Innenstaatssekretär Sönke Schulz auf Sommertour in Quarnstedt: Bevölkerungsschutzprojekt mit Vorbildcharakter

Im Kreis Steinburg zeigt die Gemeinde Quarnstedt, wie Bevölkerungsschutz und Klimaschutz zusammenpassen: Eine Photovoltaikanlage mit Speicher macht das örtliche Dörpshus im Blackoutfall zur notstromversorgten „Notstrominsel“. Innenstaatssekretär Dr. Sönke Schulz besuchte das Projekt im Rahmen seiner Sommertour und sieht darin eine mögliche Blaupause für ganz Schleswig-Holstein.
Quarnstedt
v.l. Dr. Jan Pommerehn (SH Netz), Dr. Sönke Schulz, Harro Kruse (Bgm Gemeinde Quarnstedt sowie Michael Gudewill (SH Netz)
Foto: SH Netz

Richtungsweisendes Projekt im Kreis Steinburg

Schleswig-Holsteins Innenstaatssekretär Dr. Sönke Schulz hat sich gestern im Rahmen seiner Sommertour über ein richtungsweisendes Bevölkerungsschutzprojekt informiert. Die Gemeinde Quarnstedt im Kreis Steinburg hat gemeinsam mit der Schleswig-Holstein Netz (SH Netz), der Hochschule Flensburg und der Fachhochschule Westküste sowie dem Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag ein Konzept für eine notstromversorgte Anlaufstelle im Krisenfall erarbeitet, das kurzfristig umgesetzt werden soll.

Photovoltaikanlage macht das Dörpshus Quarnstedt zur „Notstrominsel“

Kern des Projektes ist eine Photovoltaikanlage inklusive Stromspeicher auf dem „Dörpshus“, die das Dörpshus und das nahe gelegene örtliche Freibad im Sommer mit günstigem Strom versorgt. Diese Anlage ist so geschaltet, dass bei einem Stromausfall das Dörpshus vom öffentlichen Netz getrennt und zur so genannten „Notstrominsel“ wird. Die Einrichtung dient dann als Notfallinfopunkt und Anlaufstelle, wo sich die Bürgerinnen und Bürger im Blackoutfall informieren, die Akkus lebensnotwendiger Geräte – etwa zur Heimbeatmung oder -dialyse – aufladen, sich aufwärmen oder Babynahrung erhitzen können.

Sicherheit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit vereint

„Dieses Konzept schafft für den Blackoutfall eine notstromversorgte Anlaufstelle für die Menschen und für den Alltag klimafreundlichen Strom zur Selbstversorgung der Gemeinde. Hier gehen innere Sicherheit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand“, lobte der Staatssekretär das Projekt: „Damit stärkt die Gemeinde die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und gleichzeitig die Infrastruktur ihrer regionalen Daseinsvorsorge.“

Traktor als Rückfalllösung

Auch für den Fall, dass die PV-Anlage nicht ausreichend Strom produziere und der Batteriespeicher sich leere, sei vorgesorgt. In dem Fall werde einfach ein mobiles Notstromaggregat an die Zapfwelle eines Traktors geschaltet.

Quarnstedt: Gemeinsam gut vorbereitet

Insgesamt sei die Gemeinde mit ihrem Krisenkonzept für den Bevölkerungsschutz gut aufgestellt: „Wenn man alles einmal durchplant und alle wissen, was im Krisenfall zu tun ist, gibt das Sicherheit. Krisen bewältigt man am besten gemeinsam“, sagte der Staatssekretär.

SH Netz: Vorbild für erneuerbare Notstromversorgung

„Gemeinsam mit der Gemeinde Quarnstedt gehen wir voran und zeigen, wie eine Stromversorgung für einen Notfall-Infopunkt aus Erneuerbarer Energie gelingen kann“, sagt Dr. Jan Pommerehn, Leiter Kommunale Partnerschaften bei SH Netz. „Auch alle anderen Kommunen im Land können wir bei der Aufstellung eines Notstromkonzeptes unterstützen.“

Blaupause für weitere Kommunen

Staatssekretär Schulz zeigte sich zuversichtlich, dass viele Gemeinden das Konzept als Vorbild für eigene notstromversorgte Anlaufstellen nehmen werden: „Dies könnte zur Blaupause für viele Gemeinden in Schleswig-Holstein werden. Das vereinfacht die Planung und macht sie damit kostengünstiger. Darüber hinaus ist eine Förderung dieser hybriden Notstromsysteme aus der kommunalen Säule des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität möglich“, so Schulz.

Fördervoraussetzungen

Voraussetzung sei, dass die bundeseinheitliche Vorgabe eines Mindest-Investitionsvolumens von 50.000 Euro erfüllt werde. Dieser erforderliche Mindestwert bezieht sich auf die Gesamtkosten der vor Ort geplanten investiven Maßnahme nebst Begleitkosten.

Quelle: Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport

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