Cyberstudie: Phishing dominiert, KI bereitet Sorgen

Cybervorfälle
hishing-Angriffe zählen weiterhin zu den gefährlichsten Cyberbedrohungen – der zunehmende Einsatz von KI macht sie noch schwerer erkennbar.
Foto: Symbolbild KI-generiert

75 Prozent der deutschen Unternehmen von Cybervorfällen betroffen

Cybervorfälle gehören für viele deutsche Unternehmen inzwischen zum Alltag. Laut einer aktuellen Studie von ManageEngine waren in den vergangenen zwölf Monaten 75 Prozent der deutschen Unternehmen von mindestens einem Cyberangriff betroffen. Für die Untersuchung wurden 302 Führungskräfte sowie IT- und Cybersicherheitsexperten aus Unternehmen verschiedener Größen in Deutschland befragt.

Phishing bleibt größte Bedrohung – KI rückt in den Fokus

Die häufigsten Angriffe bleiben Phishing und Social Engineering, die mit 56 Prozent mehr als die Hälfte aller erfassten Sicherheitsvorfälle ausmachen. Gleichzeitig wächst jedoch die Sorge vor neuen Bedrohungen durch künstliche Intelligenz. Weitere 45 Prozent der Befragten sehen KI-gestützte Angriffe als größtes Cyberrisiko für die kommenden zwölf Monate. Dabei ist die größte Sorge: Angreifer könnten KI künftig verstärkt nutzen, um Angriffe zu automatisieren, gezielter durchzuführen und schwerer erkennbar zu machen.

Unternehmen investieren in neue Sicherheitsmaßnahmen

Diese Entwicklung beeinflusst bereits die Investitionspläne der Unternehmen. 35 Prozent der Befragten geben an, dass die Vorbereitung auf KI-basierte und neue Bedrohungen in den kommenden zwei Jahren ihre wichtigste Investitionspriorität im Bereich Cybersicherheit ist. Gleichzeitig bleibt das Engagement der Unternehmensführung unterschiedlich ausgeprägt: Während 39 Prozent berichten, dass sich Vorstand und Geschäftsleitung vor allem im Krisenfall intensiv mit Cybersicherheit befassen, bewerten lediglich 28 Prozent das Engagement der Führung als kontinuierlich und sehr hoch.

IT- und Sicherheitsteams unter hoher Belastung

Auch die IT- und Sicherheitsteams stehen unter erheblichem Druck. 33 Prozent der Unternehmen beschreiben ihre Teams als dauerhaft stark ausgelastet oder überlastet. Zusätzlich erschweren Fachkräftemangel, Kompetenzlücken und eine hohe Abhängigkeit von manuellen Prozessen den Aufbau einer widerstandsfähigen Cyberabwehr.

Gute Grundlagen für mehr Cyberresilienz

Trotz dieser Herausforderungen zeigen die Ergebnisse, dass viele Unternehmen bereits über solide Strukturen verfügen. 95 Prozent führen nach einem Cybervorfall eine formelle Auswertung durch. 53 Prozent setzen die gewonnenen Erkenntnisse in gezielte Verbesserungen um, während 38 Prozent langfristige Maßnahmen zur Stärkung ihrer Cyberresilienz ergreifen. Zudem verfügen 95 Prozent über eine formelle Backup-Strategie, und 92 Prozent haben klare Verantwortlichkeiten für den Umgang mit Cybervorfällen festgelegt.

Fazit

Die Studie zeigt insgesamt, dass deutsche Unternehmen bereits wichtige Grundlagen im Kampf gegen Cybervorfälle geschaffen haben. Gleichzeitig macht sie jedoch deutlich, dass sich Sicherheitsstrategien, Kompetenzen und das Engagement der Unternehmensführung ebenso schnell weiterentwickeln müssen wie die Bedrohungslage selbst – insbesondere mit Blick auf den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Cyberangriffen.

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