Angehende Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter trainierten komplexe Einsatzlagen

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Zwei Notfallsanitäterklassen des DRK Rettungsdienst Mittelhessen haben in Lich gemeinsam mit Feuerwehren und Polizei zwei realitätsnahe Großlagen durchgespielt: einen Zwischenfall bei einem Schulfest und eine Verpuffung bei einer Grillfeier.

Notfallsanitäter versorgen einen verletzten Menschen mit Kopfverband und Sauerstoffmaske vor einem Polizeistreifenwagen und Notfallausrüstung

Zwei kurz vor dem Abschluss stehende Notfallsanitäterklassen des Bildungszentrums des DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH) trainierten Anfang Oktober bei zwei Übungsszenarien in Lich den Umgang mit dynamischen und komplexen Einsatzlagen. Die Ausbildungsabschlussübung fand gemeinsam mit den Feuerwehren der Stadt Lich, der Polizei und in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis Gießen statt. Beteiligt waren 28 angehende Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter des RDMH, der Johanniter-Unfall-Hilfe Regionalverband Mittelhessen und des DRK Frankenberg.

Vormittags: Auto fährt in Menschenmenge, dann Meldung einer bewaffneten Person

Am Vormittag spielte das erste Szenario auf dem Gelände einer Grundschule in Lich: Während eines Schulfests fuhr ein Auto in eine Menschenmenge. Mehrere Personen wurden verletzt. Noch während Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei die zunächst unklare Lage erkundeten, verschärfte sich das Szenario durch die Meldung einer bewaffneten Person im Schulgebäude. Die Einsatzkräfte mussten die Gefahrenbereiche von sicheren Bereichen trennen, die Verletzten sichten und versorgen sowie ihre Maßnahmen eng miteinander abstimmen.

Nachmittags: Verpuffung bei Grillfeier und Feuer in Richtung Wald

Am Nachmittag übten die Beteiligten auf einem Aussiedlerhof bei Nieder-Bessingen. Dort führte eine Verpuffung bei einer Grillfeier zu mehreren Verletzten; außerdem breitete sich ein Feuer in Richtung Wald aus. Jugendliche galten als vermisst oder waren an unterschiedlichen Stellen des Geländes in Gefahr. Hinzu kamen die verletzten Insassen eines Fahrzeuges, das auf dem anliegenden Feldweg auf dem Weg zur Feier war und aufgrund der Verpuffung verunfallte. Neben den angehenden Notfallsanitäterinnen und -sanitätern waren bei diesem Szenario die Feuerwehren aus Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Eberstadt und Langsdorf beteiligt.

„Bei einer komplexen Lage müssen die Einsatzkräfte schnell ein gemeinsames Bild entwickeln, klar kommunizieren und ihre Maßnahmen aufeinander abstimmen. Die Abschlussübung gibt den Auszubildenden die Möglichkeit, diese Zusammenarbeit unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren“, sagt Thomas Kriebel, Lehrkraft am Bildungszentrum des RDMH und für die Planung der Abschlussübungen zuständig.

„Wer im Notfall für andere da ist, muss sich auf sein Wissen, seine Fähigkeiten und sein Team verlassen können. Bei diesen realistisch nachgestellten Übungsszenarien mit vielen beteiligten Stellen der Gefahrenabwehr können die angehenden Notfallsanitäterinnen und -sanitäter für den Ernstfall trainieren. Wichtig dabei ist, dass man in komplexen Einsatzlagen gut und koordiniert mit anderen Einsatzkräften wie Freiwilligen Feuerwehren und Polizei zusammenarbeitet. Dies zu üben und die Einsatztaktiken der Retter kennenzulernen, kommt am Ende den betroffenen Menschen zugute“, sagt Landrätin Anita Schneider am Rande der Übungen.

Jedes eingesetzte Rettungsteam wurde während der Übung von erfahrenen Praxisanleitenden begleitet. In einer abschließenden Einsatznachbesprechung wurden die Leistungen gemeinsam reflektiert und ausgewertet. Die Abschlussübung ist keine Prüfung, sondern eine bewusst realitätsnah gestaltete Gelegenheit, das erlernte Wissen und Können unter Beweis zu stellen.

Beteiligte Fahrzeuge und Organisationen:

  • DRK Rettungsdienst Mittelhessen
  • Johanniter-Unfallhilfe Regionalverband Mittelhessen (JUH)
  • DRK Kreisverband Frankenberg
  • Feuerwehren der Kernstadt Lich sowie der Ortsteile Eberstadt, Langsdorf, Nieder-Bessingen und Ober-Bessingen
  • Einsatzleitung Rettungsdienst mit Organisatorischem Leiter Rettungsdienst (OLRD) und Leitendem Notarzt (LNA) des Landkreises Gießen
  • Brandschutzaufsichtsdienst Landkreis Gießen
  • Führungsstaffeln von DRK Kreisverband Marburg-Gießen und JUH jeweils mit Einsatzleitwagen
  • diverse Polizeieinheiten

Quelle: DRK

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