Die niedersächsische Polizei rüstet sich mit neuer Ausstattung für den Streifen-, Wasser- und Kontrolldienst. Bei einem Präsentationstermin auf dem Gelände der Polizeiakademie Niedersachsen in Oldenburg stellte Innenministerin Daniela Behrens am 14. September 2026 mehrere neue Einsatzgeräte und Fahrzeuge vor.
Vollelektrischer Funkstreifenwagen: 268 Fahrzeuge bis Mitte 2027
Im Mittelpunkt stand zunächst der Fuhrpark: Die Polizei setzt nach eigenen Angaben aufgrund vorausschauender Planung bundesweit Maßstäbe bei der Nutzung ökologisch nachhaltiger Antriebskonzepte. Der vollelektrische Funkstreifenwagen (Audi A6 e-tron) ist seit August 2026 im Einsatz; derzeit sind 62 Fahrzeuge im Bestand, bis Mitte 2027 sollen es insgesamt 268 sein.
Technisch verfügt das Fahrzeug über eine Leistung von 210 kW (286 PS) mit Heckantrieb, ein Drehmoment von 435 Nm und beschleunigt in 7,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h. Die Batteriekapazität beträgt rund 75,8 kWh netto (83 kWh brutto), die maximale Ladeleistung liegt bei 225 kW, womit sich der Akku in etwa 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden lässt.
Der Stromverbrauch wird mit 14,3 bis 18,0 kWh pro 100 Kilometer angegeben, die Reichweite nach WLTP mit 520 Kilometern. Das Kofferraumvolumen beträgt 502 Liter zuzüglich 27 Liter Frontkofferraum, das Gewicht inklusive Einsatzmitteln liegt bei 2.295 Kilogramm.
VW ID.Buzz als Pilotfahrzeug im Streifendienst
Als weiteres Elektrofahrzeug wird derzeit ein VW ID.Buzz als Funkstreifenwagen (FUSTW) erprobt – aktuell das einzige Fahrzeug dieses Typs im Bundesland. Die Pilotierung läuft in der Polizeidirektion Oldenburg und durchläuft dort alle Polizeiinspektionen. Erste Erfahrungsberichte liegen laut Innenministerium vor und fallen positiv aus.
Das vollelektrische Fahrzeug des Segments Utility wird als Alternative zum klassischen Funkstreifenwagen-Kombi geprüft und soll aufgrund seines Antriebs und der großen Batterie in nahezu allen Bereichen des täglichen Einsatz- und Streifendienstes einsetzbar sein, etwa bei der Unfallaufnahme, in der Prävention sowie bei Großveranstaltungen und Demonstrationen.
Hervorgehoben werden der hohe Wiedererkennungswert durch das individuelle Design, das großzügige Platzangebot für die polizeiliche Ausstattung, die gute Rundumsicht durch die erhöhte Sitzposition sowie moderne Fahrassistenzsysteme. Technische Eckdaten: Länge 4.962 mm, Breite 1.985 mm, Höhe 1.927 mm, Leergewicht rund 2.500 Kilogramm, zulässiges Gesamtgewicht 3.000 Kilogramm, fünf Sitzplätze, 86-kWh-Akku, 286 PS (210 kW), 1.340 Liter Kofferraumvolumen.
Die Reichweite wird nach WLTP mit 460 bis 500 Kilometern angegeben, unter realen Einsatzbedingungen mit 350 bis 400 Kilometern; die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Das Fahrzeug verfügt zudem über Anhaltesignalgeber vorne und hinten sowie eine moderne, flache Sondersignalanlage.

Elektro-Krafträder für Innenstadt und Streifendienst
Neben den vierrädrigen Fahrzeugen setzt die Polizei Niedersachsen auch auf elektrische Krafträder. Seit 2019 sind bei der Polizeidirektion Hannover acht Elektro-Krafträder vom Typ Zero DS 14 im Einsatz, die vor allem im innerstädtischen Bereich, bei der Begleitung von Versammlungen, Großveranstaltungen und Sportereignissen, bei Verkehrsregelungseinsätzen sowie bei Blaulichtmeilen zum Einsatz kommen.
