Interschutz: Innovative Drohnen-Lösungen zur Brandbekämpfung

Unter dem Leitmotiv „Safeguarding tomorrow“ setzt die diesjährige Weltleitmesse für Rettung und Sicherheit in Hannover einen klaren Fokus auf die digitale Transformation und die interorganisationale Vernetzung mit Drohnen. In diesem Kontext präsentiert das Unternehmen Dönges aus Wermelskirchen neue Applikationen im Bereich unbemannter Luftfahrtsysteme.

Drohnen: Mächtig groß ist die DJI Agras T100 (hier ohne Akku) mit ihren 3,22 m Spannweite
Mächtig groß ist die DJI Agras T100 (hier ohne Akku) mit ihren 3,22 m Spannweite.
Foto: CPM / CR

Ein besonderer Blickfang am Stand von Dönges ist die DJI Agras T100. Ursprünglich für die Landwirtschaft konzipiert, stößt das System mit einer Spannweite von 3,22 Meter und einer Nutzlastkapazität von 100 Kilogramm in eine neue Leistungsklasse vor. Dönges erschließt mit diesem Schwerlast-System ein innovatives Einsatzgebiet: Die präventive Brandhemmung durch das Ausbringen von Retardants.

Taktische Brandhemmung: DJI Agras T100 als Wirkmittelträger

Diese Flammschutzmittel unterbrechen die chemische Verbrennungskette oder bilden isolierende Schutzschichten, wodurch die Entzündbarkeit der Vegetation massiv gesenkt wird. Die Leistungsdaten im Einsatzszenario sind beeindruckend, vor allem im Bereich einer Flächenleistung. So können innerhalb einer Flugzeit von rund 6 Minuten ein bis anderthalb Hektar behandelt werden.

Dabei ist jedoch eine besondere Einsatztaktik zu beachten. Der Fokus liegt nicht auf der flächigen Ausbringung, sondern auf dem strategischen Anlegen von Riegelstellungen, also brandhemmenden Streifen. Diese Streifen hemmen die Ausbreitung, bzw. verhindern ein Überspringen auf weitere Flächen. Dank der Drohne können diese auch in unwegsamen Gelände und aus einer abstandsfähigen Sicherheit heraus angelegt werden.

Beispiel für ein Retardant zur präventive Brandhemmung. Hier im Brennversuch- Heu mit und ohne aufgebrachtes Retardant
Beispiel für ein Retardant zur präventive Brandhemmung. Hier im Brennversuch- Heu mit und ohne aufgebrachtes Retardant.
Foto: CPM / CR

Und das bei voller Automatisierung. Um höchste Präzision zu gewährleisten, erfolgt die Steuerung nicht manuell, sondern über vorprogrammierte, GPS-gestützte Missionen. Die Drohne fliegt die im Voraus berechneten Pattern punktgenau ab und verhindert so Fehler beim Anlegen. Die Einsatzkräfte werden zudem entlastet.

Trotz der technischen Reife betont Florian Blume, Drohnenspezialist bei Dönges, die regulatorischen Herausforderungen: Die Zuständigkeiten für Beschaffung und Betrieb – insbesondere unter Einbeziehung von Forst- und Wasserbehörden – befinden sich derzeit noch in der Klärung.

„Made in Germany“: Strategische Kooperation mit AirRobot

Ein weiteres Highlight ist die Kooperation mit der zum Quantum-Systems-Konzern gehörenden Drohne-Schmiede AirRobot aus Arnsberg. Dönges reagiert auf die steigende Nachfrage nach souveräner Technologie und präsentiert eine für den Behördenmarkt modifizierte Version der bewährten MIKADO-Plattform (AR 100-B/H). MIKADO besteht dabei für Mikroaufklärungsdrohne für den Ortsbereich.

Prototyp der Behördendrohne MIKADO bzw. AirRobot AR 100-H für Rettungsdienste.
Prototyp der Behördendrohne MIKADO bzw. AirRobot AR 100-H für Rettungsdienste.
Foto: CPM / CR

Das System, das seit 2005 als Standard-Aufklärungsdrohne der Bundeswehr – und hier vor allem bei den Spezialkräften des Kommando Spezialkräfte (KSK) – fungiert, besticht durch seine Robustheit und Zuverlässigkeit.

Durch die Fertigung in Deutschland bietet die angepasste Version eine Antwort auf die wachsenden Sicherheitsanforderungen von BOS-Einheiten, die verstärkt auf IT-Sicherheit und nationale Wertschöpfungsketten setzen. Dank der Fertigung in Deutschland sind auch im Ernst- und Krisenfall die Herstellung und logistische Kette sichergestellt.

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1. - 06. Juni 2026

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