Internationaler Tag der Vermissten: DRK-Suchdienst führt Familien wieder zusammen

Weltweit verlieren Menschen durch Flucht, Vertreibung und Konflikte den Kontakt zu ihren Familien. Der DRK-Suchdienst registrierte 2025 fast 1.900 neue Vermisstenfälle und bearbeitete zugleich Tausende Anfragen zu Kriegsvermissten des Zweiten Weltkriegs. Zum Internationalen Tag der Vermissten erklärt DRK-Generalsekretär Christian Reuter, warum diese Arbeit auch 80 Jahre nach Kriegsende gebraucht wird.

DRK: Zwei Frauen mit Kopftüchern halten gemeinsam ein gerahmtes Porträt eines jungen Mannes, im Hintergrund ein weiteres Porträtfoto
Zum Internationalen Tag der Vermissten zieht der DRK-Suchdienst Bilanz zu Vermisstenfällen und Kriegsvermissten des Zweiten Weltkriegs.
Foto: DRK

DRK-Suchdienst: Familien wieder zusammenführen – auch 80 Jahre nach Kriegsende

Weltweit werden täglich Menschen durch bewaffnete Konflikte, Katastrophen, Flucht, Vertreibung oder Migration von ihren Angehörigen getrennt. Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) unterstützt sie dabei, Kontakt wiederherzustellen und Familien zusammenzuführen. Anlässlich des Internationalen Tags der Vermissten am 30. August 2026 macht das DRK auf die anhaltende Bedeutung dieser Arbeit aufmerksam.

DRK-Generalsekretär Christian Reuter betont: „Wir werden uns weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, Familien wieder zu vereinen und Angehörigen Gewissheit über die Schicksale ihrer vermissten Familienmitglieder zu geben.“

Mehr als 500.000 Vermisste weltweit

Bei der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung waren 2025 weltweit mehr als 500.000 Menschen als spurlos verschwunden registriert. In diesen globalen Kontext reihen sich auch die Zahlen des DRK-Suchdienstes ein: Im Bereich der internationalen Suche registrierte er 2025 insgesamt 1.841 neue Vermisstenfälle, im ersten Halbjahr 2026 kamen bereits 786 weitere hinzu. Die meisten Suchenden stammen aus Afghanistan, der Ukraine, Somalia, Syrien und Irak – Länder, in denen Schutzsuchende auf ihrer Flucht häufig den Kontakt zu ihren Familien verlieren.

Dass digitale Vernetzung die klassische Suchdienstarbeit nicht überflüssig macht, erklärt Frauke Weber, Leiterin der DRK-Suchdienst-Leitstelle: „Manche Suchende sind zu betagt oder zu jung, um die Möglichkeiten der Suche per Internet oder Social Media zu kennen und zu nutzen. Andere Vermisste oder suchende Angehörige sind zum Beispiel inhaftiert und haben keinen Zugang zum Internet.“ Hinzu kommen praktische Hürden: Wer auf der Flucht sein Smartphone oder seine Ausweisdokumente verliert oder abgenommen bekommt, kann oft nicht mehr auf eigene Social-Media-Konten zugreifen. „Das erschwert den Zugriff auf eigene Social-Media-Konten, da Datenschutzmaßnahmen wie 2-Faktor-Authentifizierung oder das Zugreifen auf den Passwort-Manager erstmal nicht umsetzbar sind“, so Weber. Auch fehlender Netzempfang – etwa durch bewaffnete Konflikte, politische Eingriffe oder Naturereignisse wie Erdbeben – erschwert die Suche zusätzlich.

Bei aktuellen internationalen Suchanfragen kann der DRK-Suchdienst auf das weltweite Netzwerk der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zurückgreifen. Zu Suchdienst-Zwecken erhobene Daten werden zwischen den 191 Nationalen Gesellschaften sowie dem Zentralen Suchdienst des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ausgetauscht, um Familienmitglieder wieder miteinander in Kontakt zu bringen.

Auch Jahrzehnte nach Kriegsende bleibt die Suche gefragt

Über 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erreichen den vom Bundesministerium des Innern (BMI) geförderten DRK-Suchdienst weiterhin jedes Jahr tausende Anfragen von Angehörigen, die Gewissheit über das Schicksal ihrer Kriegsvermissten suchen. 2025 gingen insgesamt 7.752 Suchanfragen zu Kriegsvermissten des Zweiten Weltkriegs ein.

Neben der klassischen Vermisstensuche leistete der DRK-Suchdienst 2025 zudem 18.155 qualifizierte Beratungen bundesweit – zu den rechtlichen Voraussetzungen und der praktischen Durchführung des Spätaussiedler-Aufnahmeverfahrens sowie zur Familienzusammenführung Schutzberechtigter.

Um ein Zeichen der Verbundenheit mit Vermissten und ihren Familien zu setzen, findet auch in diesem Jahr die Vergissmeinnicht-Aktion des DRK-Suchdienstes statt (#vergissmeinnicht).

Weitere Informationen zur Suchdienstarbeit sowie Online-Formulare für Suchanfragen sind unter www.drk-suchdienst.de zu finden.

Mit WhatsApp immer auf dem neuesten Stand bleiben!

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal, um die Neuigkeiten direkt auf Ihr Handy zu erhalten. Einfach den QR-Code auf Ihrem Smartphone einscannen oder – sollten Sie hier bereits mit Ihrem Mobile lesen – diesem Link folgen:

Kennen Sie schon unser Crisis Prevention Printmagazin?

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Verwendete Schlagwörter

Christian ReuterDeutsches Rotes KreuzDRK-SuchdienstFamilienzusammenführungFluchtwegeFrauke WeberIKRKInternationaler Tag der VermisstenKriegsvermissteRotkreuz-BewegungSpätaussiedlerVermisstensucheZweiter Weltkrieg