Der Beschaffungspreis lag bei 25.000 Euro pro Fahrzeug. Technische Daten: Akkukapazität 14,4 kWh, Reichweite innerorts bis zu 262 Kilometer, kombinierte Reichweite bis zu 169 Kilometer, maximales Drehmoment 109 Nm, Nutzleistung 44 kW, Höchstgeschwindigkeit 139 km/h, Gewicht 187 Kilogramm; das Fahrzeug ist mit den Führerscheinklassen A1/B196 fahrbar.
Seit 2025 werden zudem zwei Erprobungsfahrzeuge vom Typ Zero DSR/X getestet, jeweils eines bei der Polizeidirektion Hannover und eines bei der Polizeidirektion Osnabrück. Einsatzmöglichkeiten sind die Begleitung von Versammlungen, Großveranstaltungen und Sportereignissen, Streifenfahrten, Verkehrskontrollen, Verkehrsregelungseinsätze sowie Öffentlichkeitsarbeit.
Der Beschaffungspreis liegt bei 40.000 Euro brutto pro Fahrzeug inklusive polizeispezifischem Ausbau und Funktechnik. Die Zero DSR/X verfügt über eine Akkukapazität von 17,3 kWh, eine Reichweite innerorts von bis zu 288 Kilometern beziehungsweise rund 160 Kilometern unter Einsatzbedingungen, ein maximales Drehmoment von 229 Nm und eine Nutzleistung von 75 kW (100 PS).
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h, das Gewicht 249 Kilogramm beziehungsweise 252 Kilogramm nach polizeispezifischem Ausbau. Ausgestattet ist das Kraftrad mit fünf Fahrmodi, Traktionskontrolle, Griffheizung, starker Rekuperation, Kurven-ABS, Tempomat und Rangierhilfe; gefahren werden darf es mit der Führerscheinklasse A.
Erster vollelektrischer Lkw für Gefahrguttransporte in Prüfung
Bislang verfügt die Polizei Niedersachsen ausschließlich über Lkw mit Verbrennungsmotor. Nun wird die Beschaffung eines vollelektrischen Lkw mit Wechselladeeinrichtung und ADR-Zulassung geprüft, der für innerdienstliche Transporte – etwa von Waffen und Munition – sowie zur Prüfung der Einsatztauglichkeit in weiteren Verwendungen vorgesehen ist.
Das Fahrzeug soll über eine Leistung von mindestens 400 kW verfügen, einen 6×2-4-Antrieb (dreiachsig mit zwei angetriebenen Rädern) sowie eine Batteriekapazität von mindestens 400 kWh netto. Die zulässige Gesamtmasse liegt bei maximal 28.000 Kilogramm, die zulässige Nutzlast bei aufgesetztem Abrollcontainer bei mindestens 10.000 Kilogramm.
Geladen werden kann der Lkw über zwei CCS-Anschlüsse an der rechten und linken Fahrzeugseite sowie über einen zusätzlichen MCS-Anschluss (Megawatt Charging System). Das Fahrzeug soll weiß lackiert sein und über eine Sondersignalanlage mit umschaltbarem blauem und gelbem Blinklicht in LED-Technik als flache Balkenanlage verfügen; vorgesehen ist die Aufnahme von Containern, einer Stahlmulde mit Plane sowie eines Kofferaufbaus.
All-Terrain-Vehicle für die Inseleinsätze
Für den Einsatz auf den Nordseeinseln Borkum und Norderney ist der Einsatz eines elektrischen All-Terrain-Vehicles vom Typ Polaris Ranger XP Kinetic geplant. Es soll zur Sicherstellung allgemeiner polizeilicher Aufgaben insbesondere in unwegsamem, schwer zugänglichem Gelände dienen. Ein Vorgängermodell ist bereits seit 2020 erfolgreich auf der Insel Juist im Einsatz.
