Beim neunten Cybersicherheitsgipfel Hessen steht die wachsende Bedrohung im Cyberraum im Fokus. Innenstaatssekretär Martin Rößler betont die Bedeutung resilienter digitaler Strukturen.
Mit dem Pilotprojekt „Sandbox“ sollen Kommunen verdächtige Dateien sicher analysieren können.

Cybersicherheit im Fokus
Innenstaatssekretär Martin Rößler besucht heute den neunten Cybersicherheitsgipfel Hessen im Marburger „Lokschuppen“. Unter dem Motto „80 Jahre Hessen – Cybersicherheit in der Zeitenwende“ tauschen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft sowie nationale und internationale Expertinnen und Experten über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen aus. Im Mittelpunkt stehen die wachsende Bedrohungslage im Cyberraum, neue technologische Entwicklungen sowie die Stärkung der Resilienz insbesondere der hessischen Kommunen.
Martin Rößler, der den Cybersicherheitsgipfel mit einem Grußwort eröffnete, erklärte: „In diesem Jahr feiern wir 80 Jahre Hessen. In diesen acht Jahrzehnten hat sich unser Land immer wieder auf neue Herausforderungen eingestellt. Heute müssen wir neben unserer physischen Infrastruktur auch unsere digitalen Lebensadern schützen. Verwaltung, Energieversorgung, Gesundheitswesen, Bildung und Wirtschaft sind zunehmend digital vernetzt. Cybersicherheit ist deshalb zu einem unverzichtbaren Element staatlicher Daseinsvorsorge geworden.
Die Bedrohungslage im Cyberraum hat ein neues Ausmaß erreicht. Cyberangriffe werden professioneller, stärker automatisiert und zunehmend auch von geopolitischen Interessen beeinflusst durchgeführt. Mit Künstlicher Intelligenz und globaler Vernetzung entstehen große Chancen, aber auch neue Risiken. Gegen diese müssen wir uns entschlossen wappnen.
Gerade unsere Kommunen tragen hierbei eine besondere Verantwortung. Wenn digitale Systeme ausfallen oder angegriffen werden, können die Folgen für Bürger unmittelbar spürbar sein. Mit dem Hessen CyberCompetenceCenter, dem Hessen3C, unterstützt Hessen die Kommunen bei der Prävention und Bewältigung von Cybersicherheitsvorfällen. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Unterstützungsangebote kontinuierlich weiter.
Auch der Zukunftspakt zwischen Land und Kommunen leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Cybersicherheit. Der Aufbau einer einheitlichen und resilienten IT-Infrastruktur mit hohen Sicherheitsstandards kann Kommunen entlasten und einen gezielteren Einsatz vorhandener Ressourcen gewährleisten. Zudem bringen Formate wie unsere Hessische Cybersicherheitsplattform hochrangige Cybersicherheitsakteure verschiedener Bereiche an einen Tisch.“
Pilotprojekt „Sandbox“
Innenstaatssekretär Rößler wirkte zudem an der Vorstellung des Pilotprojekts „Sandbox“ zur Stärkung der kommunalen IT-Sicherheit mit. Die von der Hochschule Fresenius gemeinsam mit dem Hessen3C entwickelte „Sandbox“ ist ein geschützter digitaler Testraum, in dem verdächtige E-Mail-Anhänge und Dateien untersucht werden können, ohne dass diese Schaden anrichten.
Martin Rößler erklärte: „Die ,Sandbox‘ ist eine praxisnahe Lösung, die auf Cybersicherheit und digitale Souveränität abzielt. E-Mail-Anhänge oder Links, hinter denen eine Schadsoftware steckt, sind der häufigste Einfallsweg für Cyberangriffe auf Behörden. Die ,Sandbox‘ bietet Kommunen eine sichere Analysemöglichkeit an. Das Projekt zeigt einmal mehr, dass Wissenschaft und Verwaltung gemeinsam hochinnovative Cybersicherheitslösungen entwickeln können. Ich bedanke mich bei allen, die das Projekt angestoßen und es bis zur heute beginnenden Pilotphase fortentwickelt haben. Cybersicherheit braucht Kooperation. Die Zusammenarbeit des Landes Hessen und der Wissenschaft beim Thema Cybersicherheit hat einen vorbildlichen Charakter, der auch andere Stellen zu einer Vernetzung zur Stärkung der IT-Sicherheit inspirieren kann.“
Hessen3C unterstützt Kommunen
Mit dem Hessen3C verfügt Hessen über eine zentrale Anlaufstelle für Informations- und Cybersicherheit. Das Hessen3C unterstützt insbesondere die hessischen Kommunen bei der Prävention und Bewältigung von Cybersicherheitsvorfällen. Mit seinen Beratungs- und Unterstützungsangeboten soll die Widerstandsfähigkeit der kommunalen IT-Strukturen gestärkt werden.
Weitere Maßnahmen
Gemeinsam mit der Hochschule Fresenius entsteht derzeit eine Sandbox auf Basis von Open-Source-Software zur frühzeitigen Erkennung von Schadsoftware. Zudem bietet das Hessen3C den Kommunen kostenfrei die Anbindung an die Malware Information Sharing Platform (MISP) an. Über die Plattform können Informationen über Cyberbedrohungen ausgetauscht und sicherheitsrelevante Erkenntnisse geteilt werden.
Mit dem Kompass-Cybersicherheitssiegel wird zudem das Engagement von Kommunen für eine systematische Verbesserung ihrer IT-Sicherheit sichtbar gemacht und gewürdigt.
Quelle: Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz
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