In Düsseldorf ging es beim dritten Salon des Sicherheitsdialog e.V. um gesellschaftliche Resilienz und Krisenvorsorge. Expertinnen und Experten diskutierten neue Ansätze und Kooperationen.
Im Fokus standen konkrete Ideen für mehr Sicherheit im Alltag.
Sicherheit als gemeinsame Aufgabe
Wie entsteht eine widerstandsfähige Gesellschaft? Diese Frage stand im Mittelpunkt des dritten Sicherheitsdialog Salons, der gestern Abend in Düsseldorf stattfand. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sicherheitsbehörden, Politik, Ehrenamt und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um über Sicherheit, Krisenvorsorge und gesellschaftliche Resilienz zu diskutieren – und vor allem gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Auch Security-Network.com war vor Ort vertreten und beteiligte sich am fachlichen Austausch rund um Sicherheit, Krisenvorsorge und gesellschaftliche Resilienz.
Bereits ab 17:30 Uhr füllte sich die Veranstaltung mit engagierten Gästen aus unterschiedlichsten Bereichen. Nach der Begrüßung durch Tina Niemann (Sicherheitsdialog e.V.) und einer einführenden Keynote folgte eine Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Patricia M. Schütte von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, Benedikt Schneider von der Lufthansa sowie Oberst Christoph von Löwenstern vom Landeskommando Nordrhein-Westfalen. Die Gäste beleuchteten das Thema Resilienz aus wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Perspektive.
Resilienz braucht Eigenverantwortung
Ein zentraler Diskussionspunkt war die Frage, wie gut Deutschland auf Krisen vorbereitet ist. Dabei wurden auch Ergebnisse des kürzlich veröffentlichten Resilienz-Index vorgestellt. Die Studie zeigt, dass viele Menschen die Verantwortung für Krisenvorsorge überwiegend beim Staat sehen, während die eigene Rolle häufig unterschätzt wird. Gleichzeitig wurde deutlich: Resilienz entsteht nicht allein durch staatliche Strukturen, sondern durch das Zusammenspiel von Institutionen, Unternehmen und einer aktiven Zivilgesellschaft.
Einen besonderen Impuls setzte Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie betonte die Bedeutung des Dialogs zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und machte deutlich, dass Krisenbewältigung in vielen Bereichen längst Teil unseres Alltags geworden ist. Umso wichtiger sei es, vorbereitet zu sein, voneinander zu lernen und gesellschaftliche Stabilität aktiv zu stärken.
Im Mittelpunkt: Die Arbeit an den Thementischen
Nach der Podiumsdiskussion stand der eigentliche Kern des Sicherheitsdialogs im Mittelpunkt: der Austausch an den Thementischen. Anders als bei klassischen Veranstaltungsformaten waren die Teilnehmenden nicht nur Zuhörende, sondern aktiv in die Erarbeitung von Ideen und Lösungsansätzen eingebunden. An den zuvor eingeteilten Thementischen wurden Herausforderungen diskutiert, Erfahrungen geteilt und konkrete Vorschläge entwickelt.
Konkrete Ideen für mehr gesellschaftliche Resilienz
Aus den Gesprächen entstanden mehrere konkrete Projektideen. Diskutiert wurden unter anderem Konzepte für „Botschafter für Sicherheit“, die Sicherheits- und Vorsorgethemen in ihre Netzwerke tragen sollen, sowie die Idee von „Krisenhelden“ in Schulen, die Eigenverantwortung und gesellschaftliches Engagement fördern. Ebenfalls entstand der Vorschlag eines „Marketplace für Resilienz“, auf dem Wissen, Erfahrungen und Best Practices ausgetauscht werden können. Darüber hinaus spielte die stärkere lokale Vernetzung eine wichtige Rolle – insbesondere die Frage, wie Nachbarschaftshilfe und kommunale Zusammenarbeit im Krisenfall gestärkt werden können.
Junge Menschen frühzeitig einbinden
Darüber hinaus wurde deutlich, wie wichtig die Einbindung junger Menschen in Fragen der Sicherheit und Resilienz ist. Vorgestellt wurden unter anderem Bildungs- und Planspielprojekte an Schulen, die komplexe Themen wie Krisenmanagement und Gesamtverteidigung praxisnah vermitteln sollen.
Dialog als Schlüssel zur Resilienz
Bei der abschließenden Ergebnispräsentation wurde deutlich, wie viel Potenzial in einem offenen und interdisziplinären Dialog steckt. Die Vielfalt der eingebrachten Perspektiven zeigte einmal mehr, dass Sicherheit und Resilienz nicht durch einzelne Akteure entstehen, sondern durch Zusammenarbeit, Vertrauen und gemeinsames Handeln.
Der dritte Sicherheitsdialog Salon hat damit eindrucksvoll gezeigt: Resilienz entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit arbeiten.
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