Das Fahrzeug verfügt über einen leistungsstarken Elektromotor mit 110 PS und ein High-Performance-On-Demand-Allradantriebssystem (True Allradantrieb/2WD/VersaTrac). Gebremst wird über hydraulische Scheibenbremsen rundum mit vorne doppelt gelagerten Bremssätteln. Die Batteriekapazität beträgt 14 kWh (Lithium-Ionen), die Reichweite liegt bei 70 Kilometern. Die Abmessungen betragen 305 x 158 x 198 Zentimeter (Länge x Breite x Höhe), das Gewicht liegt bei 807,5 Kilogramm.
Wasserschutzpolizei: Neue Streckenboote und Funkstreifenwagen
Auch die Wasserschutzpolizei erhält neue Einsatzmittel. Die bisherigen Streckenboote wurden 1992, 1999/2000 sowie zuletzt 2006 beschafft; das neue Streckenboot ist originär für den Einsatz auf Binnenwasserstraßen konzipiert, ein Einsatz auf Seen ist ebenfalls möglich. Zu den Einsatzmöglichkeiten zählen die Überwachung der Berufsschifffahrt und des Sportbootverkehrs auf Wasserstraßen und Seen sowie die Kontrolle von Gefahrguttransporten auf Binnenschifffahrtsstraßen und der Schutz der Gewässer, der gewässernahen Natur und der Infrastruktur.
Beschafft werden insgesamt vier Fahrzeuge für die Wasserschutzpolizei zu einem Gesamtvolumen von rund 8,5 Millionen Euro, inklusive Wartung der ersten fünf Betriebsjahre. Die Inbetriebnahme des ersten Streckenbootes ist perspektivisch um den Jahreswechsel 2026/2027 vorgesehen. Die Maße: Länge über alles 14,70 Meter, Länge auf Konstruktionswasserlinie 13,70 Meter, Breite auf Spanten 3,90 Meter, Breite auf Steuerleiste 4,30 Meter, Konstruktionstiefgang auf Kielfinne/Ruder/Propeller 0,95 Meter, maximaler Tiefgang 1,05 Meter. Das Gewicht ohne Flüssigkeiten und Personen liegt bei rund 13 Tonnen, auf Probefahrt bei rund 13,9 Tonnen; die maximale Höhe über der Wasserlinie beträgt 3,95 Meter. Angetrieben wird das Boot von zwei FPT-Marinemotoren des Typs N67ENTM 45.10 mit einer Leistung von 257 kW bei 3.000 U/min, ausgelegt für bis zu 3.000 Betriebsstunden pro Jahr, mit 6,7 Litern Hubraum, sechs Zylindern in Reihe, Turbo-Ladeluftkühlung und Zweikreiskühlung. Die Geschwindigkeit liegt bei 47 km/h.
Ergänzend sind seit 2018 bei der Wasserschutzpolizeiinspektion insgesamt drei Funkstreifenwagen an den Standorten Brake, Emden und Wilhelmshaven im Einsatz, die als Zugfahrzeuge zum Transport und Slippen der Streifenboote sowie für wasserschutzpolizeispezifische Streifenfahrten genutzt werden. Zwei weitere Fahrzeuge befinden sich derzeit im Beschaffungsprozess. Die Fahrzeuge sind 5,33 Meter lang, 1,95 Meter breit und 1,83 Meter hoch, verfügen über eine Anhängelast von 3,3 Tonnen, fünf Sitzplätze und eine Leistung von 224 PS (165 kW) bei 3.000 U/min; die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 188 km/h. Der Aufbau ermöglicht das Mitführen diverser Führungs- und Einsatzmittel.
