Interschutz: E-Löschlanze von MURER hilft bei brennenden Elektroautos

Mit der E-Löschlanze bietet MURER-Feuerschutz ein Werkzeug, das Feuerwehren im Umgang mit brennenden Lithium-Ionen-Akkus von Elektrofahrzeugen entscheidend entlasten soll.

Mit einem Vorschlaghammer wird die E-Löschlanze in die Batterie getrieben.
Mit einem Vorschlaghammer wird die E-Löschlanze in die Batterie getrieben.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Die Zahl der Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen wächst stetig – und damit auch die Herausforderungen für Feuerwehren. Auch wenn Elektrofahrzeuge statistisch seltener brennen, sind ihre Lithium-Ionen-Batterien ungleich schwieriger zu löschen. Der Grund: Die Zellen produzieren den für die Verbrennung benötigten Sauerstoff selbst.

Bisher werden solche Brände mit sehr großen Wassermengen bekämpft, die schnell mehrere Tausend Liter erreichen können. Der niedersächsische Hersteller MURER-Feuerschutz hat eine gezieltere Lösung entwickelt und stellt diese auf der Interschutz in Hannover vor: die E-Löschlanze.

Batteriebrandbekämpfung mit der E-Löschlanze

Das Spezialwerkzeug besteht aus einem Edelstahlrohr mit isoliertem Griffbereich, einem oben mittig positionierten Schlagknopf, einem seitlich angebrachten D-Schlauchanschluss sowie einem Verlängerungsrohr und einer besonders gestalteten Lanzenspitze mit Bohrungen, aus denen das Löschmittel austritt.

Gut zu erkennen: Die Schlauchanschlüsse für die E-Löschlanze.
Gut zu erkennen: Die Schlauchanschlüsse für die E-Löschlanze.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Ihr Einsatz ist laut Hersteller nur durch qualifiziertes Personal erlaubt. Die Löschlanze ist dazu an ihrem Griff bis 1.000 Volt isoliert und in verschiedenen Längen einsetzbar, mit Verlängerungsrohren in den Abmessungen 500, 750 oder 1.000 Millimeter.

Nachdem der Hauptbrand des Fahrzeugs heruntergelöscht und eine exotherme Reaktion an der Traktionsbatterie festgestellt wurde, kann die E-Löschlanze verwendet werden. Ist die Batterie jedoch intakt, erfolgt kein prophylaktischer Einsatz.

Einsatz der E-Löschlanze

Die Lanzenspitze wird an einer geeigneten Stelle des Batteriekastens positioniert und mittels Schlagwerkzeug – in der Regel ein Vorschlaghammer – in den Batteriekasten eingetrieben. Bei korrekter Positionierung ist nach wenigen Augenblicken die Löschwirkung erkennbar, da das Löschmittel den Brand in den Zellen direkt bekämpft.

Der Einsatz der Löschlanze erfolgt unter konstantem Wassereinsartz.
Der Einsatz der Löschlanze erfolgt unter konstantem Wassereinsartz.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Dabei ist nur eine geringe Eindringtiefe erforderlich, die mit wenigen schlägen erzielt werden kann. Auf der Interschutz können sich Besucher auf dem Außengelände ein eigenes Bild machen. Hier wird der Einsatz demonstriert.

Der optimale Betriebsdruck an der Lanze beträgt drei bar; nach dem Löschen muss das Löschmittel so lange weiterlaufen, bis eine ausreichende Abkühlung der Batteriekomponenten sichergestellt ist. Der Einsatz sollte laut Hersteller mithilfe einer Wärmebildkamera kontrolliert werden.

Mit der E-Löschlanze können Brände von Lithium-Ionen-Akkus bei Kraftfahrzeugen schnell, effizient und mit einer überschaubaren Löschmittelmenge gelöscht werden – der E-Druckreduzierer limitiert den Druck und garantiert eine Ausbringmenge von 40 Litern pro Minute.

Am Messestand von Murer auf der Interschutz können Besucher die E-Löschlanze auch in die Hand nehmen.
Am Messestand von Murer auf der Interschutz können Besucher die E-Löschlanze auch in die Hand nehmen.
Foto: CPM / Navid Linnemann

MURER-Feuerschutz bietet das System inklusive Zubehör wie dem E-Abstandshalter sowie einem E-Trainer zur Einsatzsimulation an. Die Interschutz ist ein geeigneter Rahmen, um dieses Werkzeug einer breiten Feuerwehr-Fachwelt vorzustellen. Das ist auch notwendig, denn mit dem weiteren Wachstum der Elektromobilität wird die E-Löschlanze vom Spezialgerät zum Standardequipment.

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