Interview: Neue Wege für unbemannte Einsatzfahrzeuge

In der Welt der Feuerwehr seien „noch Hunderte Fähigkeiten zu identifizieren, die man unbemannt lösen kann“ meint Oliver Rasche. Security Network sprach mit dem Geschäftsführer von Alpha Robotics am Rande der laufenden Interschutz über die Zukunft unbemannter Systeme für die Brandbekämpfung – und den Weg seines Unternehmens in die Verteidigungsindustrie. Das Interview führte Navid Linnemann.

Interview: Oliver Rasche, Geschäftsführer von Alpha Robotics, neben einem UGV Wolf R1.
Oliver Rasche, Geschäftsführer von Alpha Robotics, neben einem UGV Wolf R1.
Foto: CPM / Sascha Schuermann
Was zeigt Alpha Robotics auf der Interschutz?

Wir zeigen unser gesamtes Portfolio unbemannter Technologien, sowohl Land- als auch Luftsysteme. Das ist notwendig, um den Messebesuchern den ganzheitlichen Ansatz für die Anwendung unbemannter Systeme darzustellen.

Sie sind kein Newcomer mehr auf dieser Messe – Was hat sich in den letzten Jahren verändert?

Die Besucher hier sind schon interessierter an neuen Technologien. Es braucht immer noch ein bisschen Erklärung und auch teilweise etwas Unterstützung dabei, mit kreativem Blick an Normungen und an Lehrthemen vorbei auf die Einsatzstelle zu blicken.

Aber wir sehen ja auch in der Veränderung unserer Marktbegleiter, dass wir einen deutlichen Zuwachs an unbemannten Systemen generell haben. Dadurch verändert sich auch die Perspektive des Marktes, zumindest mal, wenn es darum geht, bei neuen Technologien genauer hinzusehen, zuzuhören.

Wenn Kunden an den Stand kommen, was erzählen Sie denen, warum sie Ihre Systeme kaufen sollten?

Das, was uns vom Rest des Markts abhebt, ist die Vielfältigkeit. Wir haben einfache, handferngesteuerte Landsysteme mit unterschiedlichen Fähigkeiten, solche Systeme nennen wir Wechselsystemträger. Erst durch das Aufsetzen eines Tools wird eine Fähigkeit definiert.

Der Superwolf HR1 mit Anbauten auf der Interschutz
Der Superwolf HR1 mit Anbauten auf der Interschutz.
Foto: CPM / Sascha Schuermann

Dann haben wir taktische Einsatzroboter, die über sehr große Entfernung teleoperativ geführt werden können, wodurch man nicht nur die Landsysteme selbst, sondern ebenso Luftsysteme braucht, um dieses Element im Raum taktisch zu führen. Zudem ist ein sehr großer Fähigkeitssprung erforderlich, wenn es um unterschiedliche Kommunikationsstrategien beim Einsatz des Systems geht.

Das ist letzten Endes auch das, was uns in eine technologische Sonderstellung hebt; dass wir hier ein ganzes Ökosystem aus Land- und Luftsystemen und mobilen Führungsleitständen mit auf die Messe gebracht haben.

Wenn Sie an Herausforderungen denken, wo Sie sagen, in die Richtung müssen wir zum Beispiel noch weiterentwickeln, da ist ja etwas, wo wir gerne hinwollen würden, was würden Sie dann nennen?

Erst mal bin ich der Meinung, dass wenn wir uns die Welt „Feuerwehr“ ansehen oder generell über den Zivilschutz sprechen, wahrscheinlich noch Hunderte Fähigkeiten zu identifizieren sind, die man unbemannt lösen kann; vielleicht unbemannt lösen sollte.

Auf der anderen Seite würde ich mir für die Zukunft wünschen, dass Feuerwehr weiterhin ganzheitlich – und das ist gar nicht nur auf Feuerwehr Deutschland, sondern die Feuerwehr weltweit bezogen – in ihrer kreativen Einsatzbetrachtung mehr in die Fähigkeit hineinwächst, neue Technologien zuzulassen.

Wir sprechen über Feuerwehr. Ihr Unternehmen hat jüngst auch den Schritt gewagt, in Richtung Defence zu denken. Wie kamen Sie zu dem Schritt?

Am Ende sind wir nicht nur Hersteller für Feuerwehrtechnik, sondern ich habe persönlich auch eine militärische Vita. Wir sehen heute, dass wir einen technologischen Fähigkeitsaufwuchs erzeugt haben. Und wenn wir über die Souveränität Europas sprechen und über die Sicherheit der NATO-Bündnispartner sprechen, dann haben wir hier neben unserer technologischen Verantwortung auch einen gewissen Patriotismus, den wir vor uns hertragen.

Bereits ein Vorgeschmack auf die Kooperation mit GDELS im Defence Bereich.
Bereits ein Vorgeschmack auf die Kooperation mit GDELS im Defence Bereich.
Foto: CPM / Sascha Schuermann

Aus diesem Hintergrund heraus haben wir uns dann dazu entschlossen, gemeinsam mit unserem Partner General Dynamics European Land Systems hier das Manned-Unmanned Teaming (MUM-T) zur Verfügung zu stellen.

Was für Produkte können wir uns da erwarten?

Die Aussage knüpfe ich mal an meine zuvor getroffene Äußerung: Auch hier sind künftig noch Hunderte Fähigkeiten möglich und nötig. Wir werden uns konsequent auf die dringendsten Bedarfe fokussieren, bei denen Manned-Unmanned Teaming als Force Multiplier verstanden werden kann. Und da wird man auch spätestens in zwei Wochen auf der Eurosatory das erste Set-up sehen.

Vielen Dank für das Interview.
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