Neues Einsatzboot für die Bereitschaftspolizei
Die Technische Einsatzeinheit der Bereitschaftspolizei Niedersachsen hat zudem ein neues Einsatzboot vom Typ C erhalten. Die Vorgängerboote wurden ab 2005 beschafft. Die Auslieferung des neuen Bootes erfolgte am 9. Juni 2026. Die Beschaffung wurde aufgrund des altersbedingten Zustands der Vorgängerboote erforderlich. Zu den Einsatzmöglichkeiten zählen der Transport von Einsatzkräften und Material, die Unterstützung von Taucheinsätzen, die Gewässerabsuche mit Sonar, der Schutz maritimer Infrastruktur, die Begleitung von Versammlungslagen auf dem Wasser, die Unterstützung der Maritimen Einsatzgruppen der Wasserschutzpolizeien und maritimer Einsätze anderer Einheiten, die Streifentätigkeit zur Kontrolle etwa von Sportbooten oder Fischerei sowie die Unterstützung von Katastrophenschutzeinsätzen.
Nach Angaben des Innenministeriums verfügen nahezu alle Bundesländer über C-Boote des bisherigen Typs in ihren Bereitschaftspolizeien; eine Finanzierung neuer Boote durch den Bund ist derzeit nicht in Aussicht gestellt. Niedersachsen plant für 2026/2027 die Beschaffung von bis zu vier weiteren Booten. Das aktuelle Boot ist 730 Zentimeter lang, 255 Zentimeter breit und wiegt einsatzbereit rund 1.800 Kilogramm; es wird von einem 300-PS-Außenbordmotor angetrieben und besteht als Festrumpfschlauchboot aus einem Aluminiumrumpf mit Hypalon-Schlauch. Es ist für den Einsatz im niedersächsischen Küstenmeer zugelassen und entsprechend ausgerüstet.

Neuer Tatortkraftwagen für die Kriminaltechnik
Für die kriminaltechnische Tatortarbeit steht den Fachkommissariaten Forensik der Zentralen Kriminaldienste nach mehrjähriger Planungs- und Entwicklungsphase ein neu konzipiertes Fahrzeug zur Verfügung. Das Vorgängerfahrzeug wurde 2009 beschafft; der neue Tatortkraftwagen wurde am 10. August 2026 an die Polizeiinspektion Diephol ausgeliefert.
Es handelt sich um einen MAN TGE Kastenwagen in der Langversion mit Hochdach, der für mobile und stationäre Tatortarbeit vorgesehen und auch für die Aufnahme komplexer Tatorte geeignet ist. Das Fahrzeug wurde gezielt auf die praktischen Anforderungen der modernen kriminaltechnischen Tatortarbeit abgestimmt – im Mittelpunkt stehen hohe Praxistauglichkeit bei komplexen Tatortlagen, eine standardisierte und mobile Ausstattung, ergonomische Arbeitsbedingungen, eine leistungsfähige Stromversorgung, bedarfsgerechte Innen- und Außenbeleuchtung, flexible Transport- und Stauraumlösungen sowie ausreichend Platz für Personal, Technik und Einsatzmittel.
Laut Innenministerium ermöglicht die Kombination aus großzügigem Innenraum, funktionaler Ausstattung und flexiblen Nutzungsmöglichkeiten eine strukturierte und effiziente Durchführung kriminaltechnischer Maßnahmen direkt am Einsatzort. Die Kosten für Fahrzeug inklusive Umbau liegen bei 145.000 Euro, für die Ausrüstung bei rund 7.000 Euro (exklusive Verbrauchsmaterial). Der Laderaum fasst 14,4 Kubikmeter, die seitliche Schiebetür misst 1.311 x 1.822 Millimeter (Breite x Höhe), die Heckflügeltüren 1.552 x 1.840 Millimeter; die Ladekantenhöhe hinten beträgt 570 Millimeter (720 Millimeter), der Wendekreis 16,9 Meter.
