Wenn der Wald brennt: Landwirte werden zu Feuerwehr-Helfern

Landwirte können Feuerwehren bei Großbränden mit vorhandener Technik unterstützen.
Die Plattform Red Farmer vernetzt Helfer und Einsatzkräfte. Zum Einsatz kommen unter anderem Tankfässer, Traktoren und Spezialmaschinen.

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Foto: pexels/ Özgür Sürmeli

Bei großflächigen Wald- und Vegetationsbränden stoßen Feuerwehren schnell an ihre personellen und technischen Grenzen. Besonders die Versorgung mit Löschwasser und der Transport von Material können bei lang andauernden Einsätzen zu einer Herausforderung werden. Genau hier setzt das Projekt Red Farmer an: Die Plattform vernetzt Feuerwehren mit Landwirten, Winzern und weiteren Betrieben, die im Einsatzfall Fahrzeuge und Spezialtechnik zur Verfügung stellen können.

Über ein zentrales Online-Portal können sich Helfer registrieren und ihre verfügbaren Fahrzeuge und Geräte hinterlegen. Dazu zählen beispielsweise Wasser- und Güllefässer, Tankfahrzeuge und Tankanhänger, Zugfahrzeuge, Radlader oder forstwirtschaftliche Maschinen. Auch weitere land- und forstwirtschaftliche Spezialtechnik kann über die Plattform angeboten werden.

Im Einsatzfall können Feuerwehr beziehungsweise Leitstelle auf die registrierten Ressourcen zurückgreifen und passende Helfer direkt telefonisch kontaktieren. Die Unterstützung bleibt freiwillig. Auch wenn ein Landwirt oder Betrieb angefragt wird, besteht keine Verpflichtung, tatsächlich zum Einsatz zu kommen.

Zusätzliche Ressourcen für den Einsatz

Die Idee hinter Red Farmer ist es, bereits vorhandene Technik in der Region für den Bevölkerungsschutz nutzbar zu machen. Gerade bei Wald- und Vegetationsbränden können beispielsweise Tankfässer dazu eingesetzt werden, Löschwasser zu transportieren. Andere Maschinen können beim Transport von Material oder bei Arbeiten außerhalb des unmittelbaren Gefahrenbereichs unterstützen.

Auch Handwerksbetriebe mit geeigneter Spezialtechnik können sich an dem Netzwerk beteiligen. Dadurch soll die verfügbare technische Unterstützung über die klassischen Ressourcen der Feuerwehr hinaus erweitert werden.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Sicherheit. Die registrierten Helfer sind in der Regel keine ausgebildeten Feuerwehrangehörigen und sollen deshalb nicht im unmittelbaren Gefahrenbereich eingesetzt werden. Ihre Aufgaben erfolgen nach dem Konzept von Red Farmer außerhalb des Gefahrenbereichs und in Abstimmung mit der Einsatzleitung.

Digitale Vernetzung im Hintergrund

Das Prinzip ist einfach: Ein Betrieb registriert sich auf der Plattform und hinterlegt seine Fahrzeuge und Geräte. Benötigt eine Feuerwehr zusätzliche Unterstützung, können passende Ressourcen gesucht und die jeweiligen Anbieter kontaktiert werden. Der Helfer entscheidet anschließend selbst, ob er die angeforderte Unterstützung übernehmen kann.

Damit soll vorhandene Technik schneller dort verfügbar werden, wo sie benötigt wird. Gleichzeitig ermöglicht das System eine Vernetzung über kommunale und Landkreisgrenzen hinweg.

Red Farmer ist aus der Südpfalz heraus entstanden und soll auch in weiteren Regionen eingesetzt werden. Unterstützt wird die Initiative unter anderem von Organisationen aus Landwirtschaft und Feuerwehr sowie von kommunalen Partnern.

Unterstützung auch bei der Abrechnung

Neben der Vermittlung von Technik beschäftigt sich das Konzept auch mit Fragen rund um Versicherung und Vergütung. Nach Angaben von Red Farmer gibt es für bestimmte Einsatzsituationen entsprechende Regelungen zum Versicherungsschutz. Auch eine Abrechnung der eingesetzten Fahrzeuge, Geräte und Arbeitskraft kann grundsätzlich möglich sein. Den Helfern wird empfohlen, sich die Anforderung vor einem Einsatz schriftlich bestätigen zu lassen.

Red Farmer verfolgt damit einen Ansatz, bei dem Feuerwehr und Landwirtschaft im Katastrophenschutz enger zusammenarbeiten. Statt zusätzliche Spezialtechnik ausschließlich für seltene Großschadenslagen vorzuhalten, soll vorhandene Technik aus der Region im Bedarfsfall schnell und organisiert für die Gefahrenabwehr nutzbar werden.

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