Von der Forschungsidee zum ersten virtuellen Ortsverband: In Wuppertal feierte das VOST THW sein zehnjähriges Bestehen und würdigte das ehrenamtliche Engagement hinter der digitalen Einsatzunterstützung.
Digitale Lagekarten erstellen, soziale Medien auswerten und Falschinformationen erkennen: Seit zehn Jahren unterstützt das Virtual Operations Support Team des Technischen Hilfswerks (VOST THW) Einsatzleitungen und Krisenstäbe national und international bei der Lagebeurteilung und in der Krisenkommunikation. Im Oktober 2026 feierte die Einheit ihr Jubiläum in Wuppertal.
Zu den Gästen gehörten THW-Vizepräsident Dierk Hansen, Vertreterinnen und Vertreter verschiedener THW-Dienststellen, der Wissenschaft und anderer VOST sowie ehemalige Mitglieder. In seiner Festrede würdigte THW-Vizepräsident Dierk Hansen die Entwicklung der Einheit und ihre Bedeutung für die Zukunft: „VOST wird wie das Automobil in Zukunft unverzichtbar werden für den Bevölkerungsschutz.“
VOST THW ist Teamarbeit
Zugleich rückte er die Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt: „Es sind die Menschen, die das Team ausmachen!“ Die anschließenden Ehrungen machten diese Wertschätzung sichtbar: Zwei Helferinnen erhielten das Helferzeichen in Gold, drei weitere Mitglieder das Helferzeichen in Gold mit Kranz und zwei Helfer die Plakette „Dank und Anerkennung“.
Der Anfang lag im August 2016: Engagierte Fachleute brachten die Idee in das THW ein, öffentlich verfügbare digitale Informationen systematisch für den Bevölkerungsschutz auszuwerten und nutzbar zu machen. Die Idee wuchs am Fachgebiet Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Frank Fiedrich auch in Forschungsprojekten.
Aus der Forschungsidee wurde 2022 mit einer eigenen Stärke- und Ausstattungsnachweisung eine formale THW-Einsatzeinheit. Seit 2025 bildet das VOST THW den ersten vollständig virtuellen Ortsverband des THW, organisatorisch angebunden an die Regionalstelle Schwerin. Rund 60 Ehrenamtliche arbeiten über das gesamte Bundesgebiet verteilt zusammen.
Die Arbeit in der Information
Was diese Unterstützung praktisch bedeutet, zeigt das Leistungsspektrum: Die VOST-Einsatzkräfte recherchieren, prüfen und bewerten Informationen aus sozialen Medien und weiteren öffentlich zugänglichen Quellen. Sie identifizieren einsatzrelevante Hinweise, erkennen Falschinformationen und bereiten Ergebnisse in GIS-basierten digitalen Lagekarten auf. Damit ergänzen sie das Lagebild und entlasten Führungsstäbe bei der Auswertung großer Informationsmengen. Durch die ortsunabhängige Zusammenarbeit kann die Unterstützung kurzfristig beginnen.
„Zivilschutz braucht die Fähigkeit, auch unter Zeitdruck verlässliche Informationen von Gerüchten und gezielter Falschinformation zu unterscheiden. Als bundesweit einmaliger virtueller Ortsverband bündeln wir dafür ehrenamtliche Expertise aus dem gesamten Bundesgebiet. Wir machen Informationen aus dem digitalen Raum für Führungs- und Krisenstäbe nutzbar und helfen ihnen, Gefahren früher zu erkennen und Entscheidungen auf eine belastbarere Grundlage zu stellen“, betont Dr.-Ing. Ramian Alten, stellvertretender Ortsbeauftragter.
Für Behörden und Organisationen, die diese Fähigkeiten nutzen möchten, bietet der vom BBK in Zusammenarbeit mit dem VOST THW entwickelte Leitfaden zur Anforderung von Virtual Operations Support Teams praktische Orientierung. Er beschreibt Leistungen, Anforderungsmöglichkeiten und die Vorbereitung der Zusammenarbeit. Das Jubiläum steht damit auch für eine Aufgabe der kommenden Jahre: digitale Lageerkundung noch stärker im Bevölkerungsschutz zu verankern.
Text: Ramian Alten