DSRC-Antenne zur Fernauslesung von Fahrtenschreibern
Ein technologischer Meilenstein ist die flächendeckende Einführung der sogenannten DSRC-Antennen. Nach einer Erprobungsphase mit zwei Geräten im Herbst 2024 wurden im Frühjahr 2026 insgesamt 18 Geräte für eine flächendeckende Verfügbarkeit beschafft. Die Antennen ermöglichen die Fernauslesung der Daten des EG-Kontrollgerätes – etwa von Lkw-Fahrtenschreibern – ohne personenbezogene Daten zu erfassen, und dienen der Früherkennung möglicher Manipulationen oder Missbrauchs. Montiert werden sie mittels Magnetfüßen auf dem Dach des Dienstfahrzeugs. Die Nutzung während der Streifenfahrt ist bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h möglich, alternativ ist eine stationäre Montage auf einem Stativ vorgesehen. Der Preis liegt bei rund 5.800 Euro pro Gerät.
Schallpegelmesser für Lärmkontrollen
Für die Erfassung und Dokumentation von Geräuschpegeln setzt die Polizei Niedersachsen auf den Schallpegelmesser B&K Typ 2245 des Herstellers Hottinger Brüel & Kjær aus Virum, Dänemark. Das Gerät der Genauigkeitsklasse 1 kommt insbesondere bei Geräuschmessungen an Kraftfahrzeugen sowie bei der Überprüfung festgelegter Lärmgrenzen bei versammlungsrechtlichen Aktionen und sonstigen Veranstaltungen zum Einsatz. Zu den Einsatzmöglichkeiten zählen zudem die stationäre Messung und Prüfung von Auspuffgeräuschen, die Überprüfung der Einhaltung von Lärmvorschriften im Straßenverkehr, anlassbezogene Geräuschmessungen in weiteren Einsatzlagen sowie die aufgaben- oder arbeitsplatzbezogene Untersuchung von Lärmbelastungen.
Die Schutzklasse IP55, ein interner Messspeicher, eine lange Akkulaufzeit und drahtlose Verbindungsmöglichkeiten sollen einen flexiblen Einsatz vor Ort ermöglichen. Technische Daten: Messbereich 16 bis 141 dB bei A-bewerteten Signalen, 16 GB interner Messspeicher, Audioaufnahme in MP3-Wiedergabequalität, Konnektivität über GPS, Bluetooth und WLAN, eine Betriebsdauer von typischerweise mehr als 14 Stunden bei aktiviertem WLAN. Das Gerät entspricht den Normen DIN EN 61672-1:2014-07, DIN EN 61260:2014-10 und DIN 45657:2014-07 und verfügt über eine Baumusterprüfbescheinigung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Der Einkaufspreis über das Landeszentrale-Netzwerk (LZN) liegt bei 6.138 Euro inklusive Kalibrator.
Weitere Kontroll- und Präventionsmittel
Zur Prüfung von Fahrzeuggeschwindigkeiten wird bei der Polizei Niedersachsen aktuell ein Rollenprüfstand der Firma Traktal genutzt. Ergänzend wird seit dem 7. August 2026 im Rahmen einer sechswöchigen Erprobungsphase bei der Polizeidirektion Osnabrück der Rollenprüfstand E-SpeedControl der Firma Wenger getestet, ausgeliefert an die Zentrale Polizeidirektion bereits im Oktober 2025. Nach der Erprobung in Osnabrück (bis 13. September 2026) soll eine weitere sechswöchige Testphase ab dem 22. September 2026 bei der Polizeidirektion Oldenburg folgen. Einsatzmöglichkeiten sind Verkehrskontrollen im täglichen Einsatz- und Streifendienst, Schwerpunktkontrollen im Bereich Zweirad mobil und stationär, die Überprüfung bereits sichergestellter oder beschlagnahmter Fahrzeuge im Ermittlungsdienst, die rechtssichere Dokumentation von Verkehrsstraftaten und -ordnungswidrigkeiten sowie vom Fahrzeug abgesetztes Arbeiten mittels eines handlichen Koffersystems.
Der Beschaffungspreis liegt bei rund 6.000 Euro. Das Gerät wiegt 11 Kilogramm, misst 426 x 380 x 117 Millimeter, ist für eine Rollenbelastung von bis zu 200 Kilogramm ausgelegt und misst Geschwindigkeiten bis 120 km/h bei einer maximalen Reifenbreite von 300 Millimetern und einem Raddurchmesser von 100 bis 800 Millimetern (bis 29 Zoll). Die Energieversorgung erfolgt über drei AA-Lithium-Batterien; für das Gerät liegt ein Eichschein des Mess- und Eichwesens Niedersachsen vor.
