K-Funk: Modulare Rückfallkommunikation für Behörden, BOS und KRITIS-Betreiber

Auf der Interschutz 2026 besuchte Security Network mit Frank Tonat, Leiter Strategie- und Geschäftsentwicklung bei Abel & Käufl (Stand G14 in Halle 16), um über die wachsende Bedeutung resilienter Kommunikationslösungen zu sprechen. Im Mittelpunkt stand das Konzept „K-Funk“ – ein modularer Ansatz für Betriebs-, Einsatz- und Rückfallkommunikation in Krisen- und Ausfallszenarien.

K-Funk: Frank Tonat, Leiter Strategie- und Geschäftsentwicklung bei Abel & Käufl, sprach über über die wachsende Bedeutung resilienter Kommunikationslösungen
Frank Tonat, Leiter Strategie- und Geschäftsentwicklung bei Abel & Käufl, sprach über über die wachsende Bedeutung resilienter Kommunikationslösungen
Foto: CPM / André Luhmer

Kommunikation ist die Grundlage jeder Führungs- und Handlungsfähigkeit. Fällt sie aus, geraten Unternehmen, Behörden und Einsatzorganisationen schnell an ihre Grenzen. Genau hier setzt Abel & Käufl mit dem Konzept „K-Funk“ an, das auf der Interschutz vorgestellt wurde.

„Im Großen und Ganzen geht es bei diesen drei Themen immer darum, die Handlungsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen aufrechtzuerhalten“, erläuterte Tonat.

Drei Säulen der Kommunikationssicherheit

Das Unternehmen präsentiert seine Lösungen entlang von drei zentralen Anwendungsbereichen:

  • Betriebskommunikation für Industrieunternehmen und Organisationen mit besonderen Anforderungen im täglichen Betrieb.
  • Einsatzkommunikation für BOS und andere Einsatzkräfte mit hohen Anforderungen an Verfügbarkeit, Robustheit und Ausfallsicherheit.
  • Rückfallkommunikation für Szenarien, in denen bestehende Kommunikationssysteme nicht mehr verfügbar oder nur eingeschränkt nutzbar sind.

Gerade die Rückfallkommunikation gewinnt angesichts zunehmender Cyberbedrohungen, möglicher Sabotageakte sowie der Erfahrungen aus langanhaltenden Schadenslagen und Digitalfunkausfällen an Bedeutung.

Der Mythos vom „großen Schalter“

Nach Ansicht von Tonat existier keine universelle Lösung, die im Krisenfall sämtliche Kommunikationsprobleme auf Knopfdruck beseitigt. „Den großen Schalter, den man einfach umlegt und alles funktioniert dann wieder genauso wie vorher, den gibt es nicht“, betonte er.

Vielmehr müsse jede Organisation ihre individuellen Anforderungen analysieren und daraus passende Rückfallstrategien entwickeln. Genau dafür wurde K-Funk entwickelt.

K-Funk als modularer Bauplan

K-Funk versteht sich nicht als einzelnes Produkt, sondern als modularer Baukasten. Verschiedene Technologien, Dienste, Produkte und Betriebsmodelle werden dabei kombiniert, um individuelle Kommunikationsanforderungen abzudecken.

Dabei unterscheidet Abel & Käufl zwischen unterschiedlichen Kommunikationsformen. Während Einsatzkräfte im operativen Geschehen vor allem auf Gruppenkommunikation angewiesen sind, nutzen Verwaltungsstäbe oder politische Entscheidungsträger überwiegend Einzelkommunikation.

Ein Satellitentelefon kann daher für einen Digitalfunkkanal kein vollwertiger Ersatz sein, wenn Einsatzkräfte weiterhin in Gruppen kommunizieren müssen. Umgekehrt hilft ein Funkgerät einem Verwaltungsstab wenig, wenn dessen Mitglieder üblicherweise telefonisch miteinander kommunizieren.

„Wichtig ist, dass die Rückfallkommunikation dieselbe Kommunikationsart bietet, die auch im Normalbetrieb verwendet wird“, erklärte Tonat.

Neun Kriterien für resiliente Kommunikation

Um geeignete Rückfalllösungen zu identifizieren, bewertet Abel & Käufl nach eigenen Angaben neun zentrale Kriterien. Dazu gehören unter anderem:

  • Mobilität der Lösung
  • Interoperabilität mit anderen Technologien
  • Interoperabilität mit Partnerorganisationen
  • Nutzerfreundlichkeit
  • Wirtschaftlichkeit
  • Vertrags- und Betriebsmodelle
  • Organisatorische Einbindung
  • Technische Verfügbarkeit
  • Resilienzanforderungen

Diese Kriterien werden im Rahmen von Workshops und Beratungsprojekten analysiert, um daraus ein individuelles Kommunikationskonzept zu entwickeln.

BOS benötigen organisationsübergreifende Konzepte

Besonders für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) reicht eine isolierte technische Lösung nicht aus. Rückfallkommunikation muss organisationsübergreifend funktionieren und auch organisatorisch vorbereitet werden. „Eine reine technische Rückfalllösung als Insel ermöglicht noch lange keine Zusammenarbeit“, sagte Tonat.

Als Beispiel nannte er das Land Baden-Württemberg. Dort wird seitens des Innenministeriums eine zusätzliche Rückfallebene für den BOS-Digitalfunk aufgebaut. Dabei werden Kommunikationswege zwischen Landesregierung, Regierungspräsidien und weiteren Verwaltungsebenen sowohl technisch als auch organisatorisch abgesichert.

SaFe: Rückfallebene auf Basis von SAT-PTT

Zum Einsatz kommt dabei das System SaFe, das auf dem K-Funk-SAT-PTT-System von Abel & Käufl basiert. Die Lösung ermöglicht Gruppenkommunikation über satellitengestützte Netzwerke und kann organisationsübergreifend eingesetzt werden.

Das Satellitenfunkgerät SAT-PTT von Abel & Käufl.
Das Satellitenfunkgerät SAT-PTT von Abel & Käufl.
Foto: CPM / André Luhmer

Die Technologie wird nach Unternehmensangaben bereits seit Jahren von verschiedenen Anwendern genutzt. Dazu zählen unter anderem Hilfsorganisationen, Kommunen, Landratsämter sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen.

Auch die Malteser setzen das System bundesweit als Rückfallebene für die operative Kommunikation ein. Darüber hinaus wurde die Lösung bereits in internationalen Krisenszenarien eingesetzt.

Resilienz wird zur Pflichtaufgabe

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie abhängig moderne Gesellschaften von funktionierenden Kommunikationsnetzen sind. Naturkatastrophen, Cyberangriffe oder technische Ausfälle können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Auswirkungen auf die Einsatzfähigkeit von Behörden, Unternehmen und Hilfsorganisationen haben.

Der Ansatz von Abel & Käufl verdeutlicht, dass resiliente Kommunikation weit mehr umfasst als die Bereitstellung alternativer Technik. Erst das Zusammenspiel aus Technologie, Organisation, Prozessen und Anwendern schafft die Voraussetzungen dafür, auch unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Mit K-Funk verfolgt das Unternehmen daher einen ganzheitlichen Ansatz, der individuell auf die Anforderungen von BOS, KRITIS-Betreibern, Industrieunternehmen und öffentlichen Verwaltungen zugeschnitten werden kann.

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