THW-Helferinnentag rückt Frauen in den Fokus

Rund 80 weibliche Führungskräfte des Technischen Hilfswerks (THW) aus ganz Deutschland trafen sich zuletzt im THW-Ausbildungszentrum in Neuhausen. Praxisnahe Übungen an technischer Ausstattung standen beim diesjährigen THW-Helferinnentag ebenso im Fokus wie die Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung. 

THW-Helferinnentag rückt Frauen in den Fokus
Noch gilt das THW als tendenziell männerdominiert. Das soll sich ändern.
Foto: THW/ Benjamin Rißmann

„Derzeit sind rund 18 Prozent unserer Ehrenamtlichen weiblich. Das wollen wir weiter ausbauen, denn die Perspektiven und Kompetenzen von Frauen bereichern das THW. Beispielsweise als Führungskräfte, an schwerem Gerät oder bei der Koordination von Einsätzen prägen sie ein vielfältiges THW, stärken den Zivilschutz und widerlegen männlich geprägte Klischees“ – THW-Präsidentin Sabine Lackner

THW-Helferinnentag als möglichkeit zur Vernetzung

Das Zusammentreffen von weiblichen Führungskräften des THW aus dem ganzen Bundesgebiet bot Gelegenheit, sich auszutauschen, Erreichtes zu feiern und Wünsche zu formulieren. Vor Ort probierten sich die 80 Teilnehmerinnen in verschiedenen Workshops und Mitmach-Stationen aus.

Unter anderem gab es Übungen zu Rettungen aus Höhen und Tiefen sowie zum Arbeiten mit der Motorkettensäge. Außerdem wurden Vorträge zu Themen wie dem Virtual Operations Support Team (VOST) und den Besonderheiten von Einsätzen im Ausland gehalten.

Die Veranstaltung diente als Rahmen, in dem die anwesenden Helferinnen Erfahrungen teilen und ihre persönlichen Netzwerke ausbauen konnten. Der vierte bundesweite THW-Helferinnentag im baden-württembergischen Neuhausen stand unter der Schirmherrschaft von Andrea Lindholz, CDU-Politikerin und ehemalige Vizepräsidentin der THW-Bundesvereinigung e.V.

Mehr weibliche Verstärkung im THW gewünscht

In männerdominierten Umgebungen, wie es das Technische Hilfswerk mitunter noch ist, fällt es weiblich sozialisierten Menschen oft schwerer, ihren Platz zu finden und ihre Bedürfnisse oder auch Meinungen zu äußern. Veranstaltungen wie der diesjährige Helferinnentag verschaffen Frauen im THW Gehör und bieten die Möglichkeit, sich über spezifische Themen in einem geschützten Raum auszutauschen. Gleichzeitig können die Erfahrungen anderer Kameradinnen auch neue Impulse für den eigenen Weg im Technischen Hilfswerk  geben.

Während die Zahl der Frauen und Mädchen im THW-Ehrenamt 2020 noch bei rund 12.500 lag, stieg sie inzwischen auf rund 16.000, was einem Zuwachs von etwa 28 Prozent über die vergangenen fünf Jahre entspricht. Das Technisches Hilfswerk setzt sich auch weiterhin aktiv für einen kontinuierlich steigenden Frauenanteil zur Stärkung der personellen Einsatzbereitschaft ein, indem es regelmäßig Aktionen wie den Helferinnentag organisiert.

„Netzwerk- und Austauschveranstaltungen fördern Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit im THW sowie eine Kultur, in der sich alle gleichermaßen gehört und wertgeschätzt fühlen“, sagt Sabine Lackner und resümiert: „das THW braucht weibliche Verstärkung – heute und auch künftig. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen mit zunehmenden Extremwetterereignissen sowie einer angespannten Weltlage mit komplexen Infrastrukturaufgaben ist die Förderung von Frauen im THW-Ehrenamt essenziell, um die Zivilschutztüchtigkeit zu stärken.“

Quelle: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)

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