Zur Durchsetzung polizeilicher Maßnahmen im gewerblichen Güter-, Personen- und Schwerlastverkehr wurden zudem technische Sperren erprobt: die Radkralle MEM 40t und eine Königzapfensicherung. Der Bedarf wurde von den Polizeibehörden im Kontext des beruflichen Güterkraftverkehrs angemeldet, die Erprobung erfolgte 2025. Die Radkralle kann bei Fahrzeugen mit einer Reifenbreite von 265 bis 365 Millimetern von außen angebracht werden, zusätzlich auch an Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen (Sprinterklasse). Sie besteht aus einer Reifenklammer aus galvanisch verzinktem, gehärtetem Baustahl und einem Reifenkeil aus gehärtetem Stahl, verfügt über diebstahlsichere Radmuttern und ein Felgenschloss, wiegt inklusive Reifenkeil rund 15 Kilogramm und misst im Packmaß 740 x 430 x 200 Millimeter.
Der Beschaffungspreis für das Radkrallensystem liegt bei 700 Euro. Die Königzapfensicherung soll das Ankoppeln von Lkw-Anhängern verhindern; sie wird von oben auf den Königzapfen geschoben, sodass dessen Schrauben automatisch abgedeckt werden. Sie besteht aus pulverbeschichtetem Stahl, wiegt 4 Kilogramm, misst im Packmaß 200 x 200 x 200 Millimeter und kostet 264 Euro.
Für die Verkehrsunfallprävention setzt die Polizeidirektion Hannover seit 2026 zudem zwei E-Scooter des Typs Segway Max G3 D ein. Die Erprobungsfahrzeuge werden im Rahmen von E-Scooter-Präventionskursen an Schulen durch Mitarbeitende mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Verkehrssicherheitsarbeit genutzt. Der Beschaffungspreis liegt bei 864,89 Euro pro Fahrzeug. Technische Daten: Höchstgeschwindigkeit 20 km/h, Nennleistung 500 Watt, Hinterradantrieb, Hydraulikfederung vorne und hinten, Scheibenbremsen an beiden Rädern, 46,8-Volt-Akku, Reichweite bis zu 80 Kilometer, Ladezeit 3,5 Stunden, Gewicht 24,6 Kilogramm, maximale Zuladung 130 Kilogramm. Das Fahrzeug verfügt über Frontlicht, Brems- und Rücklicht, Fahrtrichtungsanzeiger, Traktionskontrolle sowie ein Farbdisplay.
Ministerin Behrens: „Zukunftssichere Aufstellung“ der Polizei
Ministerin Behrens betonte die Bedeutung der Neuanschaffungen für die tägliche Polizeiarbeit: „Eine moderne und zeitgemäße Ausstattung ist unerlässlich für die hohe Qualität der Polizeiarbeit und die Sicherheit unserer Polizistinnen und Polizisten“, erklärte Behrens laut Mitteilung des niedersächsischen Innenministeriums. Man nutze die Chancen moderner Technologien und investiere trotz der schwierigen Haushaltslage gezielt in die Einsatzfähigkeit der Polizei.
Mit der neuen Ausrüstung, der Aufrüstung des Fuhrparks mit Elektrofahrzeugen sowie dem Einsatz neuer Boote bei der Wasserschutzpolizei werde die Polizei Niedersachsen sowohl auf der Straße als auch auf Flüssen und Seen zukunftssicher aufgestellt und die Effizienz bei der Einsatzbewältigung erhöht. Finanziert werden die Maßnahmen laut Ministerium neben Landesmitteln auch über das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes.
Der Präsentationstermin folgt auf die feierliche Indienststellung des ersten von zwei neuen Polizeihubschraubern am Flughafen Hannover im August 2026.
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