Investition in Magdeburger Zivilschutz: THW erhält neue Fachgruppe Trinkwasserversorgung

Der Bund investierte in den Zivilschutz und stärkte damit den Standort Magdeburg. Das THW baute dort eine neue Fachgruppe Trinkwasserversorgung auf – die zweite Anlage dieser Art im Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt. Die hochspezialisierte Technik soll künftig bundesweit und im Ausland im Krisenfall zum Einsatz kommen.

THW: Luftaufnahme einer THW-Station zur Trinkwasseraufbereitung mit blauen Einsatzfahrzeugen, Zelten und kreisförmigen Wasserbecken
Trinkwasseraufbereitungsanlage des THW
Foto: THW

Im Zuge der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa stärkt der Bund den Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland gezielt mit zusätzlichen Finanzmitteln. Von diesen Investitionen profitiert der Standort Magdeburg maßgeblich: Das Technische Hilfswerk (THW) in Magdeburg wird mit einer völlig neuen Aufgabe betraut und baut eine eigene „Fachgruppe Trinkwasserversorgung“ auf. Herzstück dieser Millioneninvestition wird eine autarke, hochkomplexe Trinkwasseraufbereitungsanlage nebst modernster Spezialtechnik sein.

Mit der Entscheidung für Magdeburg entsteht die zweite Trinkwasseraufbereitungsanlage im THW-Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt. Neben der bestehenden Anlage in Berlin verfügt nun auch Sachsen-Anhalt über diese seltene und hochspezialisierte Kompetenz.

„Die Etablierung der Trinkwasseraufbereitung zeigt, dass sich das Engagement unserer Helferinnen und Helfer auszahlt“, betont Falk Lepie, Ortsbeauftragter des THW Magdeburg. „Der Start unserer neuen Grundausbildungsgruppe im September mit 15 Teilnehmenden belegt eindrucksvoll, wie viel Potenzial in der Region steckt. Mit der neuen Fachgruppe bieten wir zukünftigen Ehrenamtlichen eine hochspannende, technisch anspruchsvolle Aufgabe im Dienst der Allgemeinheit.“

Beide Standorte -Berlin und Magdeburg- werden in diesem Bereich künftig eng zusammenarbeiten. Da spezialisierte Einheiten dieser Art im Bundesgebiet rar sind, ist das THW wie gewohnt bundesweit vernetzt: Die Magdeburger Anlage stärkt somit nicht nur die Krisenvorsorge in Sachsen-Anhalt, sondern steht im Bedarfsfall für Einsätze im gesamten Bundesgebiet sowie im Ausland bereit. Wachsendes ehrenamtliches Engagement als tragende Säule

Der Aufbau der neuen Fachgruppe erfordert nicht nur moderne Technik, sondern auch motivierte Einsatzkräfte. Der Ortsverband Magdeburg sieht hier hervorragende Voraussetzungen, die neue Aufgabe teils aus eigenen Kräften zu stemmen und gleichzeitig weiteres bürgerschaftliches Engagement in der Region zu aktivieren.

Fakten zur Leistungsfähigkeit der THW-Trinkwasseraufbereitung

   - Aufbereitungsleistung: Bis zu 15.000 Liter (15 m³) hygienisch 
     einwandfreies Trinkwasser pro Stunde.
   - Tageskapazität: Im 24-Stunden-Dauerbetrieb können täglich bis zu
     360.000 Liter Trinkwasser produziert werden.
   - Versorgungsumfang: Eine Anlage reicht aus, um Zehntausende 
     Menschen sowie kritische Infrastruktur (z. B. Krankenhäuser) 
     verlässlich zu versorgen (Notbedarf ca. 3-15 Liter pro 
     Person/Tag).
   - Filtertechnologie: Die moderne Ultrafiltrationsanlage macht 
     mittels mehrstufigem Verfahren aus nahezu jedem Rohwasser 
     (Flüsse, Seen, Brunnen) sauberes Trinkwasser.
   - Eigenes Labor: Ein mobiles Trinkwasserlabor überwacht 
     kontinuierlich die Qualität nach den strengen Kriterien der 
     deutschen Trinkwasserverordnung.

Die Fachgruppe Trinkwasserversorgung

Die Spezialkräfte der Fachgruppe Trinkwasserversorgung sind in der Lage, im Krisenfall aus Rohwasser hygienisch einwandfreies Trinkwasser gemäß der deutschen Trinkwasserverordnung zu erzeugen. Sie kommen bei Großschadenslagen, Naturkatastrophen oder beim Ausfall kritischer Infrastruktur zum Einsatz. Zum Beispiel waren mehrere dieser Fachgruppen 2021 im Ahrtal im Einsatz, um nach dem Hochwasser das dortige Krankenhaus mit Trinkwasser zu versorgen. Aber auch im Ausland kommt die Trinkwasserkomponente des THW zum Einsatz. Zum Beispiel nach dem schweren Erdbeben in Nepal 2015 oder nach einem Zyklon 2022 in Madagaskar.

Quelle: THW

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