Wenn ein Chemiewerk in Brand gerät, ein Tanklager explodiert oder Sabotage an einer Industrieanlage vermutet wird, brauchen Einsatzkräfte schnell ein Lagebild. Hier setzt die Dräger Multisensor Box 8500 an, welche 16 Sensoren in einer Box vereint. Das kompakte Messmodul bündelt die bewährte Sensortechnologie mehrerer Gaswarngeräte auf einer einzigen Leiterplatte.
Neu ist bei Dräger, dass die Multisensorbox jetzt noch einmal verkleinert wurde und sich so unterhalb einer handelsüblichen Drohne montieren lässt. Statt mit Fahrzeugen langsam durch einen potenziell gefährlichen Bereich zu fahren, kann die Drohne den Bereich sogar dreidimensional abfliegen.
Somit ist auch in der Höhe – in der sich toxische oder explosive Gase tatsächlich ausbreiten – ein akkurates Lagebild machbar. Die Messdaten werden in Echtzeit an eine Bodenstation übertragen und liefern ein Live-Lagebild, das die Einsatzleitung unmittelbar nutzen kann.
Technisch funktioniert die Box nach dem Prinzip der aktiven Luftansaugung: Luft strömt durch einen Kanal im Gehäuse, sodass Staub und Partikel abgeschieden werden, bevor die Probe die Sensoren erreicht. Die Intelligenz steckt in der verbauten Leiterplatte, auf der alle Sensorelemente zusammengeführt sind – von brennbaren Gasen und toxischen Substanzen bis hin zu Sauerstoff.
Die Messwerte werden farblich codiert auf einem Lagebild dargestellt: Gelb signalisiert erhöhte Konzentration, Rot einen kritischen Bereich. Besonders relevant für den Zivilschutz: Auch Explosivzonen lassen sich identifizieren – steigende Werte zwischen unterer und oberer Explosionsgrenze zeigen an, wann ein Bereich gefährlich wird. Das System ist laut Dräger-Vertretern am Messestand bereits im Einsatz bei der französischen Armee.
Dräger M2000 mit NBC-Filter: Alte Maske, neuer Bedarf
Die Dräger M2000 ist keine Neuheit. Bei der Bundeswehr ist die Maske bereits seit Ende der 1990er-Jahre als Nachfolger der M65 im Einsatz. Auf der Interschutz 2026 ist sie dennoch eines der meistgefragten Produkte am Stand. Der Grund: Deutschland rüstet seinen Zivilschutz nach Jahren des Stillstands gezielt auf, und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe finanziert derzeit die Beschaffung der Masken für Behördenkunden.
Die M2000 kann in weniger als neun Sekunden angelegt werden und bietet zusammen mit dem F2000-Filter Schutz gegen biologische und chemische Kampfstoffe sowie gegen Partikel radioaktiver Substanzen. Damit ist sie die einzige zugelassene Maske, die gemäß EN 136 Klasse 3 gegen alle gängigen Kampfstoffe – von Blausäure über Senfgas bis zu Phosgen und Phosphorsäureestern – wirksam ist.
Der entscheidende Unterschied zu einer Standard-Feuerwehrmaske liegt im Material: Das Maskenmaterial der M2000 ist kampfstoffgeprüft und aus einem speziell entwickelten Elastomer gefertigt, während handelsübliche Feuerwehrmasken aus einem herkömmlichen Gummimaterial bestehen.
Dazu gehört der NBC-Steckanschlussfilter F2000, der seitlich schwenkbar angebracht werden kann und vier Filterstufen umfasst – von der Grobstaubabscheidung bis zur Aktivkohleschicht für chemische Kampfstoffe. Die Maske ist als Rüstungsgut eingestuft und darf ausschließlich an Behördenkunden verkauft werden, um jederzeit nachvollziehen zu können, wo sich die Masken befinden.
Dräger FPS 7000 ESA – Wenn das Wärmebild in der Maske erscheint
Im Brandeinsatz zählt jede Sekunde. Wer in einem verqualmten Gebäude nach Verletzten sucht, muss sich orientieren können, ohne sich dabei auf seine Augen verlassen zu können. Die Kombination aus der Atemschutzvollmaske Dräger FPS 7000 ESA und der Wärmebildkamera UCF FireCore soll genau dieses Problem angehen.
Mit dem in die Atemschutzvollmaske FPS 7000 integrierten FPS In-Mask-Display hat die Einsatzkraft das Wärmebild zu jeder Zeit vor Augen und kann sich schneller fortbewegen und wichtige Zeit sparen, laut Dräger auch unter Nullsichtbedingungen. Die FPS 7000 ist modular aufgebaut und für die Integration von Kommunikationssystemen, Head-up-Displays und weiteren Komponenten ausgelegt.
Die UCF FireCore besteht aus zwei separaten Komponenten: einem Kameramodul, das am Helm befestigt wird, und dem FPS In-Mask-Display, das drahtlos mit der Kamera verbunden ist. Die Kopplung der beiden Komponenten erfolgt per Nahfeldkommunikation in wenigen Sekunden – auch im Einsatz kann die Kamera schnell von einer Einsatzkraft zur nächsten weitergegeben werden, sofern beide eine kompatible Maske mit IMD tragen.
Die Wärmebildkamera erreicht eine Bildauflösung von 160 × 120 Pixel und ist für die Adaption an die Feuerwehrhelme Dräger HPS 7000 und HPS 4300/4500 ausgelegt. Ein integrierter Helligkeitssensor passt das Bild automatisch an die Umgebungsbedingungen an. Für Feuerwehren, die in Bestandsinfrastruktur investiert haben, ist das System nachrüstbar.
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