In Wiener Neustadt demonstrierten die 49 SEEBA-Einsatzkräfte mit ihren vier Rettungshunden ihre Fähigkeiten bei einem Einsatz nach einem fiktiven Erdbeben. Dabei zeigten die Einsatzkräfte, dass sie alle Abläufe und Handgriffe beherrschen, die nach einer solchen Katastrophe notwendig sind. Mit Hunden und technischem Ortungsgerät spürten sie vermisste Personen auf und befreiten sie aus den Trümmern.
Dazu mussten die ehrenamtlichen THW-Kräfte – unter Einsatz von Trennschleifer und Aufbrechhammer – technisch anspruchsvolle Durchbrüche durch Beton, Stahl und Holz vornehmen. Beobachtet und bewertet wurden sie dabei von zwölf erfahrenen internationalen Spezialistinnen und Spezialisten. Zusätzlich beurteilten sie, wie sich die SEEBA im Katastrophengebiet selbst koordinierte und mit anderen Rettungsorganisationen sowie mit den Behörden vor Ort zusammenarbeitete.
Begonnen hatte die Übung im hessischen Rüsselsheim, wo sich die 49 THW-Einsatzkräfte aus drei Landesverbänden gesammelt hatten. Von dort aus reiste das Team nach Österreich. Auf einem Gelände des österreichischen Bundesheeres hatte die „Austrian Forces Disaster Relief Unit“ (AFDRU) ein realistisches Erdbebenszenario vorbereitet, das die THW-Spezialistinnen und -Spezialisten an den folgenden zwei Tagen vor zahlreiche Herausforderungen stellte. „Die SEEBA-Einsatzkräfte haben in Österreich gezeigt, dass sie die hohen Standards ausgezeichnet erfüllen. Dafür haben sie viel Zeit in ihre umfangreiche Ausbildung und regelmäßige Trainings gesteckt“, lobte die THW-Präsidentin.
INSARAG-Standards für Rettungsteams
Die „International Search and Rescue Advisory Group“ (INSARAG) klassifizierte die SEEBA erstmals im Jahr 2007 als sogenanntes „Heavy Team“. Aufgrund der Erfahrungen aus vergangenen Einsätzen hat das THW eine strukturelle Neuausrichtung der SEEBA vorgenommen und die Einheit nun als schlagkräftiges und flexibel einsetzbares MUSAR-Team neu klassifizieren lassen.
Die INSARAG ist ein Gremium innerhalb der UN und setzt sich aus Katastrophenschutzexpertinnen und -experten aus mehr als 80 Ländern zusammen. Sie legen internationale Qualitätsstandards für urbane Ortungs- und Rettungseinheiten (USAR) fest, die nach schweren Erdbeben in dicht besiedelten Gebieten in den Einsatz gehen. Die so genannte Reklassifizierung durch die INSARAG findet alle fünf Jahre statt.
Das THW ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit rund 88.000 Freiwilligen bildet die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinen Fachleuten, seiner Technik und seinen Erfahrungen ist das THW im Auftrag der Bundesregierung weltweit gefragt, wenn Notlagen dies erfordern. Neben bilateralen Hilfen gehören dazu auch technische und logistische Aufgaben im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von VN-Organisationen. Mehr Informationen zum Engagement des THW im In- und Ausland finden Sie hier: thw.de.
Quelle: THW
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