Nicht der schnellste, sondern der sicherste Weg durch die Stadt – das ist das Ziel des KI-Projekts „SafeWay“ der AImera Group GmbH aus Scharbeutz. Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter übergab dem Unternehmen am 14. August in Kiel einen Förderbescheid über 149.999 Euro.
Sicherheitsrelevante Daten fließen in die Routenplanung ein
Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung einer mobilen Navigationslösung, die über klassische Routenberechnung hinausgeht. Statt nur Entfernung und Fahrzeit zu berücksichtigen, soll SafeWay künftig auch sicherheitsrelevante Informationen in die Wegewahl einbeziehen. Zielgruppe sind insbesondere Frauen, aber auch generell Menschen mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis.
Dafür wertet das System mithilfe Künstlicher Intelligenz Daten aus verschiedenen Quellen aus – etwa Kriminalitätsstatistiken, Polizei- und Presseberichte, Verkehrs- und Beleuchtungsdaten sowie Hinweise aus sozialen Netzwerken. Aus diesen Angaben soll eine dynamische Risikobewertung entstehen, die direkt in die Routenplanung einfließt.
Minister Schrödter betonte den gesellschaftlichen Nutzen des Ansatzes: „Künstliche Intelligenz muss den Menschen dienen. Genau das ist der Ansatz von SafeWay.“ Viele Menschen mieden bestimmte Wege oder Orte, weil sie sich dort unsicher fühlten. Eine sicherheitsoptimierte Routenoption könne hier „mehr Freiheit und Teilhabe im Alltag“ schaffen.
Datenschutz durch lokale Verarbeitung
Bei der technischen Umsetzung setzt die AImera Group bewusst auf einen eigenen KI-Server statt auf eine öffentliche Cloud. Sensible Informationen sollen dadurch lokal verarbeitet werden, ohne dass sie an externe Cloud-Dienste weitergegeben werden müssen.
Zu den zentralen Anforderungen an das Projekt zählen neben dem Datenschutz auch Anonymität, transparente Verfahren und eine diskriminierungsfreie Datenverarbeitung. Die technische Architektur soll zudem auf offenen Standards und offenen Daten aufbauen.
Förderung über KI-Förderrichtlinie des Landes
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf knapp 200.000 Euro. Über die KI-Förderrichtlinie des Landes Schleswig-Holstein übernimmt das Land 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Bewilligungszeitraum läuft vom 1. Februar 2026 bis zum 31. März 2027.
Für Schrödter ist SafeWay ein Vorzeigeprojekt für den landeseigenen KI-Förderansatz: Es stehe für konkreten gesellschaftlichen Nutzen, innovative Lösungen aus Schleswig-Holstein und klare Regeln bei Datenschutz und Transparenz. Ziel sei es, mit solchen Projekten sowohl das Leben der Menschen zu verbessern als auch Know-how und Wertschöpfung im Land aufzubauen.
Prototyp bis Ende März 2027 geplant
Bis Ende März 2027 soll ein praxistauglicher Prototyp entstehen. Anschließend könnte die Lösung gemeinsam mit möglichen Partnern unter realen Bedingungen weiterentwickelt werden.
Auch über die individuelle Routenplanung hinaus sieht Schrödter Potenzial in dem Ansatz: Perspektivisch könnte die Technologie auch Kommunen und öffentlichen Einrichtungen dabei helfen, Informationen zur Sicherheit im öffentlichen Raum auszuwerten und in die Stadt- und Infrastrukturplanung einzubeziehen.
„In Schleswig-Holstein entstehen Lösungen, die technologisch anspruchsvoll sind und zugleich ganz nah am Alltag der Menschen ansetzen“, so Schrödter. Genau diese Verbindung mache SafeWay überzeugend und zeige das Potenzial der Unternehmen und Start-ups im Land.
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