2 von Gollmer & Hummel
Ausstellungsstand auf der Duffek-Hausmesse
Foto: Christian Rump

Interschutz in Hannover oder Hausmesse beim Hersteller und Fachhändler?

Das Ziel ist dasselbe: Kunden, Unternehmen und Branchenvertreter zusammenzubringen, Produkte zu präsentieren und den persönlichen Austausch zu fördern! Doch während die Teilnahme an einer internationalen Leitmesse wie der Interschutz mit erheblichem organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden ist, gewinnen kleinere, regional ausgerichtete Hausmessen zunehmend an Bedeutung.

Ein Messestand muss geplant, aufgebaut und ausgestattet werden, Exponate und Informationsmaterial müssen transportiert werden. Hinzu kommen Kosten für Standfläche, Personal, Übernachtungen und Anreise. Gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen ist eine große internationale Messe daher mit einem beträchtlichen Aufwand verbunden.

Hausmessen funktionieren nach einem anderen Prinzip. Sie finden häufig auf dem eigenen Betriebsgelände oder in den Räumlichkeiten eines regionalen Partners statt. Die Infrastruktur ist bekannt, der organisatorische Aufwand überschaubar. Mitarbeiter können ihren Arbeitsplatz beziehungsweise den Veranstaltungsort meist problemlos erreichen, und auch für Besucher aus der Region entfallen häufig lange Anreisen und Übernachtungen.

Noch wichtiger ist jedoch der persönliche Austausch. Die Atmosphäre auf einer Hausmesse ist oftmals deutlich unmittelbarer und weniger anonym, als auf einer internationalen Großmesse. Besucher kommen gezielt, nehmen sich Zeit für Gespräche und können Produkte und Ausrüstung in Ruhe kennenlernen. Für Hersteller und Händler entsteht dadurch die Möglichkeit, deutlich intensiver mit den Anwendern ins Gespräch zu kommen.

Vor diesem Hintergrund lohnte sich ein Besuch der Hausmesse von Duffek in Tschechien.

Duffek / Výstroj-výzbroj

Feuerwehr-Equipment im Mittelpunkt

In dem beschaulichen Ort Kamenice nad Lipou im Süden der Tschechischen Republik trafen sich am 10. September 2026 zahlreiche namhafte Aussteller aus dem Bereich Feuerwehr-Equipment.

Vertreten waren unter anderem ESKA, Schuberth, S-Gard, Gollmer & Hummel, Dönges, Jolly und v.a. Damit bot die Veranstaltung trotz ihres regionalen Charakters eine bemerkenswerte Bandbreite an Produkten und Herstellern.

Das für einen Feuerwehr-Fachhändler großzügig dimensionierte Ausstellungsgelände mit Innen- und Außenbereich bot ausreichend Platz für die Aussteller und gleichzeitig genügend Bewegungsfreiheit für die Besucher. Rund 500 Angehörige der tschechischen Feuerwehr sowie interessierte Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Ausrüstung und Produkte zu informieren.

Über den gesamten Veranstaltungstag hinweg entwickelte sich ein intensiver Austausch zwischen Feuerwehren, Herstellern und Fachhändlern. Produkte konnten nicht nur betrachtet, sondern auch im direkten Gespräch erläutert und diskutiert werden. Gerade dieser unmittelbare Kontakt zwischen Anwender und Hersteller ist eine der großen Stärken einer solchen Veranstaltung.

Auf dem Außengelände stellten THT, Kobit und MOTO Truck ihre Fahrzeuge aus. Als Highlight von der Interschutz zeigte THT sein vollelektirsches Fahrzeug auf Scania Basis.

Elektrisches Feuerwehrfahrzeug auf Scania-Fahrgestell
Vollelektrisches Feuerwehrfahrzeug von THT auf Scania-Basis
Foto: Christian Rump

Regional, persönlich und effizient?

Damit stellt sich eine interessante Frage: Sind kleinere, regional ausgerichtete Hausmessen möglicherweise eine effizientere Ergänzung zu internationalen Leitmessen?

Natürlich können sie eine Interschutz nicht ersetzen. Eine internationale Fachmesse bietet eine einzigartige Plattform für Innovationen, internationale Kontakte und den Blick über den eigenen Markt hinaus. Hausmessen verfolgen dagegen ein anderes Ziel: Sie bringen Hersteller, Händler und Anwender wesentlich gezielter und näher zusammen.

Gerade für Feuerwehren aus der jeweiligen Region kann dies einen erheblichen Mehrwert bieten. Die Wege sind kurz, die Ansprechpartner direkt erreichbar und die Gespräche häufig konkreter. Auch für Hersteller und Händler bietet sich die Möglichkeit, unmittelbar Feedback aus der Praxis zu erhalten.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Nur rund zehn Wochen nach der Interschutz waren auf den Ständen naturgemäß nur wenige echte Produktneuheiten zu entdecken. Vieles, was in Kamenice nad Lipou präsentiert wurde, war bereits auf der großen Leitmesse in Hannover zu sehen gewesen.

Das schmälert jedoch nicht unbedingt den Wert der Veranstaltung. Denn bei einer Hausmesse steht weniger die spektakuläre Weltpremiere als vielmehr der persönliche Kontakt im Mittelpunkt.

Die Hausmesse bei Duffek findet alle zwei Jahre statt. Man darf sich daher bereits auf die nächste Auflage im Jahr 2028 freuen.

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